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Oranienburg Erinnern an NS-Zeit: „Wir dürfen nicht nachlassen“
Lokales Oberhavel Oranienburg Erinnern an NS-Zeit: „Wir dürfen nicht nachlassen“
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00:24 18.04.2019
Innenminister Karl-Heinz Schröter sprach am Montag zu den Gästen der Gedenkveranstaltung am Klinkerwerk. Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
Sachsenhausen

„Gedemütigt, gefoltert, vergast, exekutiert – Millionen sind den monströsen Taten der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen“, sagte am Montag der Botschafter der Tschechischen Republik, Tomáš Jan Podivínský. Er erinnerte bei der Gedenkveranstaltung insbesondere an die 1200 Studenten, die 1938 ins Klinkerwerk Oranienburg gebracht wurden, um Zwangsarbeit zu leisten. „Nicht alle haben die Zeit überlebt.“

Gedenkveranstaltung zum 74. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge in den Konzentrationslagern

Tomáš Jan Podivínský war einer von drei Rednern, die sich anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen – das Klinkerwerk hinter der Schleuse gehörte als Außenlager dazu – vor Überlebenden, Mitgliedern des Internationalen Sachsenhausen-Komitees und Gästen äußerten. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) zitierte den ehemaligen tschechischen Häftling Karel Hybek, der einst sagte, dass die schlimmste Arbeit das Tragen der 50 Kilogramm schweren Zementsäcke vom Hafen bis zum Klinkerwerk gewesen sei. Das Leben habe keinen Wert gehabt. Schröter: „Das Klinkerwerk war das gefürchtete Arbeitskommando. 15 Tote täglich forderten die Arbeiten damals täglich.“ Andererseits, so der Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, Axel Drecoll, über die tschechischen Studenten: „Sie sollten ihrer Identität beraubt werden, sie erhielten nur noch Nummern.“ 200 Homosexuelle seien 1942 ermordet worden, Osteuropäer hätten unter dem Rassenwahn der Nationalsozialisten besonders gelitten. Und: „Der Tatort Klinkerbecken spiegelt die Gräueltaten auf mehreren Ebenen wider.“

Alle drei Redner betonten, dass die Erinnerung an die Barbarei wach bleiben müsse, damit sie sich nicht wiederhole; gerade in der jetzigen Zeit, in der es gefährliche politische Strömungen gebe. Schröter: „Wir dürfen in unserem Kampf nicht nachlassen.“ Pierre Neumann, Chef von Havelbeton, sagte: „Wir legen sehr großen wert darauf und begrüßen es, dass die Gedenkfeier auf unserem Gelände stattfindet.“ Auch er legte wie viele andere, einen Kranz nieder.

Seit dem Spätsommer 1938 mussten Häftlinge des KZ Sachsenhausen ein großes Ziegelwerk errichten, um die Baustoffe für die gigantischen Bauvorhaben der NS-Führung in Berlin zu liefern.

Von Stefan Blumberg

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