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Oranienburg Erstes Lehrlingsgeld für Elstern ausgegeben
Lokales Oberhavel Oranienburg Erstes Lehrlingsgeld für Elstern ausgegeben
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13:35 31.10.2016
Jungzüchter Martin Dietrich mit einem seiner Tiere. Quelle: Marco Winkler
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Leegebruch

Wünsche darf man äußern. Manchmal haben sie sogar Gewicht. Weniger Stirn, Schwanzaufbau fester, mehr Masse, Farbe zu matt, Brustzeichnung noch korrekter. Was für Frau und Mann eine Beleidigung wäre, ist auf der mittlerweile 65. Vereinsschau der Leegebrucher Kleintierzüchter eher hilfreich gedacht, als Anregung für die Zukunft. Vier Preisrichter nahmen am Wochenende die insgesamt 216 Ausstellungstiere (etwas weniger als in den Vorjahren) genau unter die Lupe.

Besonders gut schnitten die Farbenzwerge (Weißgrannen) von Thomas Barby ab. Er bekam einen der Bürgermeisterehrenpreise für seine Tiere. Der 30-jährige Oranienburger trat mit acht schwarzen Vierbeinern. Seit einem Jahr ist er im Verein aktiv, einer der jüngsten Neuzugänge. „Ich bin auf dem Dorf groß geworden, hatte schon immer mit Tieren zu tun“, sagt er, und fügt äußert pragmatisch hinzu: „Ich esse gern Kaninchen, bei meinen weiß ich wenigstens, wo sie herkommen.“

Fritz Heitmann und Thomas Barby (rechts) freuten sich über Bürgermeisterehrenpreise. Quelle: Winkler

45 Mitglieder hat der Leegebrucher Verein. Horst Förstera ist seit 2011 Vorsitzender. „Die Zucht ist mehr ein Hobby, eine Tierliebhaberei geworden“, sagt der 58-jährige Leegebrucher. Rein aus eigenen wirtschaftlichen Interessen wird nicht mehr gezüchtet. „Trotzdem haben wir viele treue Züchterseelen.“ Eine davon ist Fritz Heitmann.

Seit 1951 ist er im Verein. Von seinem Lehrlingsgeld hat sich der heute 82-Jährige vor 65 Jahren seine ersten Zweibeiner gekauft, Deutsche Langschnäblige Elstern. „Seitdem züchte ich immer die gleiche Rasse.“ Und das erfolgreich. Mit seinen Elstern wurde er zehnmal Deutscher Meister.

Auf den Winter schlecht vorbereitet sind Nackthalshühner. Quelle: Winkler

Ein Ziel, das auch Martin Dietrich hat. Er ist einer der fünf Jugendlichen im Verein. Vor zwei Jahren trat er dem Verein bei. „Mein Opa hatte sich Hühner geholt, die hat der Fuchs gerissen. Daraufhin hat mein Vater den Verein kontaktiert“, erzählt der Zehnjährige.

„Da habe ich dann meine ersten Zwerg-Wyandotten bekommen.“ Lachsfarbig, bis zu vier Kilogramm schwer. Hinzu kamen Orpington Hühner, eine englische Rasse. „Der Aufwand ist schon groß“, so der Sachsenhausener über das zeitintensive Hobby. Füttern, ausmisten, jeden Sonnenaufgang werden auf dem Grundstück freilassen.

Hat immer ein skeptisches Auge auf seine Umgebung. Quelle: Winkler

Horst Förstera ist stolz auf Jungzüchter wie Martin. Sie seien die Zukunft des Vereins. „Für Jugendliche entstehen bei uns auch keine Kosten. Sie müssen ihre Tiere nur zu Hause selbst unterbringen und füttern.“

Und die Eltern sollten mitspielen, müssen aber nicht im Verein sein, keine schnittigen Tümmlertauben, orangefarbigen Zwerg-Italiener oder Nackthalshühner haben.

Von Marco Winkler

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