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Oranienburg Gammel-Sportplatz bringt Eltern auf den Plan
Lokales Oberhavel Oranienburg Gammel-Sportplatz bringt Eltern auf den Plan
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00:23 01.10.2018
Sportlehrerin Alke Schnell (M.) und die Eltern Reni Piontek (re.) und Mandy Becker zeigen auf eine rutschige Stolperfalle. Wenn Kinder von dort in den Sandkasten springen und rückwärts fallen, können sie sich verletzen. Auch der Splitt ist rutschig und überall wuchert Unkraut. Quelle: Jeannette Hix
Oranienburg

Immer, wenn Lehrerin Alke Schnell (60) von der Havelschule mit den Ein- bis Drei-Klässlern mal Unterricht auf dem Sportplatz macht, ist sie besorgt, dass den Kindern etwas passieren könnte. Der Sportplatz ist nicht nur verwahrlost, sondern auch gefährlich für die Steppkes. „Der Weitsprung-Sandkasten ist von einer Betonkante umgeben, die frei liegt. Kinder können darüber stolpern oder umknicken und sich verletzten. Darüber hinaus ist das Absprungbrett rutschig und viel zu weit entfernt. Springen kleine Kinder von dort ab und fallen zurück auf die Betonkante, kann es zu bösen Verletzungen kommen“, befürchtet die Sportlehrerin. „Ich nutze den Sportplatz mit den Ein- bis Dreiklässern kaum noch aus Sorge, dass was passiert.“ Zwar gab es bisher außer Schürfwunden noch keine ernsthaften Verletzungen. Doch im Laufe ihrer 38-jährigen Amtszeit hat die Lehrerin schon viele Unfälle erlebt – vom Beinbruch bis zum Zunge-Abbeißen.

Das Absprungbrett zum Weitsprungplatz ist nicht nur rutschig und für kleine Kinder zu weit entfernt – sie könnten sich an der Betonkante verletzten, wenn sie nach dem Sprung rückwärts fallen. Quelle: Jeannette Hix

Auch die Eltern sind besorgt. Denn nicht nur der Weitsprung-Sandplatz, sondern auch der Fußballplatz und die Laufbahn bergen ein erhebliches Gefahrenpotenzial. „Der aufgetragene Splitt ist so locker, dass die Kinder darauf gar keinen Halt finden“, ärgert sich Mandy Becker (38), deren Tochter Felice-Lina in die 4e geht.

„Und abgesehen davon, dass die Fußballtore nicht mal Netze haben und die Kinder nach jedem Tor ewig laufen müssen, bis sie den Ball wieder haben, ist der Platz auch extrem uneben“, bemängelt Reni Piontek (39) aus Oranienburg. Ihre Tochter Emma geht in die 4. Klasse der Schule. Einige Kinder sollen schon gestürzt sein. Außerdem sei der gesamte Sportplatz im Sommer so staubig, dass man ihn dann kaum benutzen kann. Auch das wuchernde Unkraut an vielen Stellen kann da schnell zur Stolperfalle werden.

Sportlehrerin Alke Schnell zeigt auf den losen Splitt – Kinder können ausrutschen und stürzen. Quelle: Jeannette Hix

„Ich habe mich für den Platz geschämt, als wir im Sommer hier unseren Sponsorenlauf veranstaltet haben“, sagt die Sportlehrerin. „Das alljährliche Sportfest im Juni findet auf unserem Sportplatz schon gar nicht mehr statt. Dann weichen wir auf den Schlossplatz aus.“

Laut Aussage der Sportlehrerin sei es sehr lange her, dass der Splitt auf dem Sportplatz mal fest gewalzt wurde. Die letzte Überarbeitung soll in den 90er gewesen sein. „Damals wurde der Platz auch einzäunt und etwas erweitert“, erinnert sich Frau Schnell. Damals soll es auch noch einen Platzwart gegeben haben, der sich regelmäßig um den Sportplatz gekümmert haben soll. Er soll den Sportplatz nicht nur vom Unkraut befreit haben, sondern auch den Splitt regelmäßig mit der Walze befestigt haben. Doch als im Sommer 2006 die Allende-Schule auf dem Areal an der Albert-Buchmann-Straße geschlossen wurde, soll auch die Stelle des Platzwartes gestrichen worden sein. „Seit dem verwahrlost der Sportplatz immer mehr“, ärgert sich Frau Schnell.

Die Schulleitung soll die unzumutbaren Zustände schon mehrmals angemahnt haben – doch Abhilfe ist nicht in Sicht. „Die Vermutung liegt nahe, dass man uns vertrösten will“, sagt Reni Piontek. „Denn im Jahr 2021 soll die Torhorst-Gesamtschule Oranienburg nebenan eine neue Turnhalle und einen neuen Sportplatz bekommen. Wir befürchten, dass man darum hier nicht mehr investieren will.“

Unkraut – soweit das Auge reicht. Quelle: Jeannette Hix

Doch Fakt ist – auch die Kinder der Torhorst-Schule nutzen derzeit den Sportplatz der Havelschule. Insgesamt rund 1000 Kinder sind somit betroffen, die auf dem „Gammel-Sportplatz“ Unterricht haben. „Diese Zustände müssen sich augenblicklich ändern und nicht erst in ein paar Jahren. Abgesehen davon, wissen wir gar nicht, ob wir dann den neuen Sportplatz überhaupt mit nutzen dürfen“, sagt Lehrerin Schnell, die sich auch jeden Morgen ärgert, wenn der Sportplatz mal wieder total zugemüllt ist – Leute aus der Nachbarschaft sollen regelmäßig über den niedrigen Zaun klettern und gemütlich in den Ecken chillen.

Auf Anfrage verwies die Stadt Oranienburg an den Kreis. Zwar sei die Stadt für die Havel-Grundschule zuständig, allerdings nicht für den Sportplatz. Irina Schmidt, Sprechering vom Landkreis zur MAZ: „Wir haben bisher keinerlei Hinweise erhalten, dass bei der Havelschule Mängel vorliegen. Wir werden das Objekt besichtigen und schnellstens Abhilfe schaffen.“

Von Jeannette Hix

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