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Oranienburg Container mit unklarer Nachnutzung
Lokales Oberhavel Oranienburg Container mit unklarer Nachnutzung
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09:30 16.09.2016
Die Container warten noch auf ihre Bestimmung. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Es ist ein nicht alltäglicher Anblick, wenn mitten in der Stadt plötzlich Containerblöcke hochgezogen werden. So wie aktuell in der Dr.-Heinrich-Byk-Straße, zwischen Bahndamm und der neuen Rettungswache an der André-Pican-Straße. Erster Gedanke vieler Beobachter: Hier werden Geflüchtete unterkommen. Noch ist zwar unklar, wer in die Containermodule zieht, aber Asylbewerber werden es wohl nicht sein.

Zutreffend sei jedoch, dass die Container ursprünglich für die geplante Gemeinschaftsunterkunft in Marwitz beschafft wurden, so Landkreissprecher Ronny Wappler. „Dieses Bauvorhaben hat der Landkreis bereits im Mai dieses Jahres aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen nicht weiter verfolgt.“ Bis zu 148 Asylsuchende sollten in den Container-Gebäuden Platz finden. Fertigstellungstermin wäre der 1. Oktober gewesen. Mit dem Abbruch des Vorhabens reagierte die Stadt auf sinkende Asylbewerber-Zahlen im ersten Quartal 2016 sowie auf „die veränderten Anforderungen bei der Integration von anerkannten Flüchtlingen.“

Drei Gebäude werden hochgezogen. Quelle: Enrico Kugler

Die Marwitzer Container stehen jetzt in Oranienburg. Hochgezogen werden drei baugleiche, zweigeschossige Gebäude, die aus jeweils 54 Modulen bestehen. Für den ursprünglichen Zweck, der Unterbringung von Asylbewerbern und geflüchteten Menschen, werden sie nicht genutzt.

Im Landkreis werden derzeit entsprechend der Unterbringungskonzeption zwei Wohnformen angeboten: Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünfte. Bis zum 30. Juni dieses Jahres gab es zusätzlich Notunterkünfte (Kreistagssaal, Turnhalle Lehnitz). Diese konnten jedoch geschlossen werden. Die Bewohner zogen in Gemeinschaftsunterkünfte (73,8 Prozent) und Wohnungen.

Platz für Landkreis-Mitarbeiter oder Mendheim-Schüler

Für die Container in Oranienburg werden aktuell Nachnutzungsmöglichkeiten erörtert, so Wappler. Eine Variante ist die Wohnheimerweiterung für das Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum. Im Gespräch ist ferner die Schaffung zusätzlicher Büros für die Landkreisverwaltung, die aufgrund von „Umstrukturierungsmaßnahmen“ nötig wären.

Gab es 2007 noch 1061 Mitarbeiter, sind es heute 1162. „Allein im Fachbereich Jugend, ein Schwerpunktbereich kreislicher Arbeit, erhöhte sich die Stellenzahl in den vergangenen Jahren von 60 auf rund 90 Mitarbeiter“, so der Landkreissprecher. „Flächen- und Büroarbeitsplatzbedarf“ sei also vorhanden. Noch gibt es aber keine endgültige Entscheidung, wer in die Container ziehen wird.

Aktuelle Zahlen

1 343 leistungsberechtigte Personen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind im Landkreis Oberhavel registriert (Stichtag: 31. August 2016). Im August wurden dem Landkreis Oberhavel keine Asylbewerber zugewiesen, in den letzten vier Monaten waren es sieben.

Der Großteil kam im Januar (126) und im März (216). Insgesamt wurden im Landkreis in diesem Jahr 410 Personen aufgenommen.

Für das laufende Jahr hat das Land Brandenburg für den Landkreis Oberhavel über ein Vorläufiges Aufnahme-Soll von 1 445 Asylsuchenden informiert. Prognosen, geschweige denn Zahlen für das kommende Jahr liegen noch nicht vor.

Von Marco Winkler

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