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Oranienburg Dieser Oranienburger will auf einen 7000er klettern
Lokales Oberhavel Oranienburg Dieser Oranienburger will auf einen 7000er klettern
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16:08 19.06.2018
Das Wandern ist des Weigels Lust – hier ist Torsten in Georgien. Quelle: Marten Zimmermann
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Oranienburg

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen, lautet ein Sprichwort. Wenn Torsten Weigel (29) aus Oranienburg eine Reise macht, kann er nicht nur viel erzählen. Er nimmt auch mindestens zehn Tafeln Schokolade aus der Heimat mit, um auf hohen Bergen seinen Zuckerhaushalt im Lot zu halten. Auf seiner aktuellen Reise ist der Berg diesmal sehr hoch: 7134 Meter. Der Fotograf und Journalist düst am 7. Juli über Moskau nach Kirgisistan, um dort den „Pik Lenin“ zu erklimmen. Zwei Jahre lang hat er sich auf diese Tour vorbereitet. Dafür auf drei Kontinenten wie Europa, Südamerika und Asien in vier Gebirgen 30 Gipfel bestiegen. Projekt 7000 hat er die Aktion nach der Berghöhe des „ Pik Lenin“ genannt.

Extrem-Tour mit elf Begleitern

Neben der Schokolade hat Torsten Weigel auch noch elf weitere Mitstreiter im „Gepäck“ (zwei davon kommen auch aus Oranienburg). Alle haben sich auf die Extrem-Tour gut vorbereitet, waren beim Projekt 7000 von Anfang an dabei. „Der jüngste Teilnehmer ist 26, der Älteste 54 Jahre alt“, sagt Torsten Weigel. „Gemeinsam machen wir uns im Projekt auf den Weg, um Berge zu besteigen, abgelegene Regionen zu erkunden und das Gespräch mit den Einheimischen zu suchen“, sagt der Ex-Triathlet, der derzeit zehn Stunden pro Woche joggen geht, Krafttraining macht, Treppen mit 20 Kilo Gepäck hoch rennt und Klettern geht, um für die große Herausforderung gut gerüstet zu sein.

Seit jeher den Bergen verfallen

Schon als kleiner Junge hat es den Oranienburger Buchautoren („Abenteuer Südhalbkugel“, Malik, 15 Euro) in die Berge gezogen. Na ja – eigentlich wurde er ja „gezogen“ – von seinen Eltern. „Meine Familie hat oft Urlaub in den Alpen gemacht. Schon damals habe ich das Wandern und die Berge lieben gelernt“, sagt Weigel. Auch sein Opa Wolfram brachte Klein-Torsten schon als Steppke die Natur näher. „Wir haben Sterne beobachtet und waren Pilze suchen. Die Neugier, etwas Neues zu entdecken, ist auch heute noch das, was mich antreibt“, sagt Torsten Weigel, der darum auch Geografie studiert hat und eigentlich auch Pilot werden wollte. „Doch nach einem freiwilligen Sozialen Jahr und einem längeren Aufenthalt in Peru war mir klar - ich wollte etwas Nachhaltiges machen, etwas, das bleibt“, sagt Weigel. Und weil er schon als Jugendlicher über seine Naturabenteuer und Familienreisen für Zeitungen wie die MAZ schrieb, wurde er peu a`peu Journalist und Fotograf.

Journalist und Fotograf Torsten Weigel. Quelle: Privat/Torsten Weigel

In seinem jungen Leben hat er schon 46 Länder bereist – von Aserbaidschan bis Zypern. „Aber mir kommt es nicht auf die Quantität, sondern die Qualität der Reisen an. Was mich antreibt, ist der Wunsch, verschiedene Facetten unseres Planeten zu erleben und zu erfassen. Dafür bin ich bereit, die Komfortzone zu verlassen und an meine Grenzen zu gehen. Denn die spannendsten Geschichten und beeindruckende Naturschauspiele erlebe ich oft in abgelegenen Regionen und fernab der täglichen Routine“, sagt der junge Mann, der auch seine Reise-Geschichten bloggt und Vorträge in Schulen und bei Abendveranstaltungen hält.

Viele Gedanken über die Rolle des Menschen auf dem Planeten

„Auf meinen Reisen werde ich immer wieder mit meinen Stärken und Schwächen konfrontiert und denke dabei viel über die Rolle des Menschen auf unserem Planeten nach.“ Trotz aller Erfahrung hat Torsten Weigel einen großen Respekt vor den Kräften der Natur. „Demut ist da draußen der Schlüssel zum Überleben“, sagt er und erinnert sich an ein einschneidendes Erlebnis seiner Jugend: „Da standen wir in Südtirol auf einem Klettersteig und urplötzlich zog ein Gewitter auf. Die Karabiner begannen zu summen und die Haare richteten sich auf. Das war eindrucksvoll und furchteinflößend.“

Torsten Weigel on Tour. Quelle: Privat/Torsten Weigel

Und selbst gut trainierte, junge Menschen wie Weigel müssen auf ihre Tagesform achten – nicht jeder Tag ist gleich. Einmal wäre der junge Mann auf Kreta fast abgestürzt. „Ich war klettern nur in 50 Metern Höhe. Aber es war sehr warm an diesem Tag. Da hat mein Körper einfach schlapp gemacht.“ Ein anderes Mal in Bolivien hat er einen Berg ohne Sicherheitsseil erklommen und sich verstiegen - im gefährlichen Rückwärtsgang ging es zurück. Momente wie diese sind es, die Weigel haben vorsichtiger werden lassen. Er selber bezeichnet sich als akribischen Planer – und nimmt lieber eine Tafel Schokolade mehr mit.

Von Jeannette Hix

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