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Erntedank auf der Baustelle

Oranienburg Erntedank auf der Baustelle

Die Zimmerleute sind gerade fertig geworden, nun beginnen die Dachdecker ihre Arbeit hoch oben auf der Germendorfer Dorfkirche. Wer möchte, kann sich beim Erntedank am kommenden Sonntag, 18. September, ab 15 Uhr die Baustelle ansehen. Das Fest findet vorm Gotteshaus statt.

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Pfarrer Arndt Farack ganz oben auf der Baustelle. Wo es ging, wurden die alten Balken erhalten.

Quelle: :Enrico Kugler

Germendorf. Arndt Farack macht ein ganz klein wenig Druck: Am Sonntag, 30. Oktober, soll in der Germendorfer Dorfkirche der Dankgottesdienst stattfinden. „Bis dahin muss alles fertig sein“, sagt der Pfarrer. Auch wenn das Gotteshaus derzeit wahrlich eine Großbaustelle ist – es scheint bis dahin alles schaffbar. Wolfram Schwelgin notiert das Datum entspannt in seinen Kalender und nickt. Arndt Farack und Kay-Jürgen Reddig, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, können sich auf den Bauleiter vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung IBS aus Hoppegarten verlassen. Und das schon seit zwei Jahren. „Die Firma geht zudem sparsam mit dem vorhandenen Geld um“, lobt der Pfarrer. Das sei auch nötig.

Nach der Sanierung des Kirchturms im vergangenen Jahr, ist nun das Dach mit seiner Fläche von stattlichen 280 Quadratmetern dran. Durch die Schutzplanen – wo sie hochgeklappt sind – kann man derzeit den Himmel sehen. Veranschlagte Kosten für die neue Dach: 200 000 Euro. Viele haben zusammengelegt, damit die Summe zusammenkommt. „Es wird wohl um die 3000 Euro teurer“, so Arndt Farack, aber er ist dennoch zufrieden.

Denn von Anfang an schwante den Bauleuten, dass sie Überraschung erleben würden, wenn sie erst einmal ran gehen an die Balken. Und so war es auch. „Es machte alles einen so guten Eindruck, keiner dachte, dass sich die kleinen zu solch massiven Problemen auswachsen“, erinnert sich Farack. Anobien, Nagekäfer, hatten es sich im Holz über die Jahrzehnte gutgehen lassen. Und es zerfressen. Pilze und Feuchtigkeit steuerte das ihre zum Verfall bei. „50 Prozent aller Deckenbalken und 40 Prozent des Dachtragwerks mussten ausgetauscht oder geschient werden“, so der Bauleiter. Noch dazu musste das Gesims, auf dem der Dachstuhl aufliegt, neu aufgemauert werden. „Die Zimmerleute sind seit gestern fertig. Das hält nun wieder 100 Jahre“, sagt der Pfarrer voller Optimismus. Er sei froh, dass der Gemeindekirchenrat „das alles mitgetragen hat“.

Heute beginnen die Dachdecker, verlegen Biberschwänze im Mörtelbett, damit auch kein Flugschnee im Winter drunter wehen kann. Diese Handwerker bleiben um die vier Wochen – abhängig vom Wetter und wie sie voran kommen, denn fürs richtige Trocknen des Mörtels darf es weder zu heiß, noch nass sein. Zeitgleich tun die Putzer ihr Werk und versehen das Innengesims mit Putz. Und auch Kirchendecke. Auch diese musste neu eingezogen werden. Auf die Holzbretter kommen nun ganz traditionell Schilfmatten, die dann mit Kalkputz beworfen werden.

Bauabschnitt drei anschließend 2017 die Sanierung der Fassande. Die Kosten werden mit 71 000 Euro beziffert. Einen Ockerton soll sie bekommen. Denkmalschutz, Bauleute und Gemeindekirchenrat diskutieren noch über den Farbton. „Es fehlen einfach historische Bezüge am Bau, um die Ursprungsfarbe klar ausmachen zu können“, so Wolfram Schwelgrin. So viel steht fest: „Die Fassade wird schlicht und ansprechend.“

Und Arndt Farack wünscht sich natürlich eine Bauabschnitt 4: „Wenn wir wieder Geld haben“, räumt er im selben Atemzug ein. Damit nach all den aufwendigen Sanierungsarbeiten, die man hinterher vermutlich kaum noch wahrnimmt, das Gotteshaus auch im Innern wieder ansprechend gestaltet wird. Restauratoren haben schon hervorgeholt, wie es einmal aussah. Doch über die farbliche Fassung der Wände, auch darüber müsse natürlich noch geredet und entschieden werden.

Noch ruhen Gestühl, Orgel und Altarraum unter dicken Planen und einer dicken Staubschicht. Deshalb wünscht sich Arndt Farack ab Mitte Oktober viele helfende Hände, um den ganzen Dreck rauszubekommen. Denn eines steht fest: Am 30. Oktober wird Dankgottesdienst gefeiert. „Dankbar sind wir vor allem auch, dass Zimmerer, Stuckateure und Maurer eine Superarbeit geleistet haben“, betont der Pfarrer und lädt herzlich ein.

Die Germendorfer Kirche wurde im Jahr 1739 erbaut. Der Glockenturm fiel zweimal einem Brand zum Opfer.

Die Kirche ist seit zwei Jahren Baustelle: Wurde 2015 im ersten Bauabschnitt der Turm saniert, so bekommt der Bau in diesem Jahr ein neues Dach, samt Dachgebälk und Traufgesims – 2017 soll die Fassade geputzt werden.

Die Kosten für den neuen Dachaufbau belaufen sich auf 200 000 Euro, davon hat die Gemeinde selbst 50 000 Euro aufgebracht, ebenso viel steuerte das Kulturministerium des Landes bei und noch einmal 50 000 Euro der Kirchenkreis Oberes Havelland, 30 000 die Landeskirche und 15 000 die Stadt Oranienburg.

Ein Erntedankfest findet am kommenden Sonntag, 18. September, ab 15 Uhr statt. Vor der Kirche. Pfarrer Arndt Farack lädt dazu alle ein und führt Besucher über die Baustelle.

Von Heike Bergt

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