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Oranienburg Drogenhandel für Familienglück
Lokales Oberhavel Oranienburg Drogenhandel für Familienglück
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00:42 27.05.2018
Ein 36-jähriger Oranienburger wurde wegen Drogenhandels verurteilt. Quelle: DPA
Oranienburg

Der am Donnerserag (24. Mai) vor dem Oranienburger Schöffengericht verhandelte Fall passt haargenau zum gerade erst Aus dem veröffentlichen Rauschgiftkriminalitätsbericht des Bundeskriminalamtes. Aus dem geht hervor, dass 2017 ein Zuwachs von Drogendelikten um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen sei. 330000 Fälle deckte die Polizei auf – einen davon in Oranienburg.

In der Nacht des 27. August 2017 geriet der Berliner Sebastian B. in eine Verkehrskontrolle. Die Polizisten stellten dabei fest, dass der 34-Jährige unter Drogen stand. Bei genauerer Untersuchung des Pkws fanden sie 43 Gramm Kokain, 981 Ecstasy-Tabletten und 140 Gramm Amphetamin. So wuchs sich die Ordnungswidrigkeit wegen zu schnellen Fahrens zu einer Straftat wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge aus. Um seine eigene Haut zu retten, verriet der Festgenommene seinen Lieferanten und ließ sich kooperativ darauf ein, den Dealer durch einen Scheinkauf an die Beamten auszuliefern.

orderte Über sein Handy orderte der 34-Jährige 300 „Graue“ – damit sind Ecstasy-Tabletten gemeint – zum 6. September an der gewohnten Stelle, dem „Weißen Strand“ in Havelhausen. Die Polizei filmte Übergabe und Bezahlung des „Stoffs“ versteckt. „In dem Augenblick, als das Geld auf dem Autodach gezählt wurde, schlugen wir zu“, berichtete Kriminalhauptkommissar Torsten U. im Zeugenstand. In die Falle getappt war Thomas S. In seinem Auto befanden sich weitere Ecstasy-Tabletten, Kokain, Amphetamine, Marihuana und Haschisch. Bei der anschließend durchgeführten Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten zudem in einer Dachkammer eindeutige Spuren von Kokain, Amphetaminen und typische Utensilien zum Portionieren von Drogen wie zum Beispiel ein Folienschweißgerät.

Mit gesenktem Kopf auf der Anklagebank sitzend, ließ Thomas S. vor dem Gericht eine Erklärung durch seinen Verteidiger verlesen. Er räumte die Taten uneingeschränkt ein. Mit dem Gewinn habe er das Leben seiner kleinen Familie – Frau und Tochter – verbessern wollen. Als Koch war sein Verdienst nicht besonders üppig. Er bereue das zutiefst, wolle aber aus Angst vor Repressalien zur Sache nichts aussagen. Sein Lieferant wäre ein Berliner – das war das Einzige, was die Staatsanwältin aus dem 36-jährigen Oranienburger herausholen konnte.

Aufgrund des Geständnisses und der Zeugenaussagen von Sebastian B. und Torsten U. mussten weitere Zeugen nicht gehört und es konnte plädiert werden. Die Staatsanwältin beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Mit einer Bewährung habe sie allerdings „mächtige Bauchschmerzen“. Der Verteidiger schloss sich dem an und betonte, dass sei Mandant bisher nicht straffällig gewesen sei und die U-Haft große Wirkung gezeigt habe.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Für das erste Jahr bekommt Thomas S. Zudem einen Bewährungshelfer. Alle gefundenen Drogen sowie die 5950 Euro, die Thomas S. bei seiner Festnahme bei sich trug, bleiben beschlagnahmt. Ferner hat er neben den Prozesskosten auch 600 Euro an den Verein „Blaukreuz e.V.“ (Hilfeverein für Suchtkranke) zu zahlen. Da der Verurteilte in ordentlichen familiären Verhältnissen lebt, nicht vorbestraft war und in Lohn und Brot sei, ließe sich dieses milde Urteil vertreten, begründete der Vorsitzende. Bedenklich seien dagegen die erheblichen, vielschichtigen Mengen, um die es in der Verhandlung ging. „Solche Mengen fallen nicht vom Himmel“, kritisierte er.

Von Helmut Schneider

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