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Der OHC kriegt gegen Bernburg die Kurve

3. Handballliga: 856 Fans in Oranienburg Der OHC kriegt gegen Bernburg die Kurve

„Wir haben es eben ein bisschen spannend gemacht“, sagte Stephan Kleinert nach dem Abpfiff am Sonnabend mit einem Schmunzeln im Gesicht. Seine Mannschaft, der Oranienburger HC, gewann in der 3. Handballliga das dritte Spiel in Folge. Auf der Zielgeraden machte das Team den Sack mit zwei Siebenmetern zu.

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Kapitän Robin Manderscheid war am Sonnabend der Vorzeigekämpfer im Team.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburger HC – SV Anhalt Bernburg 24:21 (9:13). Auch wenn er Sportlaie ist, traf Showstar Wolfgang Lippert – am Sonnabend Gast beim Oranienburger HC – den Nagel auf den Kopf: „Ihr habt eine ganz schlaue Dramaturgie gewählt, das war ausgebufft.“ Der Spielverlauf setzte die 856 Zuschauer 60 Minuten lang unter Strom. Die Anspannung wuchs von Minute zu Minute – und entlud sich mit tosendem Applaus erst kurz vor dem Abpfiff, als der Sieg feststand.

Abgesehen vom 1:0 lagen die Hausherren ständig hinten. „Wir haben viele Fehler gemacht, schwach geworfen“, beschrieb Moritz Bruck das Spiel seiner Mannschaft. Kurze Pässe kamen nicht an, gut gemeinte Anspiele waren übermotiviert und verfehlten den Nebenmann, Fußfehler unterbrachen das Spiel. Dazu hatte der Bernburger Keeper Artur Gawlik einen glänzenden Tag und kaufte insbesondere Dominic Kehl so manchen Wurf ab. „Aber diese Würfe musste ich mir nehmen. Es war das erste Mal, dass der Torwart immer in dieselbe Ecke gegangen ist. Da, wo ich hingeworfen habe“, verteidigte sich der Top-Torjäger der Liga (184 Treffer). Das sieht auch Trainer Christian Pahl so: „So schlecht war das in der ersten Halbzeit gar nicht. Die Abwehr stand. Die Chancen haben wir gut herausgespielt. Bernburg hatte einen guten Torwart.“ Was ihn ärgerte: „Wir haben so viele Fehler gemacht. Solche Dinge, die wir seit Wochen ansprechen, um sie zu verhindern – und trotzdem passieren sie.“ Wenn nicht Oranienburgs Torwart Ivan Szabo so hervorragend gehalten hätte, wäre der Rückstand in der ersten Halbzeit wohl weitaus höher gewesen. 3:6, 5:9 und 9:13 hieß es zur Pause. Nur neun von 21 Würfen gingen ins Tor.

„Wir spielten nach der Pause aber ruhig weiter“, so Moritz Bruck, der im Verlauf der zweiten Hälfte auf die Linksaußenposition gestellt wurde und mit zwei gescheiten Treffern wesentlich zum Happy-End beitrug. Der OHC senkte die Fehlerquote – und pirschte sich an die Bernburger heran; nach dem 10:14 auf 13:14. Das Tor von Kehl zum 17:16 war wieder die erste Führung (48.). Die hielt der OHC fest. In dieser Phase Mitte der zweiten Hälfte lagen einige „Big points“ auf Oranienburger Seite: Das Schirigespann Klinke/Klinke ließ einen gehaltenen Siebenmeter von Kehl wiederholen, weil ein Gegenspieler den Abstand nicht eingehalten hatte. Im zweiten Versuch traf der Linkshänder dann wie gewohnt sicher. Ivan Szabo parierte mehrfach prächtig, einmal sprang der Ball vom OHC-Tor von Innenpfosten zu Innenpfosten, zweimal verzogen die Bernburger beim Gegenstoß. „Ivan war immer im richtigen Moment zu Stelle. Unser Spiel lebte von seinen gehaltenen Bällen“, lobte OHC-Rückraumspieler David Sauß. Er hatte noch vor einer Woche beim Sieg auf Usedom gesagt, dass die Mannschaft im Spiel gegen Bernburg eine Schippe drauflegen müsse. „Das ist uns heute gelungen.“

„Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben, gerade die zwei Konter, in denen die Bälle neben das Tor gehen, tun weh“, sagte Gäste-Coach Christian Pöhler in der anschließenden Pressekonferenz. Pöhler musste feststellen, dass sein Team die Leistungen aus den Sensationssiegen gegen Magdeburg II und Dessau nicht wiederholen konnte. Bis anderthalb Minuten vorm Ende blieb Bernburg dran (22:21), ehe Shooter Dominic Kehl mit zwei Siebenmetern den Deckel auf den Sieg machte. „Wir wollten nach dem Hinspielsieg gegen Oranienburg jetzt auch gewinnen und vier Punkte gegen die Mannschaft holen. Das hat leider nicht geklappt“, so Christian Pöhler, der die Stimmung in der MBS-Arena als eindrucksvoll beschrieb. „Da macht es auch Auswärtsmannschaften Spaß, zu spielen“.

Vor den Zuschauern zog auch Christian Pahl den Hut. „Tausend Dank für die Unterstützung. Ich glaube, wir hatten in der ersten Halbzeit unseren Kredit bei den Zuschauern verspielt. Aber den zahlten wir bis zur 45. Minute wieder zurück.“ Seine Mannschaft habe nicht aufgegeben. Er nennt Kapitän Robin Manderscheid, der sich ständig aufgerieben habe; Ivan Szabo, der immer im rechten Moment da war; Stephan Kleinert, der im Mittelblock einen Weltklasse-Job ablieferte und den verletzten Janis Bohle super vertrat; Rückraumspieler Moritz Bruck, der auf der Linksaußenposition entscheidende Tore erzielte; Robert Stelzig, der in der Woche zuvor kaum trainieren konnte; Dominic Kehl, der immer aufs Neue traf. „ Ich freue mich sehr, dass wir gegen Bernburg gewonnen haben. Für mich ist Christian Pöhler ein sehr, sehr guter Trainer, für mich ein Vorbild. Ich besuche bei ihm auch Fortbildungsveranstaltungen. Um so schöner, dass wir gewinnen konnten.“

Diese beiden Punkte sollen nicht die letzten in dieser Saison sein. „Nach der schwierigen Phase zum Beginn der Rückrunde haben wir jetzt trotzdem 23 Punkte. Das gab es zu diesem Zeitpunkt in den vergangenen Jahren selten. Das sollte keiner vergessen. Nach dem 5. Platz im Vorjahr denke ich manchmal, ’die Geister, die man rief...’ Ich bin froh, dass uns der Vorstand immer den Rücken gestärkt hat. Und ich hoffe, dass jetzt wieder etwas Ruhe einkehrt.“

Von Stefan Blumberg

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