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DRK Möbelkammer mit neuer Leiterin

Oberhavel DRK Möbelkammer mit neuer Leiterin

2500 Möbelstücke erreichen und verlassen die DRK Möbelkammer in Oranienburg jährlich. Bisher koordinierte die Fürstenbergerin Doris Lemke die Arbeit. Nach 13 Jahren gibt sie die Leitung an Anke Zerwer aus Gransee ab – und verabschiedet sich in den Ruhestand.

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Doris Lemke (rechts) preist die Möbel nicht mehr aus. Das übernimmt jetzt die neue Möbelkammer-Leiterin Anke Zerwer.

Quelle: Marco Winkler

Oberhavel. Ihre Schlüssel hat sie schon an den Nagel gehängt. Doris Lemke geht in den Ruhestand. Die Leiterin der DRK Möbelkammer in Oranienburg hat heute ihren letzten Arbeitstag. Nach einem Resturlaub sei sie ab 1. September offiziell Rentnerin, sagt die Fürstenbergerin.

Eigentlich hätte sie schon voriges Jahr aufhören können, doch sie wollte nicht, fühlte sich noch fit. 28 Jahre lang war sie in der Disposition bei der Deutschen Bahn im Güterverkehr tätig. 2001 ging sie nach kurzer Orientierungsphase in einer ABM-Maßnahme zum DRK Gransee, übernahm die dortige Kleiderkammer. Seit 2003 leitet die heute 63-Jährige die Möbelkammer.

900 Quadratmeter große Halle

„Der Zulauf ist gestiegen“, sagt sie. „Oft reicht der Platz hier nicht aus.“ Und das bei 900 Quadratmeter, die zur Verfügung stehen. Im vorigen Jahr kamen gute 2500 Möbelstücke rein. Das meiste wird schnell verkauft. Einiges bleibt jedoch lieben. Nach über einem halben Jahr werden nicht gewollte Teile auf dem Sperrmüll entsorgt. Das passiert jedoch nicht oft.

Die Schrank- und Anbauwände, Bettgestelle, Küchenteile kommen von Haushaltsauflösungen oder privaten Personen. „Kunden rufen uns an, wir schicken unsere Transporter hin, die dann vor Ort entscheiden, ob wir die Möbel brauchen oder sie vielleicht zu alt sind“, sagt Doris Lemke. Alles kostenfrei.

Was nicht mehr gewollt ist: Schwere, sperrige Möbel, eiche-rustikal, DDR-Sachen. „Der Trend geht zur hellen Einrichtung.“ Kühlschränke, Gefrierkombinationen, schmale Kleiderschränke werden aktuell vielfach nachgefragt.

Kostendeckende Arbeit

Einen kleinen Ansturm gibt es immer wieder mal. Geflüchtete, die ihre erste Wohnung beziehen, nutzen das Angebot der Möbelkammer ebenso wie Schüler der Polizeifachhochschule. „Von jungen Familien bis Senioren im hohen Alter kommen alle hier her“, so Iris Utecht, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Gransee, der die Möbelkammer betreibt. „Wir arbeiten dabei immer nur, um unsere Kosten zu decken, nicht um Gewinn zu erzielen.“

Die Preise für die Möbelstücke bestimmte bisher Doris Lemke. Jetzt übernimmt Anke Zerwer aus Gransee. 25 Jahre hat sie in der Zehdenicker Kaisers-Filiale gearbeitet, ab 2008 als stellvertretende Marktleiterin – bis Ende Februar dieses Jahres, als die Filiale schloss. Für den DRK-Job hat sie sich gegen 50 Mitbewerber durchgesetzt.

Stammkunden werden sich umgewöhnen

Die leitende Funktion sei eine Herausforderung. „Frau Lemke ist hier eine Institution“, so die 45-Jährige anerkennend. Auch Stammkunden, die mehrmals die Woche kommen, die kleinen Ecken mit Büchern, Geschirr und Bettwäsche mustern, müssen sich umgewöhnen. „Es kommt zweimal pro Tag Ware, da stöbern viele“, so Doris Lemke.

Ihre Aufgabe lag dabei nicht nur in der gesamten Koordination der Möbelkammer. „Manchmal ist man auch Seelentröster, wenn Kunden einem ihr Herz ausschütten.“ Oder einfach nur Zuhörerin, wenn ältere, alleinstehende Damen auf einen Plausch vorbei kommen, ein Deckchen mitnehmen. „Da freuen sie sich, das macht sie glücklich“, so Doris Lemke.

Von Marco Winkler

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