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Oranienburg Das Barockschloss zum Nachbauen
Lokales Oberhavel Oranienburg Das Barockschloss zum Nachbauen
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17:45 18.08.2016
Die Kurfürstin Louise Henriette (Vivienne Netzeband) freut sich, Besuchern zukünftig ihre einstige Residenz von allen Seiten präsentieren zu können – auch von oben. Marianne Brommecker (rechts) hat das Modell mitentwickeln. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Ausschneiden, etwas falzen, zusammenkleben – fertig. Dass es nicht ganz so einfach ist, das barocke Gebäude im Herzen der Kreisstadt nachzubauen, erklären Dietmar Heinze und Marianne Brommecker. Vor fast 20 Jahren haben sie ihren eigenen Verlag gegründet, den Mitteldeutschen Kartonmodell-Verlag. Ihre neueste Kreation ist das Oranienburger Barockschloss im Miniaturformat.

Während ihrer Führungen durch Oranienburg fragt Vivienne Netzeband Besucher immer: Was fehlt am Schloss? Irritierende Blicke. Antwort: Ein Seitenflügel. Mit dem Modell aus Pappe wird dieser „Makel“ nun etwas offensichtlicher. „Außerdem kann ich das Schloss jetzt von oben zeigen“, sagt sie.

Vom Original kaum zu unterscheiden. Quelle: Winkler

Genau das ist eine der Intentionen der Kartonmodell-Bauer aus Berlin: Gebäude erfahrbar machen, von allen Seiten. Doch der Aufbau ist nicht so leicht wie das Endprodukt vermuten lässt. „Gute 20 bis 30 Stunden brauchen erfahrene Bastler für den Schlossnachbau“, so der 75-jährige Dietmar Heinze. Zwei bis drei Tage sollten da schon eingeplant werden. „Man muss sorgsam die Bauanleitung lesen und sich auch danach richten“, fügt Marianne Brommecker an.

Eine Altersbeschränkung halten die Verlagsgründer aber für nicht sinnvoll. „Es gibt Sechsjährige, die bauen das Schloss von alleine“, so Heinze, „und dann gibt es Acht- bis 14-Jährige, die wissen nicht, wie man mit einer Schere umgeht.“ Für zu kleine Kinder ist der Bastelsatz aber nicht geeignet. „Kinder brauchen Hilfe“, so die Entwickler. Wenn Erwachsene jedoch ihrem Nachwuchs zur Hand gehen, könne es ein „schönes Familienprojekt“ werden.

Das Kurfürstenpaar zwischen Original und Nachbau im Kleinformat. Quelle: Winkler

Stefanie Kreutzer von der Tourismus und Kultur Oranienburg (TKO) war sofort begeistert, als die Berliner mit der Idee auf sie zu kamen. „Das Schloss ist originalgetreu, alle Fenster und Fenster sind vorhanden, schmiedeeiserne Balkone und Erker“, sagt sie. Sogar die Lorbeerpflanzen stehen in Reih und Glied vor dem Eingang. „Für die Tourist-Info ist das Modell eine weitere Attraktion“, so Stefanie Kreutzer. „Es ist ein schönes Andenken für Urlauber und Touristen“, sagt Marianne Brommecker.

Über 300 Stunden haben die 65-Jährige und ihr Partner über der Realisierung des Modells gebrütet. „Man muss direkt hineinkriechen in das Gebäude, um authentisch zu bleiben“, beschreibt Dietmar Heinze seine Arbeit.

Vor 30 oder 40 Jahren seien Kartonmodell äußerst beliebt gewesen. Doch mit dem vermehrten Aufkommen von Plastik nahm die Euphorie ab. Insofern ist das Oranienburger Pappschloss eine Art Anachronismus, aus der Zeit gefallen. Erste Exemplar wurden in den Niederlanden aufgebaut. Dort haben die Berliner Kartonbauer Freunde. „Vielleicht lohnt sich das auch touristisch für die Stadt“, so die beiden.

Von Marco Winkler

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