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Der Magier des Lichts

Oranienburg Der Magier des Lichts

Lars Murasch ist auf den großen Events zu Hause. der 37-Jährige Potsdamer setzt den Jahreswechsel am Brandenburger Tor ebenso in Szene wie die Botanische Nacht, die Schlössernacht in Potsdam – und auch wieder die Oraneinburger Schlossparknacht. Seine Philosophie der Show: „Ich mache nichts zweimal.“

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Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor.

Quelle: David Marschalski

Oranienburg. Der Potsdamer Lichtdesigner Lars Murasch setzt auch in diesem Sommer die Oranienburger „Schlossparknacht“ ins rechte Licht. Der Globalplayer in Sachen Licht-Illusion hat sich gerade den Schlosspark angesehen. Und Neues im Gepäck. Zwei Tonnen Stromkabel wird er für den 13. August brauchen.

MAZ: Haben Sie eigentlich mehr Lampen in der Wohnung als andere Leute?

Lars Murasch: Ja, mehr als Otto Normalverbraucher auf jeden Fall. Ich probiere vieles aus, messe das Licht, programmiere Shows. Da werden sich die Nachbarn schon das eine oder andere Mal gewundert haben.

Sie sind jetzt 37 und seit 20 Jahren dabei. Wie wird man eigentlich Lichtdesigner?

Murasch: Ich habe ursprünglich eine pyrotechnische Ausbildung. Bei Veranstaltungen gehen alles Hand in Hand – Feuerwerk und Lichtshow. Ich habe mich viel mit der Materie beschäftigt, bin da allmählich reingewachsen.

Sie sind auch international unterwegs. Wo gerade?

Murasch: Jeden Sonntag auf Ibiza. Ein Hamburger DJ legt dort „Pacha-Club“ auf. Er hat ganz klare Vorstellungen von der Show und dem Licht. Da bin ich über den Sommer jeden Sonntag dabei.

Wie gehen Sie bei einem Auftrag denn an die Sache ran?

Murasch: Das Wichtigste ist das Budget: Was habe ich, was kann ich dafür tun. Wie viele Leute brauche ich. Meine Ausrichtung ist: Ich machen nichts zweimal. Dann gehe ich auf Suche nach Neuem, Interessanten, Altem.

Was ist gerade Trend?

Murasch: Die klassische Lichterkette. Lange war sie verschwunden, jetzt ist sie wiederentdeckt und unsere Ketten sind fast immer unterwegs.

Und was haben Sie sich für die Schlossparknacht ausgedacht?

Murasch: Da sind ja Objekte, die für die Beleuchtung gesetzt sind, wie die Orangerie und das Schlossparktor. Mit ganz neuem Material werden wir die Kanäle beleuchten, sie mit Unterwasserkugeln in Szene setzen. Gestern haben ich einen Plan für den Park gemacht. Danach erstelle ich die Aufbaulisten, machen im Kopf das Skelett für die Show. Am 11. August fangen wir an mit dem Stromverteilen und dem Aufbau. Heute gibt es ja sehr leistungsfähige Akku-Scheinwerfer, die schaffen zehn Stunden. Aber zwei Tonnen Kabel brauchen wir trotzdem. Die Herausforderung ist vor allem, das alles im Park zu verteilen.

Wie viele Leute brauchen Sie dafür?

Murasch: Sechs.

Ist in Ihrem Metier auch Stromsparen angesagt?

Murasch: Ich gehöre ja zur Generation die gern Strom spart. Inzwischen ist alles umgerüstet auf LED. Früher haben wir mit einem Scheinwerfer mit 2000 Watt einen Baum beleuchtet, heute leuchten dafür 30 Scheinwerfer. Es wird 20 Prozent des Stroms von damals verbraucht. Beim „Rock am Ring“ standen zum Beispiel früher fünf Stromaggregate hinter der Bühne, heute noch eins. Die Szene ist green geworden.

Hat sie ein Job mal ganz besonders beeindruckt?

Murasch: Da rief mal Babelsberg an, die brauchten am Set besondere Lichteffekte. ich bin mit einer Kiste Lampen hin, habe gezeigt, was so möglich ist. Da klopft mir ein Kameramann auf die Schulter und sagt: Wir brauchen dich hier drei Wochen. Inzwischen habe ich mehrere Hollywoodstreifen begleitet, eine neue Nische für mich entdeckt. 2015 war ich für den Horrorfilm „A cure für Wellness“ zum Beispiel bei Drehs in der alten Klinik in Beelitz und auf der Burg Hohenzollern dabei, die mehrere Tage komplett gesperrt war.

Was fasziniert Sie an ihrem Job bis heute?

Murasch: Dass man mit Licht immer neue Illusionen erzeugen kann und einen Ort in völlig neuem Licht ganz anders aussehen und wirken lassen kann.

 

Von Heike Bergt

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