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Oranienburg Fahrraddemo mit 300 Teilnehmern
Lokales Oberhavel Oranienburg Fahrraddemo mit 300 Teilnehmern
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19:50 25.09.2016
Hunderte Menschen beteiligten sich an der Demo. Quelle: Robert Roeske
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Germendorf

Wir sind viele. Das ist das Zeichen, das die Fahrradgruppe Germendorf zusammen mit der Volkssolidarität Oberhavel am Sonnabend setzte - für mehr Radwege, die Germendorf mit anderen Ortsteilen Oranienburgs verbinden. 300 Menschen folgten dem Aufruf zur Demonstration.

Los ging es an der „Problemkreuzung“ des Globus-Baumarktes. Der Radweg ist zwar vorhanden. „Aber nicht gut genug ausgeschildert, hier gehört ein Stopp-Schild für Autofahrer hin“, so Monika Franke und ihr Mann Rainer aus Hennigsdorf. Autofahrer würden nur auf die Plakatierung von Baumarkt und Supermarkt achten, aber nicht auf Fahrradfahrer. „Und was ist wohl wichtiger, Werbeplakate oder ein Menschenleben?“

Landstraße oft zu gefährlich

Jenny Bansemer demonstriert zum dritten Mal für bessere Radwege. „Wir müssen etwas bewegen“, sagte sie, „vor allem für unsere Kinder.“ Problem: Es gibt keinen Radweg nach Schwante. „Wir müssen einen Waldweg nehmen.“ Dort würden Autos teils mit 80 oder 100 Kilometer in der Stunde entlangbrettern. Kein Zustand. „Ich überlege mir immer ganz genau, wohin ich mit meiner vierjährigen Tochter fahre.“ Auch Anja Böttcher aus Germendorf findet die Situation unhaltbar. „Ich habe mir extra ein Mountainbike gekauft, weil ich so viele Waldwege fahren muss“, sagt sie. „Die Landstraßen sind mir zu gefährlich.“

Kundgebung an der Hauptkreuzung in Germendorf. Quelle: Robert Roeske

Die Stadt kämpfe zeitgleich für viele Radwege, so Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. Zehlendorf - Wensickendorf, Oranienburg - Wensickendorf, Sachsenhausen - Summt. Und eben Germendorf - Velten/Schwante/Hohenbruch. Das sei die Folgen des Wachstums Oranienburgs. Mehr Pkw, mehr Verkehr. „Wir brauchen Alternativen.“ Das findet auch Adelheid Martin vom Oranienburger Adfc. Sie setzt sich für „eine bessere Mobilität im ländlichen Raum“ ein. Gerade für kurze Strecken sollte das Fahrradweg-Netz gut ausgebaut sein. „Wir müssen Radwege in den Alltagsverkehr integrieren.“

Das ist nicht so einfach. „Wir konkurrieren mit vielen anderen Fahrradwünschen im ganzen Land“, so der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (SPD). Er trägt das Anliegen der Germendorfer ins Ministerium. „Als Vater von zwei Kindern weiß ich, wie unangenehm der Fahrradweg nach Schwante ist.“

Demonstranten. Quelle: Robert Roeske

Hans-Joachim Laesicke legte beispielhaft den Planungsstand des Radwegs parallel zur L170 nach Schwante vor. Noch sei nicht einmal der Vorentwurfplan abgeschlossen, da ein Artenschutzgutachten in Arbeit ist. Mitte Dezember soll es abgeschlossen sein. Danach müssen Gespräche mit einem Grundstückseigentümer geführt werden. Der Radweg soll über sein Land führen.

Ein Vorentwurf könnte im März 2017 fertig sein. 2018 könnte die Planung an die Anhörungsbehörde gehen. 2019 stehen Vergabeunterlagen an, so dass Baubeginn frühestens im Juli 2020 ist. Bauende: Zweites Quartal 2021. In fünf Jahren also. „Das ist inakzeptabel“, fand Laesicke deutliche Worte. Zumal die Finanzierung noch nicht sicher sei. Heißt: Die Germendorfer werden noch öfter auf die Straße müssen, um den Druck zu erhöhen und sich Gehör zu verschaffen.

Von Marco Winkler

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