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Oranienburg Dicker Fisch an der Angel: Ein-Meter-Hecht geht ins Netz
Lokales Oberhavel Oranienburg Dicker Fisch an der Angel: Ein-Meter-Hecht geht ins Netz
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02:20 31.05.2018
William Schwarz (20) aus Oranienburg hat gemeinsam mit seinem Vater Thoralf (45, r.) einen ein Meter großen Hecht gefangen. Quelle: privat
Oranienburg

Was manche in ihrem ganzen Leben nicht einmal am Haken haben, gelang William Schwarz (20). Der junge Mann, der gerade in den Prüfungen zum Fach-Wirtschaftsabitur steckt, zog nach einem langen Kampf einen Meter großen Riesen-Hecht aus dem Stechlinsee. „Bloß gut, dass mein Vater dabei war. Ohne ihn hätte ich den dicken Brocken nie an Land bekommen“, sagt William.

Es war ein sonniger Morgen als Thoralf (45) und William Schwarz sich in den weißen BMW setzten und die rund 50 Kilometer von Oranienburg zum Stechlinsee düsen. „Gegen 9 Uhr morgens war es etwa, als wir am See ankamen“, erzählt Thoralf Schwarz. Für acht Euro kaufen sie sich eine Angelkarte, leihen sich für 32 Euro ein Boot aus und dann ging’s ans Rudern. „Wir blieben aber in Ufernähe und suchten uns einen umgefallenen Baum, der im Wasser lag“, erzählt William. „An Stellen wie diesen ruhen die Hechte am liebsten.“

„Wir blieben immer in Ufernähe.“

Und dann saßen die zwei in einem Boot. Angeln checken, kurzer Zug am Spinner (Blinker), ob er auch gut verknotet und fest genug ist, und dann wurden die Angeln ausgeworfen. Mit einem leisen Platsch landete der Spinner im Wasser, um dann mit sanften Bewegungen zurück ins Boot geholt zu werden. Und wie das beim Angeln so ist, war nun Warten angesagt – die Ruhe und Momente, die viele Angler so schätzen, wenn der Blick weit über den See streifen kann und man diese Stille rundherum spürt. Und während es an der Angel von Thoralf Schwarz immer wieder zuppelte und er fünf Hechte zwischen 50 und 65 Zentimeter und einen 40 Zentimeter großen Barsch aus dem Wasser zog, war bei seinem Sohnemann eher tote Hose angesagt. „Ich hatte in all den Stunden nur eine kleine, etwa 30 Zentimeter große Plötze an der Angel. Zwei weitere Fische haben zwar gebissen, sind aber wieder von der Angel abgefallen“, erzählt William, der schon als fünfjähriger mit seinem Opa Dieter angeln ging und schon seit Jahren im Angelverein ist.

„Bei umgestürzten Bäumen, die im Wasser liegen, ruhen Hechte gerne.“

Doch dann – 14.45 Uhr – ging durch die Angel plötzlich ein Ruck. Wie schon duzende Male davor, hatte William die Angel in der Nähe des umgefallenen Baumes ausgeworfen, der in dem glasklaren, 412 Hektar großen und bis zu 70 Meter tiefen Stechlinsee lag.

Thoralf Schwarz hatte den Kahn gerade gegen den Wind gerudert. „Ich dachte noch – hänge ich jetzt hier fest oder hab’ ich auch mal was Vernünftiges am Haken“, erinnert sich William Schwarz. Zu seinem Vater sagte er nur: „Ich glaube, ich habe einen Hänger.“ So nennen Angler es, wenn sie irgendwo fest hängen. Doch dann folgte ein Ruck nach dem anderen. „Da war mir gleich klar, dass es sich bei den Rucks nur um Kopfschläge handeln kann“, meint Thoralf Schwarz.

Sein Sohn ergriffen: „Dann sah ich plötzlich in dem glasklaren Wasser diesen Riesen-Schatten, der silbrig im Wasser glänzte. Ich dachte nur noch eines: Den muss ich ins Boot kriegen.“

„Plötzlich ging ein Ruck durch die Angel.“

Doch der Fisch kämpft. Er windet sich so stark und versucht zu entkommen, dass sich mehrmals die Bremse der Angel löst. „Immer wieder habe ich die Bremse festgestellt und weiter die Schnur eingeholt“, sagt William Schwarz.

Erst nach etwa 20 Minuten hat er den Koloss so nah am Boot, dass sein Vater den Kescher unter den Fisch schieben kann. Gemeinsam hieven sie den Koloss ins Boot. Es ist ein Riesen-Hecht. Und allem Angler-Latein zum Trotz: „Wir haben den Fisch noch im Boot vermessen. Er misst einen stattlichen Meter“, sagt William und stolz schwingt in seiner Stimme mit.

Der Kampf dauerte 20 Minuten – dann war der Fisch im Netz

Schnell war der 8,55 Kilo schwere Koloss auch ausgenommen und ein Teil davon landete noch am gleichen Tag gebraten und lecker gewürzt samt Kartoffelbrei und Dillsoße auf dem Tisch. Die anderen drei Portionen liegen nun im Tiefkühlfach. „Im Ofen gebacken und gefüllt mit Gemüse-Allerlei, Tomaten und Zwiebeln schmeckt er auch sehr gut“, mein Thoralf Schwarz. Dazu gibt’s eine selbst gemachte Dillsoße aus dem Sud vom Fisch, mit Mehlschwitze angedickt.

„Die gebratenen Hecht-Filets waren mit das Leckerste, das ich je auf dem Teller hatte“, schwärmt William Schwarz. Und sein Vater meint: „Ich denke, das ist der Fisch deines Lebens. Ich selbst habe nicht mal in Norwegen so einen großen Fisch gefangen. Mein größter Fang war bisher ein 98 Zentimeter großer Leng, den ich in Norwegen aus dem Wasser geholt habe.“

Von Jeannette Hix

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