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Oranienburg Waschen, schneiden, legen - und das seit 110 Jahren
Lokales Oberhavel Oranienburg Waschen, schneiden, legen - und das seit 110 Jahren
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01:15 15.07.2018
Friseurmeisterin Ellen Lindenberg frischt die Frisur von Isabell Brandenburg (29) auf. Quelle: Jeannette Hix
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Oranienburg

Angeblich sollen Frauen Männern ja zuerst auf die Hände gucken und Männer den Frauen auf die Augen. Ellen Lindenberg (48) dagegen guckt immer zuerst auf die Haare. Die Friseurmeisterin feiert in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen. „Unser Unternehmen gibt es seit 110 Jahren. Ich leite den Laden seit 20 Jahren in vierter Generation und unsere Friseur-Familie ist jetzt 55 Jahre in Oranienburg ansässig“, sagt Ellen Lindenberg, die von der Friseur-Innung gerade ihren Silbernen Meisterbrief bekommen hat. Damit konnte sie nicht nur die Übergabe des Meisterbriefes, sondern auch ihr 25-jähriges „Meister-Jubiläum“ feiern.

Uropa und Friseurmeister Adolf Lindenberg hat noch Zähne gezogen

Angefangen hat alles mit Uropa Adolf Lindenberg, der seinen ersten Friseur-Laden in Schwante aufgemacht hat. Damals zog der Friseur noch die Zähne. Sein Sohn Herbert zog dann nach Velten in die Mühlenstraße. Ellen Lindenbergs Vater Peter (heute 78) und Mama Brigitte (74) verlegten den Laden dann am 1. Februar 1963 in die Sachsenhausener Straße in Oranienburg, um 1995 einen neuen Laden in der Lehnitzstraße 22 aufzumachen.

Diese Friseur-Utensilien sind bis zu 100 Jahre alt. Sie gehörten Ellen Lindenbergs Ur-Opa Adolf Lindenberg. Der Friseurmeister zog noch Zähne. Quelle: Jeannette Hix

Seit 55 Jahren heißt es im Salon: Waschen, schneiden, legen, bitte!

Dort heißt es heute noch: „Einmal waschen, schneiden, legen bitte“. „Schon als Kind war ich nach der Schule im Laden und hab’ meinen Eltern beim Frisieren zugeschaut“, erinnert sich Ellen Lindenberg. In die Fußstapfen ihrer Eltern wollte sie damals aber nicht treten. „Ich wäre sehr gerne Blumenbinderin geworden“, erzählt sie. „Aber zu DDR-Zeiten, musste man zur Lehre nach Dresden oder nach Leipzig ins Internat. Und damals wie heute konnte ich mir nicht vorstellen, von zu Hause wegzugehen.“ Also lernte Ellen Lindenberg was „auf der Hand lag“ – Friseurin. Schließlich hatte sie schon als Schülerin oft ihrer Freundin Kerstin die Haare gemacht, mal gewaschen, mal gefönt. Noch heute haben die zwei Kontakt. „Ich wollte unabhängig sein. Darum ging ich nicht bei meinen Eltern in die Lehre, sondern habe bei der PGH Hohen Neuendorf gelernt“, sagt Ellen. Mit Erfolg, wie man heute sieht. Obwohl es rundherum im Kiez viele Friseurläden gibt, halten Ellen Lindenberg und ihren acht Kolleginnen die Stammkundschaft die Treue. „Mein Beruf erfüllt mich“, sagt Ellen Lindenberg. „Es ist sehr befriedigend, wenn die Kunden mit einem Lächeln den Salon verlassen, glücklich und zufrieden sind.“ Natürlich freut sie sich auch über ein Lob, wie „das haben Sie aber wieder schön gemacht – Frau Lindenberg“.

Hat gleich die Haare schön: Ingo Hofmann (64) aus Oranienburg. Quelle: Jeannette Hix

Eigentlich wollte Ellen Lindenberg Blumenbinderin werden

Obwohl der Weg dahin auch manchmal steinig ist. Nämlich dann, wenn Kunden sich Frisuren wünschen, die mit dem vorhandenen Haar nicht möglich sind, oder nicht zur Kopfform passen. Dann ist Feingefühl angesagt. „Wer ein eher rundliches Gesicht hat, sollte besser keinen Pony tragen“, meint die Expertin. „Denn der macht den Kopf kleiner.“ Leute mit einem eher länglicherem Gesicht dagegen können gut einen Pony tragen. Für die ist ein Bob-Schnitt ideal.“

Als Ellen Lindenbergs Eltern damals in den wohlverdienten Ruhestand wechselten, übernahm Ellen nicht nur den Laden, sondern auch die Mitarbeiter. Eine Kollegin vom „Urgestein“ ist Gabi Baumgarten, die seit 36 Jahren mit an Bord ist und hier einst gelernt hat. „Ich hab’ schon der Ellen zur Jugendweihe die Haare gemacht“, sagt Frau Baumgarten. „Das Schöne hier ist, dass ich mich frei entfalten kann. Auch das Betriebsklima stimmt.“

Die Liebe zu den Blumen hat Ellen Lindenberg aber nicht verlassen. So bald der Salon geschlossen ist, düst sie mit ihrem Labrador Charly in den kleinen Garten in Oranienburg. Dort wächst und blüht alles, was bunt ist – von der Rose bis zum Sonnenhut. Sie hat eben nicht nur ein Händchen für die Haare, sondern auch noch den Grünen Daumen. Ob es für den Laden noch eine 5. Generation gibt, ist noch offen – Sohn Dennis (23) hat mit dem Handwerk nichts am Hut.

Von Jeannette Hix

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