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„Defaced Beauty“ wollen durchstarten

Zehdenick „Defaced Beauty“ wollen durchstarten

Der Wesendorfer Til Schulz (16) am Bass, Moritz Well (17) aus Bergsdorf am Schlagzeug und Sänger Justin Tribanek (17) an der Gitarre: Das sind „Defaced Beauty“. In ihren Songs geht es um ernste Themen. Doch der Durchbruch ist nicht einfach, es gebe einfach zu wenig Möglichkeiten, so die Band.

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Die Band bei einem ihrer seltenen Auftritte: Hier spielten sie auf der Granseer Rocknacht im vergangenen Jahr.

Quelle: Marco Winkler

Wesendorf. Manchmal darf es auch für einen Rocker eine laue Sommerbrise sein – zumindest in Festivalform. Weil Moritz und Til am Wochenende auf das Open-Air-Event „Summer Breeze“ in Dinkelsbühl (Bayern) wollten, konnten sie mit ihrer Band „Defaced Beauty“ (deutsch: entstellte Schönheiten) nicht auf der Granseer Rocknacht spielen. Dabei wäre das eine der wenigen Gelegenheiten, wo die Jungs ihr Können zeigen können.

Seit über einem Jahr gibt es die Band. Der Wesendorfer Til Schulz (16) am Bass, Moritz Well (17) aus Bergsdorf am Schlagzeug und Sänger Justin Tribanek (17) an der Gitarre. Seit fünf Jahren spielt er das Instrument– ohne professionellen Unterricht, gelernt mit YouTube-Clips.

Momentan sucht die Band nach Anerkennung. Ihren Stil haben sie schon gefunden: Rockmetal. Nichts Kuschliges, aber auch keine Rammstein-Wucht. Irgendwo dazwischen. An ihrer ersten eigenen Single haben sie lange gefeilt. „Voices“ heißt das Stück, deutsch: Stimmen.

Das Bandlogo samt gezeichneter Frauenleiche

Das Bandlogo samt gezeichneter Frauenleiche.

Quelle: Band

Die Aufnahme fand im alten Abstellraum von Tils Vater statt. Den Raum haben die Schüler zum Proberaum und jetzt zu einem provisorischen Studio umfunktioniert. „Das hat schon ein halbes Jahr gedauert“, sagt er über das Einspielen des Songs. „Justin hat eigentlich alles gemacht, ihm gehört das ganze Lob.“ Moritz fügt an: „Die Aufnahme klingt sehr professionell.“ Harte Arbeit für die drei, machen sie das doch alles in ihrer Freizeit. Das Song-Cover haben die beiden Freunde Lennard Ganschow und Sebastian Gühl gestaltet. Zu sehen: Bandlogo plus eine blasse Frau. Tot? Vielleicht. Die Ähnlichkeit mit der liebesbedürftigen Leiche Emily aus Tim Burtons Knetfilm-Meisterwerk „Corpse Bride“ ist nicht von der Hand zu weisen.

Aufritte, wo sie ihren Song präsentieren können, sind allerdings rar. Die Auswahl sei begrenzt. Rocknacht, Rock am Rhin in Rheinsberg, Abi-Partys. Letztere besuchen die Jungs mittlerweile sehr gerne. Hier werden sie gehört – und ernst genommen. Anders als bei Veranstaltungen im Strittmatter-Gymnasium, wie sie sagen. „Da haben wir keine guten Erfahrungen gemacht.“ Schlecht sei auf dem Gymnasium natürlich nicht alles. Sie haben auf dem Sommerkonzert („Ein Reinfall.“) sowie auf dem Weihnachtsbasar („Gute Resonanz.“) gespielt. Und: Musiklehrer Bernd Teichmann hat Til das Bassspiel näher gebracht. „Er hat mir das Gerät einfach in die Hand gedrückt.“ Mittlerweile machen Til und Moritz auf dem Oberstufenzentrum Zehdenick ihr Abitur. Justin ist auf dem Strittmatter-Gymnasium geblieben.

Der Auftritt auf einer Zehdenicker Abi-Party war ein voller Erfolg

Der Auftritt auf einer Zehdenicker Abi-Party war ein voller Erfolg.

Quelle: Tino Falkenthal

Ihr erfolgreichster Auftritt war vielleicht auf der Abi-Party „Feel the Summer Beat“ im Zehdenicker Bowling-Center am 22. Juli – vor 200 Menschen. Gastgeber Tino Falkenthal ist voll des Lobes. „Die Masse wurde von der Musik regelrecht wachgeschüttelt“, sagt er über den Aufritt der Band. „Insgesamt ein guter Publikumsmagnet.“ Die Band selbst ist begeistert. Endlich eine coole Location, wo sie spielen können. „Es ist halt schwer, bekannt zu werden, wenn es keine Möglichkeiten gibt“, so Moritz.

Viel Zuspruch bekommen sie im Internet. Auf mehreren Plattformen sind sie angemeldet, verbreiten ihren Song. Bald soll ein neuer hinzukommen. Thema: Flug 4U9525, der Germanwings-Absturz voriges Jahr. Der Co-Pilot tötete sich und riss alle Passagiere in den Tod. Ernstes Sujet. Til schreibt die Texte. Riffs und andere Elemente gibt schon. Einzelteile. „Es fehlt der Kleber, der alles zusammenbringt.“ Doch das kostet Zeit und Geld.

Die Musiker von „Defaced Beauty“ sind erst am Anfang ihres Schaffens. „Wir sind jung und haben Zeit“, sagen sie. Ein ähnlicher Erfolg wie der ihrer Zehdenicker Kollegen von „5 Teeth Less“ würde ihnen nichts ausmachen. Wenn sie denn die Gelegenheit dazu hätten.

„Voices“ zum Anhören

Der erste eigene Song der Band heißt „Voices“ („Stimmen“) und kann im Internet auf YouTube angehört werden. Einfach den Band- und Songnamen in die dortige Suchleiste eingeben.

Inhaltlich geht es um die Stimmen im Kopf, die einige Menschen hören, um die Dämonen, „schwarze Engel“ (wie es im Songtext heißt), lauernde Gestalten zwischen den Hirnwindungen. Den Text hat Bassist Til Schulz geschrieben. Weitere Songs sind in Arbeit.

Von Marco Winkler

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