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Oranienburg Simsonsclub trifft sich in Gemendorf
Lokales Oberhavel Oranienburg Simsonsclub trifft sich in Gemendorf
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00:27 01.09.2018
Die Vorbereiter vom Simson-Club. Hauptpreis der Tombola ist diesmal eine Schwalbe, Baujahr. 1965. Quelle: Enrico Kugler
Germendorf

Sie heißen Schwalbe, Spatz, Habicht und Star. Die Mopeds und Motorräder der Marke Simson aus Thüringen kurvten zu DDR-Zeiten zu Tausenden über die Straßen. „Dann wollte sie keiner mehr haben, aber heute sind sie wieder Kult“, findet nicht nur Stefan Balk.

Sie haben Namen wie Schwalbe, Spatz, Habicht und Star. Zu Zeit der DDR sah man sie an jeder Ecke, bevor sie von der Bildfläche verschwindeten. Jetzt sind sie Kult.

Der 41-jährige Germendorfer gehörte 2014 zu den Gründungsvätern der „Eastbirds Oberhavel“. Inzwischen gehören 13 zum Simsonclub und bei den Ausfahrten schließen sich weit mehr an. Am Sonnabend, 1. September, laden die Simson-Freaks zum „2. Ostalgietreffen“ auf dem Festplatz in Germendorf ein. Dort erlebte es 2017 seine Premiere. Mehr als 2000 Fans der Zweiräder kamen. Und so viele werden auch am Sonnabend ab 10 Uhr wieder erwartet.

Stefan Balk, im richtigen Leben selbstständig im Montageservice, hat sein erstes Moped SR 2E am Straßenrand im Germendorf gekauft. „Dann nahm alles seinen Lauf“. Heute ist er längst vom Simson-Virus befallen und hat zwei Stare, zwei Spatzen – ist mit insgesamt fünf Zweirädern unterwegs. „Ich bin damit groß geworden, die sind einfach unverwüstlich. Und bei den Treffen versammeln sich Gleich-Verrückte und fachsimpeln. Vom ersten Wort an gehört man dazu.“

Je originaler, desto teurer sind die Simsons

Das schätzt auch Sven Wolke (39) aus Hohen Neuendorf. Er ist von Beruf Tischler und arbeitet als Sonnenschutztechniker. Er stieß vor drei Jahren zur Simson-Truppe. Mit Glück würde man alte Mopeds finden, „aber die berühmten Scheunenfunde, die gibt es nicht mehr. Je mehr originale Teile dran sind , um so teurer“, beschreibt er den Markt. Sein erstes Gefährt hat er für 300 Euro erworben, „das würde heute wohl 1500 kosten“. Inzwischen wollten auch seine beiden Töchter, fünf und zehn Jahre alt, regelmäßig mitdüsen.

Beim diesjährigen Saisonauftakt ging es am 1. Mai nach Bernau: Via Facebook wird sich vorher schon verabredet: 133 Fahrzeug schlossen sich dem Tross an. Ein toller Anblick mit „dem tollen Duft der Freiheit“, sagt Sven Wolke mit einem Augenzwinkern zur Auspuffwolke.

Auch die Frauen seien bei Treffen mit eingespannt. Obwohl manche schon weiß: Wenn ihr Mann in die Garage oder in den Schuppen verschwindet, dann kann das wieder dauern. So ähnlich ist es auch bei Heiko Tschischke aus Birkenwerder. Der 42-jährige Mitarbeiter der Bundespolizei hatte seine SR 2 einst vom Nachbarn zur Jugendweihe bekommen. Der war Forstarbeiter und mit der „Knatterkiste“ samt Anhänger im Wald unterwegs. Nach der Wende geriet das Zweirad in Vergessenheit, „bis meine Eltern mal sagten, ich solle das Ding doch abholen, es steht da rum und verstopft die Garage“.

An den Simsons wird viel geschraubt

Seit drei Jahren nun gehört auch Heiko Tschischke zum Verein der „Ostvögel“. Er findet an den Gefährten so schön: „Dass die nur 50 Kubik haben und nicht mehr als 60 fahren dürfen, aber das ist das einzig Feste, ansonsten kann man umbauen, was der Geldbeutel hergibt.“ Sein Zweirad ist Baujahr 1964 und bis auf das Radlager noch im Originalzustand. „Ich fahre es nur bei Ausfahrten“, ansonsten hat er noch einen Automatikroller von Simson, die nach der Wende hergestellt wurden.

Was das Schönste an den Kult-Vögeln ist? Da sind sich alle Männer – es gibt auch eine Frau im Verein – einig: Langsamer unterwegs zu sein, ist schöner. Und dann ist dann das Geräusch und der „Duft“ ..... Wer auch infiziert ist oder sich anstecken lassen möchte vom Simson-Gefühl, der ist am 1. September ab 10 Uhr bis in die Nacht auf dem Festplatz am Germendorfer Sportplatz genau richtig.

Von Heike Bergt

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