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Oranienburg Endlich dazugehören
Lokales Oberhavel Oranienburg Endlich dazugehören
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16:50 27.07.2016
Besucher des Vortrags in Lehnitz. Quelle: Fritz Hermann Köser
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Lehnitz

Gehört man dazu? Ist man ausgeschlossen? Schautafeln sollen das verdeutlichen. Sie zeigen bunte Punkte, innerhalb und außerhalb von Kreisen. So soll Geflüchteten wie Einheimischen erklärt werden, inwieweit man innerhalb oder außerhalb einer Gesellschaft stehen kann. Vor allem aber, wie man es schafft, endlich dazuzugehören. Mit allen Rechten und Pflichten. „Wie kann Integration gelingen“, lautete das Thema des Vortrags, den Yvonne Lehmann am Montag hielt. Trotz sommerlicher Höchsttemperaturen waren zahlreiche Besucher, Geflüchtete wie Einheimische zum Begegnungsnachmittag in das Lehnitzer Gemeindehaus gekommen. Es wurde auch lebhaft diskutiert.

Es gibt wohl kein aktuelleres Thema, findet nicht nur die Lehnitzerin, die bei der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig ist. „Es stellen sich derzeit viele Leute viele Fragen“, bemerkt auch SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann von der Initiative „Willkommen in Oranienburg“. Vor allem angesichts der jüngsten Anschläge. Spitzenpolitiker warnen bereits davor, sämtliche muslimische Geflüchtete unter Generalverdacht zu stellen – schließlich gab es auch Täter, die nicht aus ihren Reihen stammen.

Es geht aber auch um den Alltag. Warum trägt ein zehnjähriges Mädchen, Tochter von syrischen Geflüchteten, von heute auf morgen plötzlich ein Kopftuch?, fragt Björn Lüttmann. Der Fall sei ihm aus einer Schule im Kreis bekannt. Und warum besuchen manchmal nur die Männer den Deutschkurs, während ihre Frauen im Heim bleiben? Das sei, so der Abgeordnete, auch schon in Oberhavel vorgekommen.

Umso dringender sind die Fragen, die Yvonne Lehmann an die Geflüchteten stellt. Was erwarten sie von der Gesellschaft, um sich integrieren zu können? Was müssen sie selber dafür tun? Und wie integriert sehen sie sich selber? Dazu erklärt sie die vier Begriffe, Schlagwörter, wie sie in der Presse immer wieder auftauchen. Es geht um Exklusion, Separation, Integration und Inklusion.

Yvonne Lehmann erklärt dies anhand eines Beispiels behinderter Kinder. Exklusion bedeute, dass die Behinderten zu Hause versteckt werden, dass das Problem offiziell gar nicht existiert, sagt sie. Besuchen sie eine spezielle Schule, spreche man von Separation. Integriert seien sie, wenn sie in einer regulären Schule eine spezielle Klasse besuchen, aber ihre „normalen“ Mitschüler in der Pause auf dem Schulhof treffen können. Inklusion sei der Idealzustand, dann sind die behinderten Kinder Teil des normalen Klassenverbands. Und zugleich Teil einer der Gesellschaft, in der Unterschiede keine Rolle mehr spielen.

Manche der anwesenden Geflüchteten wissen nicht, wo sie stehen, andere sehen sich von diesem Ziel noch weit entfernt. „Separation“, sagt ein Syrer, hofft aber auf eine Änderung, zumindest in Richtung Integration. Deutschkurse, eine Wohnung, und Arbeit sollen dabei helfen. Gerade von manchen Vermietern fühlen sich einige diskriminiert, sie würden Deutsche bevorzugen. Toleranz sowie gleiche Rechte, das wünschen sich viele Anwesende ferner von den Einheimischen. Umgekehrt wolle er sich unbedingt an die hiesigen Gesetze und Regeln halten, wie ein Afrikaner verspricht. Er fordert zudem, dass Geflüchtete, die gegen geltendes Recht verstoßen, bestraft werden.

Gerade Wohnungen sind ein heikles Thema, wie die anschließende Diskussion zeigt. Die sind im Südkreis nahe Berlin inzwischen rar, sagt Björn Lüttmann. Der Speckgürtel sorge für reichlich Nachfrage, erst mittelfristig, in ein paar Jahren, könne sich die Situation entspannen, vor allem dank staatlich gefördertem Wohnungsbau. In der weiteren Umgebung, etwa in Gransee, gebe es hingegen reichlich Leerstand. Vielleicht müssten manche Geflüchtete bei der Wohnungssuche flexibler sein, wie ein Einheimischer bemerkt. Zu weit weg, zu laut, zu klein, zu niedrige Decken, lauten ihre Einwände unter anderem. Einige Helfer hätten deswegen bereits resigniert. Seid geduldig, appelliert eine Frau an die Geflüchteten, versucht, euren Weg zu finden.

Von Fritz Hermann Köser

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