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„Es kommen viele, mit denen man gar nicht rechnet“

Großmutzer Adventskalender „Es kommen viele, mit denen man gar nicht rechnet“

Es ist wie das Treffen einer großen Familie – in Großmutz geschieht das im Dezember aber jeden Tag. Die Karawane zieht in der Adventszeit von Hof zu Hof, trifft sich auf ein Stündchen zum Plausch und geht dann wieder nach Hause. „Richtig schön ist das“, sagt Iris Engel.

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Gute Laune herrschte am Montag bei Engels.

Quelle: FOTO: STEFAN BLUMBERG

Großmutz. „Das verflixte siebte Jahr ist vorbei – jetzt können wir weitermachen.“ Das sagt Manfred Augner, Ortsvorsteher von Großmutz, zum siebten Adventskalender im Ort, bei dem bis zum Donnerstag noch Türchen geöffnet werden. Am Montag war Familie Engel an der Reihe. Sie gehört zu den Dauerbrennern des „Großmutzer Specials“, bei dem Grundstückseigentümer ihre Pforten öffnen – jeden Tag ein anderer und immer für eine gute Stunde. „Ja, wir sind von Anfang an dabei“, sagt Iris Engel. „Bei uns gibt es Schmalzstullen, Pfefferkuchen, Brezeln und Leberwurtstullen.“ Dazu kommen Getränke. Sie geht mit ihrem Mann auch zu den anderen Höfen. „So hat man jeden Tag sein Abendbrot, sagt sie mit einem Augenzwinkern.“

Vor sieben Jahren hatte sich Manfred Augner gefragt, wie er seine Schäfchen auch im Winter zueinander führen könnte. „Im Sommer gibt es genügend Möglichkeiten, bei denen man sich trifft. Aber im Winter?“ Da wurde die Idee mit dem Adventskalender geboren. „Ich bin damals drei Tage Klinken putzen gegangen, um genügend Leute zu finden, die mitmachen“, erinnert sich der Ortschef. Anfangs wurden die Türchen, also die Tage, verlost. Davon sind die Großmutzer abgekommen. „Viele bewerben sich schon, bevor der Dezember ran ist“, sagt Manfred Augner. Die noch offenen Tage werden verteilt. So wie in diesem Jahr an Familie Engel. „Der 21. hat sich so ergeben und passte mit der Arbeit überein“, so Iris Engel. Ihr Mann Mario erklärt, warum sie mitmachen. „Manche Leute sieht man das ganze Jahr nicht. Hier schon. Das ist der Sinn des Ganzen.“ Er weiß, dass die Großmutzer die täglichen Treffs durchziehen, egal, was kommt. „Wir haben schon mal bei 14 Grad minus draußen gestanden“, erinnert er sich. Manchmal stürmt es, manchmal schneit es. Bei Familie Engel, deren Grundstück am Ortsrand liegt, pfeift mitunter der Wind. Aber das hält niemanden davon ab, sich einen Glühwein, ein Bier, einen Tee oder eine Schokolade zu genehmigen. „In einem Jahr haben wir sogar im Schnee getanzt“, weiß Dirk van der Meulen zu berichten. „Durch Zufall kam jemand mit Musik vorbei – und dann ging es los.“ Rainer Salpeter befindet sich auch in der Reihe der Veranstalter. „Es kommen viele, mit denen man auch gar nicht rechnet. Manche gucken auch aus Nachbarorten vorbei, weil sie wissen, in Großmutz ist was los.“ Glühwein, Rotwein, Weißwein, Bockwurst – das sind die Dinge, die es bei ihm gibt. „Es soll ja nicht ausarten.“

Heute wird das 23. Türchen geöffnet, bei Dirk und Hanna van der Meulen. Das 24. Türchen am Donnerstag ist die Kirche. „In diesem Jahr waren die Treffs super besucht, 40 bis 60 Leute waren immer da“, sagte Manfred Augner, der am vergangenen Freitag 70 Jahre alt wurde und – soweit es geht – an allen Tagen mit von der Partie war. Den Spitzenwert erzielte Familie Dittkrist gleich am 1. Dezember mit 60 Gästen. Der Ortsvorsteher: „Ich möchte allen danken, die sich in diesem Jahr beteiligt haben. Die, die im nächsten Jahr dabeisein möchten, können sich eigentlich jetzt schon anmelden.“

Von Stefan Blumberg

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