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Erster Poetry Slam in Oranienburg

Oranienburg Erster Poetry Slam in Oranienburg

Bier, Burger und Bühnendichtung: Am Freitag wurde erstmals ein Oranienburger Poetry Slam veranstaltet. Acht Teilnehmer ließen ihre selbst gedichteten Texte vom Publikum bewerten. Mit dabei waren auch zwei Wortakrobaten aus Oranienburg.

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Entspannter Abend: Im Ackerburger 2.0 gab es Essen, Dichtkunst und die Band „Breakout“.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. „Ich war ganz schön aufgeregt“, sagt der 16-jährige Erik Dubs aus Oranienburg nach seinem Auftritt. Er war der jüngste Teilnehmer des ersten Oranienburger Poetry Slams. In seinem Text ging es um Musik, um den „Mauerfall der Dur- und Moll-Leiter“.

„Dass es so voll sein würde bei der ersten Veranstaltung, hätte ich nicht gedacht“, sagte Andreas Dalibor am Freitagabend im Ackerburger 2.0, das er zusammen mit „Kaffeetante“ Petra Michael betreibt. „Manuel Goldbach kam mit der Idee auf uns zu und wir waren begeistert“, fügte diese an. Gemeint war der Veranstalter.

Ein Text, fünf Minuten Zeit, viel Mut

Der Altenpfleger aus Bernau organisiert regelmäßig die Dichterwettstreite. Dabei wird ein selbst geschriebener Text in einem Zeitfenster von fünf Minuten vor Publikum vorgetragen – und bewertet. Den nebenbei Bier und Burger konsumierenden Besuchern stellten sich in Oranienburg acht Teilnehmer, zwei aus der Kreisstadt, die restlichen hat Manuel Goldbach mitgebracht. „Nicht buhen“, bat Goldbach das Publikum. „Es braucht Mut, um auf die Bühne zu gehen, also gebt lieber etwas mehr Applaus als sonst.“

Den Anfang machte Marko Laskowski, ein alter Hase im poetischen Bereich. „Seit vier Jahren mache ich das“, sagte der Berliner. „Manchmal bekomme ich wohl den Behindertenbonus“, so der Rollstuhlfahrer, der sein Schicksal oft sarkastisch verarbeitet. Als Songschreiber dichtet er für Sänger, mit den Auftritten auf Poetry-Slam-Abenden verdichtet er sein Leben. In seinem Beitrag ging es um die Suche nach Inspiration, Gras, Pornos, Popkultur.

Von Lampenfieber und lakonischem Witz

Markos Ex-Freundin Anika Pfahl war später ebenfalls auf der Bühne. Ihr Text über männliche Ängste vorm Schwulsein bekam viel Applaus – es folgten die ersten 10 Punkte des Abends (und der Sieg im Finale gegen Ortwin Bader-Iskraut). Fünf Besucher bewerteten die Werke auf einer Skala von eins bis zehn. Der Beitrag des Oranienburgers Frank, Jahrgang 1971, konnte nicht so viele Punkte holen. „Ich bin das erste Mal hier und extrem lampenfiebrig“, gestand er zu Beginn. „Viele verstehen meinen Humor auch nicht“, gab er zu. Und so mäanderte er sich in seinem Vortrag durch allerlei Alltagsgeschehen. Mal banal, mal mit lakonischem Witz.

„Er hat schon etwas verkackt“, sagte Profi Marko Laskowski im Nachgang. Trotzdem folgte eine Menge Applaus für die Courage, sich vor fremde Menschen zu stellen und etwas aufzusagen.

Manuel Goldbach ist optimistisch, dass sich der Poetenabend in Oranienburg durchsetzt. „Alle drei Monate will ich das jetzt wiederholen“, sagt er.

Erik Dubs wäre beim nächsten wieder dabei. Er und der Veranstalter tauschten sogar Nummern. „Du hast mir gefallen, dein Talent will ich fördern“, so Goldbach zur vielleicht nächsten Dichtkunst-Hoffnung aus Oranienburg.

Eric Dubs war das erste Mal auf einem Poetry Slam

Eric Dubs war das erste Mal auf einem Poetry Slam.

Quelle: Winkler

Interview : Erik Dubs ist 16 Jahre alt. Der Oranienburger war jüngster Teilnehmer des Poetry Slams.

Was war deine Motivation, hier mitzumachen?

Erik Dubs : Auf YouTube habe ich schon immer viele Clips von Poetry Slams gesehen, vor allem von Jan Philipp Zymny. Von ihm bin ich ein großes Fan. Da wollte ich es einfach mal selbst probieren.

Deinen Text hast du selbst geschrieben?

Dubs : Ja, ich habe drei Tage dafür gebraucht. Es ist mein erster richtiger Text – der sich sogar reimt.

Musik spielt darin eine Rolle. Was ist dein Bezug dazu?

Dubs : Ich spiele seit sieben Jahren Schlagzeug, deshalb dreht sich in meinem Slam auch alles um Musik.

Von Marco Winkler

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