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Oranienburg Den wilden Katzen auf der Spur
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00:24 11.02.2019
Oranienburger Tierfreunde: Angelika Bartsch (l.) ist Vorsitzende und Elke Weiss ist Kassenwartin. Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg

Rocket ist momentan allein. Die sechs Monate alte Katze musste in Quarantäne gesteckt werden. Fernab von allen anderen Katzen. Rocket hat Durchfall und soll die anderen nicht anstecken. Deshalb hat Angelika Bartsch sie von ihrer Pflegestelle in Leegebruch zu der von Elke Weiss nach Oranienburg gebracht. Elke Weiss hat gerade Platz, alle Tiere sind vermittelt worden. Vor ein paar Wochen wimmelte es geradezu vor Katzen in ihrem Haus in Oranienburg-Süd. Sechs Tiere betreute sie eine Zeit lang. Sie sind vermittelt worden.

Seit 20 Jahren ein Auge auf wilde Katzen

Rocket ist ein ideales Beispiel für das, was die Oranienburger Tierfreunde seit ziemlich genau 20 Jahren tun: Sie kümmern sich um Katzen, in der Regel um wilde Katzen. Aber eben auch um solche Tiere wie Rocket. „Sie wurde auf dem Parkplatz bei Thomas Philipps in der Rungestraße von Oranienburg ausgesetzt, saß ganz verschreckt unter den Autos. Wir haben sie dann eingefangen“, sagt Elke Weiss. Seitdem ist sie in Obhut der Tierfreunde und wird aufgepäppelt. Bis sich jemand findet, der Rocket – den Namen hat sie wegen ihrer Schnelligkeit von Angelika Bartschs Enkel Marlon bekommen – die Katze übernehmen will.

„Wir können die Katzen nicht leiden lassen"

Der ursprüngliche Ansatz der Oranienburger Tierfreunde war es, die zurückgelassenen „Russenkatzen“ einzufangen und zu vermitteln. Im Laufe der Jahre kamen die anderen herrenlosen Katzen dazu, um die sich die Tierfreunde kümmerten. „Man erkennt den Unterschied zwischen wilden Katzen und freilaufenden Katzen. Die Wilden sind richtig ängstlich, die Freiläufer lediglich scheu“, erklärt Elke Weiss. Die Wilden seien länger an einer Stelle und ausgehungert. „Wir können die Katzen nicht leiden lassen“, so Angelika Bartsch. Wenn sie von den wilden Katzen aus der Region erfahren, ziehen die Tierschützer mit einer Lebendfalle los, um sie einzufangen. Es geht dann mehr darum, die Jungen aufzupäppeln und sie zu versorgen. Oft hätten sie den Katzenschnupfen oder – wie Rocket – Durchfall. Wenn sie bei Kräften und einigermaßen ans „zivilisierte Leben“ gewöhnt sind, werden sie vermittelt. „Die älteren Tiere bringen wir wieder zurück, die bekommt man nicht mehr zahm“, so Elke Weiss.

Kastration einer der Schwerpunkte

Das Einfangen kann mitunter richtig in Arbeit ausarten. Kater gingen schon mal schneller in die Falle, Katzen brauchen länger, sie seien aufmerksamer, ängstlicher. „In Velten hatten wir mal Glück, als sowohl die Katzenmutter als auch die drei Jungen mit einem Mal in die Falle tappten“, erinnert sich Angelika Bartsch. Eine andere sei drei Jahre lang nicht zu fangen gewesen. Die „Katzen-Eltern“ werden kastriert. Kastration: Das ist der zweite Schwerpunkt, auf den sich die Tierfreunde konzentrieren. Sie arbeiten mit mehreren Tierärzten zusammen: Hendrik Sattelmair aus Leegebruch und Torsten Trautvetter aus Oranienburg (sie übernehmen unter anderem die Kastrationen), André Czetö aus Hohen Neuendorf und Gerlinde Braune aus Oranienburg behandeln die Katzen nach Bedarf. Zirka 50 Kastrationen pro Jahr werden von den Oranienburger Tierfreunden veranlasst, eine allein kostet im Durchschnitt etwa 120 Euro. Die Stadt Oranienburg unterstützt die Arbeit des Vereins, der von Angelika Bartsch (Vorsitzende), Dirk Blettermann (Stellvertreter), Elke Weiss (Kassenwartin), Dietlind Taubert (Schriftführerin) sowie den Beisitzern Steffen Bartsch und Michael Runschke geführt wird. Im Jahre 2017 erhielt der Verein mit seinen 100 Mitgliedern für das ehrenamtliche Engagement den „Ehrenpreis der Stadt Oranienburg“.

Katzenzimmer im Haus umgebaut

Elke Weiss hat für die Betreuung der Katzen zwei Zimmer ihres Hauses umbauen lassen, damit sie ideale Bedingungen haben: Fliesen auf dem Fußboden, Fliesen halbhoch an der Wand, Kratzbäume, Klettermöglichkeiten, Katzenklo, Rückzugsorte, Fressstellen, viel Licht – ein wahres Paradies. Bis zu 13 Katzen kann sie aufnehmen. Wenn die Katzen eine der vier Pflegestellen der Oranienburger Tierfreunde verlassen, sind sie gesund, gechippt und registriert. Vergangenes Jahr wurden 71 Katzen vermittelt. Rocket wird eine der nächsten sein.

Im Internet sind die Oranienburger Katzenfreunde zu finden unter www.katzen-oranienburg.de.

Von Stefan Blumberg

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