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Das „grüne Gold“ von Ernol

Oranienburg Das „grüne Gold“ von Ernol

Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke besuchte Freitag die Chemiefabrik Ernol in Oranienburg. Diese ist jetzt Markenbotschafter des Regionalen Wachstumskerns Oranienburg, Velten, Hennigsdorf. Bei Ernol werden unter anderem Kehrspäne zur Reinigung großer Flächen hergestellt.

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Bürgermeister Laesicke mit Ernol-Geschäftsführerin Gudula Mai und Gesellschafter Andreas Schott mit ungefärbten Holzspänen.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Als Andreas Schott ein Kind war, sind ihm auf Berliner Bahnhöfen grüne Haufen ins Auge gesprungen. Die BVG putzte Bahnsteige mit ihnen. Heute produziert er dieses „grüne Gold“, wie er es nennt, selbst. In der chemischen Fabrikation Ernol werden Kehrspäne zur Reinigung von Hallenböden und anderen Flächen produziert. „Ich werde immer gefragt, warum sie grün sind“, sagt der 49-Jährige. Antwort: Sie werden mit Lebensmittelfarbe behandelt.

Am Freitag machte sich Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke ein Bild von dem Unternehmen und begrüßte die Firma als Markenbotschafter für den Regionalen Wachstumskern (RWK) Oberhavel. „Die Region ist ein Top-Wirtschaftsstandort“, so Laesicke. „Das wollen wir nach Außen tragen.“

Noch sind die Holzspäne naturfarben

Noch sind die Holzspäne naturfarben; sie werden grün eingefärbt.

Quelle: Winkler

Andreas Schott ist Gesellschafter der zusammengehörenden Firmen Ernol (Geschäftsführerin: Gudula Mai) und Dienstleistung am Haus (Geschäftsführer: Jan Kirmis). „Der Betrieb entstammt einem Berliner Traditionsbetrieb, der seine Ursprünge in der 30er und 40er Jahren in Kreuzberg hat“, so Schott. Die Futur-Chemie entwickelte Reinigungsprodukte. Peter Worpitz kaufte die Firma auf, verlegte sie aufgrund der exorbitanten Berliner Mieten Anfang der 1990er nach Oranienburg, kaufte das insolventer Grundstück in der Sachsenhausener Straße 26.

Viele Kreisstädter erinnern sich noch an den gelben Schriftzug der Futur-Chemie. Andreas Schott ist der Enkel von Peter Worpitz. Vor Jahren kam der neue Name in grünen Buchstaben: Ernol. Andreas Schott ist in den Betrieb reingerutscht. Als sein Onkel erkrankte, half er aus; als er Anfang des Jahres verstarb, übernahm er ganz. „Mein Onkel hat sein Leben hier reingesteckt, das wollte ich nicht aufgeben.“

20 000 Kilo Reinigungsspäne pro Monat

So kam er dazu, seine Kindheitserinnerung aufleben zu lassen. Die Holzspäne kommen dazu in einen Behälter (Fassungsvermögen: etwa 200 Kilogramm), werden gewalzt, angereichert mit Wasser, Seife, Emulsion und an Einzelhändler, über eBay sowie an Reinigungsfirmen verkauft. 20 000 Kilogramm Kehrspäne verlassen die Fabrik im Monat. Die BVG will keine mehr. „Nur noch der Betriebshof in Reinickendorf ist unser Kunde.“

Drei Beschäftigte, die auch Industriechemie herstellen, arbeiten bei Ernol. Elf sind es in der Dienstleistung am Haus. Sie übernehmen Gebäudereinigungen sowie Winterdienste, unter anderem für Wohnungsgesellschaften in Oranienburg, Velten, Hennigsdorf. Mit dem hiesigen Stadthof kommt sich der Dienstleister nicht in die Quere. „Der Kuchen ist so groß“, so Laesicke, „da sind wir froh über jede freundliche Entastung.“

Regionaler Wachstumskern

Seit zehn Jahren ziehen Oranienburg, Hennigsdorf und Velten als Regionaler Wachstumskern (RWK) an einem Strang.

Erreichtes Ziel : einer der attraktivste Wirtschaftsstandorte im Land Brandenburg werden. Gelungen ist das durch eine Bündelung der Kräfte und Ressourcen sowie Landesförderungen.

Als Markenbotschafter soll das Potenzial auch nach Außen getragen werden, mit Werbung auf Firmenautos, Internetauftritten oder Briefköpfen.

Im Wachstumskern gibt folgende Botschafter (eine Auswahl): AWU Abfallwirtschaft-Union Oberhavel, Blaßmann Werbegrafik, Claas Reisen, Energieinsel, Ernol, Grunske Metall-Recycling, Hagemann Logistic und Transporte, Kurt Eulzer Druck, Mobile Office Management, Technische Akademie Hennigsdorf, Turm Erlebniscity, Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ Hennigsdorf.

Ernol hat zudem 6500 Quadratmeter mit Photovoltaikanlagen bestückt. Die Sonnenenergie wird in die Stadtwerke gespeist.

Eines gibt es nicht: Eine Baugenehmigung für das Gelände. Nichts wurde archiviert. Wenn im November die zwei Bombenverdachtspunkte auf dem Areal geprüft wurden, wird das schnell nachgeholt.

Von Marco Winkler

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