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Oranienburg Ausstellungseröffnung am Holocaustgedenktag
Lokales Oberhavel Oranienburg Ausstellungseröffnung am Holocaustgedenktag
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20:08 27.01.2019
Lothar Prager und Historikerin Astrid Ley in der neuen Ausstellung „Im Reich der Nummern“, die bis 31. Juli zu sehen ist. Quelle: Robert Roeske
Sachsenhausen

2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“. Auch in der Gedenkstätte Sachsenhausen fand am Sonntag eine Gedenkveranstaltung in Anwesenheit von Bürgermeister, Landrat und Innenminister statt, bei der aller Opfer des Nationalsozialismus, jedoch der Novemberpogrom-Häftlinge besonders gedacht wurde.

Gedenkstätte Sachsenhausen. Quelle: Robert Roeske

Über 6 300 Männer wurden in den Tagen nach dem Pogrom am 9. November 1938 ins KZ Sachsenhausen gebracht. Mindestens 64 von ihnen starben. Die meisten wurden jedoch bis zum Frühjahr 1939 entlassen unter der Maßgabe, sofort zu emigrieren. An zwölf Schicksale erinnert die neue Ausstellung „Im Reich der Nummern“, die ebenfalls gestern eröffnet wurde.

6300 Männer kamen nach den Novemberpogromen nach Sachsenhausen. Quelle: Robert Roeske

Auch Lothar Pragers Vater, ein Buchdrucker aus Berlin, gehörte zu diesen Häftlingen. Prager erzählte in schlichten Worten aus seinem Leben, von der großen Familie, die er einst in Berlin hatte und von denen nur wenige den Holocaust überlebten. Sogar ein Lied seiner Mutter, die sie als „Tafellieder“ auf Schlager dichtete, sang der im Mai 1938 geborene Mann aus Melbourne, dessen Familie nach der Haftentlassung des Vaters über China nach Australien emigrieren konnte, vor. Den Brief, den sein Vater aus dem KZ an die Mutter schrieb, ist in der Ausstellung zu sehen.

Gedenkstätte Sachsenhausen. Quelle: Robert Roeske

Gedenkstättenleiter Axel Drecoll erinnerte, dass NS-Verbrechen wie in Sachsenhausen im urbanen Raum, direkt vor den Augen der Bevölkerung stattgefunden hätten. „Es geschah genau hier. Individuen wurden zu Nummern.“ Dabei sei die Sprache der erste Schritt zu sozialer Ausgrenzung. Sprache sei das „geheime Gift“, mahnte er im Hinblick auf den sich aktuell verändernden, politischen Sprachgebrauch, der nationalistisch und diskriminierend sei.

Von Ulrike Gawande

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