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Oranienburg Diskussion um Oranienburger Wochenmarkt
Lokales Oberhavel Oranienburg Diskussion um Oranienburger Wochenmarkt
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08:25 29.07.2016
Frisches Gemüse – das ist es, was Marktbesucher wollen. Doch bekommen sie das in Oranienburg auch? Quelle: Roeske
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Oranienburg

Seit Anfang des Jahres betreibt Priska Krüger den Oranienburger Wochenmarkt. Jetzt wirft sie das Handtuch. Für sie war es ein „dickes Minusgeschäft“. Gegen Vorwürfe, die Stadt habe sie nicht unterstützt, wehrt sich Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (MAZ berichtete). Jetzt kommen die Oranienburger und Marktgänger beziehungsweise -fernbleiber selbst zu Wort. Wir hatten gefragt: Braucht Oranienburg überhaupt einen Wochenmarkt?

Jennifer Collin, SPD-Bürgermeisterkandidatin, meint, die Bedingungen seitens der Stadt seien für einen Markt sehr gut. Potenzial sei vorhanden. „Letztendlich braucht so ein Markt aber auch Akteure und Betreiber, die mit Herzblut dabei sind und eine enge Bindung sowohl zu den Kunden als auch zu den Verkäufern eingehen.“ Das vermisse sie momentan. Was ihr fehlt: Werbung für den Markt.

Darauf weist auch Leser Torten Cornelius aus Oranienburg hin. „Ich habe in Oranienburg nirgends Werbung für einen Wochenmarkt gesehen“, schrieb er auf unserer Facebook-Seite.

Als Yvonne Trenner noch die Marktleitung inne hatte, gefiel es der SPD-Stadtverordneten Meike Kulgemeyer ebenfalls besser: „Rührei zum Mittag war einfach top. Wir haben versucht, jeden Freitag vorbei zu fahren.“ Für sie ist klar, dass so ein Markt nicht funktioniert, wenn er aus der Ferne betrieben wird. Da könne es schon passieren, dass Händler eher Feierabend machen und Kunden dadurch verärgert nach Hause gehen.

Yvonne Lehmann besucht den Markt regelmäßig. Sie vermisst seit dem Betreiberwechsel die gute Stimmung am Schlossplatz. „Ein Mittagsangebot, das Leute aus den Büros anzieht, gibt es auch nicht mehr“, schreibt sie uns.

Extra aus Bergfelde nach Oranienburg gefahren ist Holger Lehmann, um sich den Wochenmarkt anzuschauen. Die Besuche beschreibt er als ein „Glücksspiel“. „Wollte man orientalische Pasten, war dieser Händler nicht da, wollte man polnischen Ziegenkäse, war es der polnische Händler, der nicht da war.“ Er spricht von einer schlechten Führung seitens der Betreiberin und er geht noch einen Schritt weiter: Der Wochenmarkt in Oranienburg sei „der schlechteste Markt, den wir kennen“. Jetzt fährt Holger Lehmann wieder nach Pankow auf den dortigen Markt. Die Parkplatzsituation sei schlecht, aber die Händler wenigstens immer vor Ort. Trotzdem wünscht er sich einen belebten Markt in Oranienburg unter „einem neuen, zuverlässigen Betreiber.“

Während Facebook-Leserin Maria Madi aus Oranienburg denkt, dass ihre Stadt keinen Markt braucht, da er „sich nicht rentiert“, ist Arne Probandt anderer Meinung. Für den gebürtigen Berliner, der seit Oktober 2012 in Lehnitz wohnt, gehört ein Wochenmarkt zu einer Kreisstadt wie das Grillen zum Sommer. „Die Fragen sind, ob der Standort und der Wochentag optimal gewählt wurden“, schreibt er. Er bringt die Flächen vor dem alten Runge-Gymnasium und der Post ins Spiel. Das sei bahnhofsnah. Der kleine Markt am Schloss hätte jedoch etwas Romantisches an sich. Allerdings befände sich vor Ort nichts außer der Bibliothek sowie der Stadt- und Kreisverwaltung. Für die Mitarbeiter eine gute Gelegenheit, regional einzukaufen – davon könne der Markt aber nicht leben. Laufkundschaft vom Zentrum oder Bahnhof käme oft nicht einmal in die nähe des Marktes. „Folglich ist der Standort für schöne Bilder geeignet, aber nicht um ein Geschäft zu machen.“ Zudem verweist er auf die Konkurrenz im Internet, wo man sich Bio-Produkte auch nach Hause liefern kann. „Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um die Kunden vom PC wegzulocken“, so Arne Probandt.

Für Monika Schubert aus Leegebruch war der Einsturz des Markttreibens absehbar. Schon vor Monaten hätte sie einen Stadtverordneten auf das Thema aufmerksam gemacht. Für sie müsste auf einem solchen Markt mehr Vielfalt geboten werden. „In Hennigsdorf klappt das ganz gut“, schreibt sie. Billige Kleiderhändler müssten nicht zuhauf sein, aber ein oder zwei könnten ihrer Meinung nach schon vor Ort sein. Auch für sie ist der Standort unbefriedigend. „Der ist für Senioren und Menschen mit Rollator oder Rollstuhl vollkommen ungeeignet, da die Marktstände sehr eng aufeinander stehen.“

Monika Schubert geht aber noch weiter. Die Busanbindung aus Oranienburg-Süd oder Weißen Stadt seien zwar vorhanden, aber die Bushaltestellen zu weit entfernt. Sie fragt: „Warum kann der Wochenmarkt nicht in die Bernauer Straße ziehen?“ Zur Lichternacht und „Koofen & Schwoofen“ funktioniere das doch auch. „ Vielleicht könnte darüber nachgedacht werden, den Standort doch noch einmal zu wechseln, bevor der neue Betreiber sein Amt antritt.“

Diskussion: Braucht Oranienburg einen Wochenmarkt, lohnt sich das? Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie uns eine E-Mail an oranienburg@MAZ-online.de oder eine Nachricht auf der Facebook-Seite www.facebook.com/MAZOberhavel

Von Marco Winkler

Seit Anfang des Jahres betreibt Priska Krüger den Oranienburger Wochenmarkt. Ein Minusgeschäft, wie sie sagt. Jetzt hat sie gekündigt und erhebt schwere Vorwürfe, gegen die sich Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke vehement wehrt.

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