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Oranienburg Friedenstour der Linken Oberhavel
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12:13 02.09.2016
Auch Geflüchtete nahmen an der Veranstaltung teil. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Aufs Fahrrad steigen, in die Pedale treten und losfahren – alles für den Frieden. Der 1. September ist Weltfriedenstag. Die Linke Oberhavel hat sich am Gedenktag beteiligt – mit einer Friedensfahrt (30 Teilnehmer) von Lehnitz zur Kundgebung auf dem Oranienburger Schlossplatz. Dort versammelten sich 60 Menschen.„Wir wollen parteiübergreifend ein Zeichen für den Frieden setzen“, so Stefanie Rose, Kreisvorsitzende der Linken.

Yousef Nouraldin aus Syrien wünscht sich genau das. Vor neun Monaten kam er nach Deutschland. Er musste. In seiner Heimat setzte er sich für Menschenrechte ein. „Ich will den Menschen in Syrien helfen.“ Dafür kam er ins Gefängnis, 25 Tage. Er wurde geschlagen, die Hand des Musikers gebrochen. „Ich weiß nicht, warum die Welt schweigt“, sagt er. Gemeint ist der Einsatz von Napalm und Phosphor in Syrien. Syrisches und russisches Militär soll die Bomben abgeworfen haben. Krieg. Gegen die Unterstützung solcher Szenarien setzt sich die Linke ein.

Yousef Nouraldin berichtete von seinem Schicksal. Stefanie Rose moderierte die Kundgebung. Quelle: Marco Winkler

Doch das Fazit seit der Friedensfahrt vor einem Jahr ist etwas ernüchternd: Noch nie zuvor hätte es so viele Rüstungsimporte – im Wert von 12,8 Millionen Euro – gegeben. Die Partei zählt auf: Katar (involviert im Jemen-Bürgerkrieg) kaufte für 1,6 Milliarden Euro unter anderem Kampfpanzer, Kampfflugzeuge gingen nach Saudi-Arabien. „Wir können doch nicht mit Blut und Toten Geld verdiene“, so Rose. Sie ist sicher, dass Waffen zu keiner Zeit Friedenslieferanten werden, sondern nur zu weiteren Gewaltspiralen, mehr Opfern und langfristigen Schäden für Infrastruktur und Versorgung führen.

Das musste auch Mona Schröder von der Oranienburger Willkommensinitiative erfahren. Letzten Sommer hatte sie einer sechsköpfigen Familie helfen wollen, sich hier zu integrieren. Doch die Roma galten als sogenannte „Armutszuwanderer“, mussten in ihr vermeintlich „sicheres Herkunftsland“ Serbien zurück. „Dass die Armut dort im Kosovo-Krieg begründet liegt, hat scheinbar niemanden interessiert“, so Mona Schröder. Sie sammelte Geld, baute einen Spenderkreis auf, damit sich die Familie eine bescheidene Unterkunft leisten kann und die Kinder zur Schule können. „Jetzt haben sie eine klitzekleine Perspektive.“ Der Überlebenskampf sei harte Realität in Serbien.

30 Teilnehmer nahmen an der Friedenstour teil, zur Kundgebung kamen doppelt so viele. Quelle: Marco Winkler

„Wenn sich Deutschland durch Rüstungsexporte und Ausbildungsmissionen an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt, wird es zur Konfliktpartei und nicht zum schlichtenden Partner“, sagt Stefanie Rose und führt als Beispiel die Situation in Afghanistan auf: „Die lange militärische Präsenz dort hat nichts gebracht.

Das Auswärtige Amt warnt sogar vor einer Reise in den Binnenstaat. Zumindest Deutsche werden alarmiert, für Geflüchtet scheint keine Gefahr zu bestehen, werden sie oft dorthin zurück geschickt. Im Kreis Oberhavel seien laut Linke 22 Prozent der Asylbewerber Afghanen. Die Auswirkungen von Krieg und Waffenexporten „spiegeln sich seit 2015 vor unserer Haustür wieder“, so Stefanie Rose.

Von Marco Winkler

Auch wenn Burkhard Wilde als Auktionator ohne den Hammer auskam, das dreiteilige Bild von Olaf Haugk, das der einst in Oranienburg ansässige Künstler am 4. Juni beim „Soundpainting“ auf dem Schlossplatz entstehen ließ, ist am Mittwochabend in der Orangerie versteigert worden. Es brachte 925 Euro, davon 700 für den guten Zweck.

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