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Fischer und Morsch an einem Tisch

Oranienburg Fischer und Morsch an einem Tisch

Am 20. Dezember kommen Günter Morsch und Klaus-Peter Fischer an einen Tisch. Zu verdanken ist das Landrat Weskamp. Er übte Druck aus, bedauerte „den Fall“: Morsch wurde von Fischer brüskiert, als dieser ihn zurückwies. Problem: Busanbindung zur Gedenkstätte. Die Linke wollte im Kreistag 122 000 Euro dafür bereitstellen.

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Günter Morsch und Landrat Weskamp.

Quelle: privat

Oranienburg. Jetzt steht der Termin fest. Am 20. Dezember werden sich Vertreter der Gedenkstätte Sachsenhausen, OVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Fischer und Vize-Landrat Egmont Hamelow (CDU) für ein hoffentlich klärenden Gespräch an einen Tisch setzen.

Darüber informierte Landrat Ludger Weskamp (SPD) im Kreistag. Knackpunkt der Debatte ist die Busanbindung zur Gedenkstätte. Als Günter Morsch, Stiftungsdirektor Brandenburgische Gedenkstätten, mit dem Generalsekretär des Internationalen Sachsenhausen Komitees die über 14 000 gesammelten Unterschriften für eine besser Anbindung an Klaus-Peter Fischer überreichen wollte, wurden sie brüsk zurückgewiesen (MAZ berichtete).

Debatte um die Buslinie 804

Einen Tag später sprachen sich die Protagonisten am Telefon. Fischer bat auf Druck des Landrats um einen Gesprächstermin. „Entschuldigt hat er sich zumindest einen Tag später aber auch nicht“, berichtete Günter Morsch im Anschluss. Das Angebot zum Dialog nahm er an. Weskamp bedauert das Verhalten Fischers, ist um eine Lösung bemüht. „Ich erwarte von einem Geschäftsführer, dass er mit solchen Anliegen anders umgeht.“ Fischer habe ihm aber glaubhaft vermitteln können, dass es nie seine Absicht gewesen sei, jemanden zu verletzen oder gar herabzuwürdigen.

Anstoß der Debatte ist die Buslinie 804, welche die Gedenkstätte vom Bahnhof aus anfährt. Den Bedarf einer Taktverdichtung sieht der Landkreis nicht. Die Gedenkstätte mit bald jährlich 700 000 Besuchern sieht das anders. Oft sei der Bus überfüllt, Oranienburger würden zudem keinen Platz an den folgenden Haltestellen zwischen Bahnhof und Gedenkstätte finden.

Linken-Antrag mehrheitlich abgelehnt

Die Linke beantragte deshalb zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 122 000 Euro, um den Bus zweimal in der Stunde (wochentags) und stündlich am Wochenende fahren zu lassen. „Die Stadt hat aber keinen Bedarf angemeldet“, so Andreas Noack (SPD). „Wir dürfen keine Luft durch die Gegend fahren.“ Der CDU-Abgeordneten Michael Ney äußerte Unverständnis, warum Bund und Land hier nicht aushelfen würden. Ludger Weskamp betonte: „Für Buslinien sind wir zuständig.“ Der Antrag der Linken wurde mehrheitlich vom Kreistag abgelehnt.

Thema wird die Anbindung auch am 21. Dezember sein, da tagt der Aufsichtsrat der kreiseigenen Oberhavel Holding. Die OVG gehört zur Holding. „Ich hoffe, es gelingt uns, das Problem aus der Welt zu schaffen und eine konstruktive Lösung zu finden“, so Weskamp.

Morsch wünscht sich vor allem eines: „Wir brauchen zumindest eine Taktverdichtung zu den Stoßzeiten am Vormittag, wenn die meisten Besuchergruppen am Bahnhof ankommen, und am Nachmittag, wenn sie ihren Gedenkstättenbesuch beendet haben.“ Hier könnte der Landkreis etwas Abhilfe schaffen und punktuell zusätzliche Busse einsetzen – zu Stoßzeiten. „Auf dieses Angebot werden wir gerne zurückkommen“, so Günter Morsch.

Von Marco Winkler

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