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Oranienburg Dauerbaustelle A 10/A 24: Mehr Blechschäden, weniger verletzte Personen
Lokales Oberhavel Oranienburg Dauerbaustelle A 10/A 24: Mehr Blechschäden, weniger verletzte Personen
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07:03 30.11.2018
Seit Mai 2018 ist der Bereich der A10 und der A24 zwischen Pankow und Neuruppin eine Dauerbaustelle. Quelle: Enrico Kugler
Oberhavel

Ein Renault-Fahrer, der beim Auffahren auf die A 10 an der Anschlussstelle Oberkrämer einen vorfahrtberechtigten Lkw übersah und eine BMW-Fahrerin, die auf einen Kleintransporter an der Anschlussstelle Mühlenbeck auffuhr, der am dort installierten Stopp-Schild anhielt. Dies waren nur zwei Unfallmeldungen aus dem Polizeibericht am Donnerstag (29. November 2018) entlang der Autobahn-Dauerbaustelle, die sich von Pankow bis Neuruppin erstreckt.

Erneuerung und Ausbau auf 65 Kilometern

Seit im Mai dieses Jahres im Zuge der Megabaustelle – auf 65 Kilometern werden die A 10 und die A 24 erneuert und ausgebaut – die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen umgesetzt wurden, häufen sich scheinbar auch die Verkehrsunfälle auf den betroffenen Streckenabschnitten. Nahezu täglich vermeldet die Polizei Kollisionen und Zusammenstöße. Besonders häufig knallt es im Umfeld veränderter Auffahrtsszenarien an Anschlussstellen, die oft vorübergehend mit Hilfe stark verkürzter Auf- und Abfahrten geregelt werden.

44 Unfälle weniger im Vorjahreszeitraum

Der Anschein allerdings, dass die Unfallzahlen durch den Baustellenbetrieb dramatisch in die Höhe geschnellt sind, täuscht, wie Polizeipressesprecherin Dörte Röhrs erklärt. So verzeichnete die Polizeidirektion Nord auf dem Streckenabschnitt zwischen Pankow und Neuruppin zwischen dem 1. Mai bis zum 20. November insgesamt 508 Verkehrsunfälle. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden dort 464 Unfälle notiert, krachte es also 44 Mal weniger. Exorbitant angestiegen sind die Zahlen somit nicht, wenngleich „jeder Unfall ein Unfall zu viel ist“, so Polizei-Pressesprecherin Dörte Röhrs.

Sie berichtet, dass „die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Personenschaden sogar zurückgegangen ist“. So wurden zwischen Mai und November dieses Jahres 51 Personen verletzt. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 63. Erfasst werden dabei in der polizeilichen Statistik Verkehrsteilnehmer, die bei Unfällen verletzt, schwer verletzt oder gar getötet wurden. Eine Ursache für den Rückgang sei das herunter gesetzte Tempolimit in den Baustellenbereichen. „Bei geringeren Geschwindigkeiten sind die Auswirkungen bei Zusammenstößen ganz andere als bei hohem Tempo“, erklärt Dörte Röhrs.

Appell an Verkehrsteilnehmer: Fahrweise anpassen

Seitens der Polizei hat man seit Beginn der Bauarbeiten – diese sollen noch bis zum Jahr 2022 andauern – auf die betroffenen Strecken „ein waches Auge, die Bereiche stehen sehr in unserem Fokus“, so Dörte Röhrs. Verstärkte Kontrollen gehören dazu ebenso wie die Präsenz auf der Straße. „Baustellen behindern den Verkehrsfluss, gefährliche Situationen können sich hier viel schneller ergeben. Kommt es im Baustellenbereich zu Unfällen, sorgen diese für Stausituationen, die weitere Unfälle provozieren können.“ Gleichzeitig appelliere man immer wieder auch an die Verkehrsteilnehmer, die Fahrweise an die Situation auf der Straße anzupassen. „Gerade in den Bereichen der Baustellen und damit verbunden den verengten Fahrbahnen.“

Monitoring registriert Unfallschwerpunkte

Über das polizeiinterne Monitoring wird die Häufung von Unfällen an bestimmten Schwerpunktstellen registriert. Nehmen die Unfallzahlen an einzelnen Stellen deutlich zu, gibt die Polizei diese Information an die für die Bundesautobahn verantwortliche Sonderunfallkommission weiter. Tätig werden kann die Polizei hier nur beratend. Entscheidungen über die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur fällen andere.

Von Nadine Bieneck

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