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Gedenken an ermordete Geistliche

Oranienburg Gedenken an ermordete Geistliche

Mit einer Veranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde am Sonntag der über 700 inhaftierten und im ehemaligen Konzentrationslager ermordeten katholischen Geistlichen gedacht. 97 von ihnen kamen im KZ Sachsenhausen – nach Folter, Erniedrigung und Todesangst – ums Leben.

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Kurzes Innehalten am Gedenkstein.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Mit einer Veranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde am Sonntag der inhaftierten und im ehemaligen Konzentrationslager ermordeten katholischen Geistlichen gedacht. Nach einer Eucharistiefeier mit dem Berliner Erzbischof Heiner Koch in der Pfarrkirche Herz Jesu in Oranienburg wurden am Gedenkstein in der Gedenkstätte Kränze niedergelegt.

Vor zehn Jahren, genauer: am 4. November 2006, wurde der imposante Granitstein eingeweiht und von Kardinal Georg Sterzinsky gesegnet.

Papst Johannes Paul II selbst gab den Anstoß für die Errichtung. „1984 hat er Pfarrer Bunk aus Oranienburg gebeten, ein Zeichen des Gedenkens zu ermöglichen“, berichtete Ursula Pruß in einem Vortrag in der ehemaligen „Häftlingswäscherei“. Sie war Referentin in der Arbeitsstelle für Zeitgeschichte, die maßgeblich am Gedenkstein der Berliner Bildhauer Stefan Sprenker und Thomas Reifferscheid beteiligt war.

Transportliste gab Aufschluss

Nach der Wende wurde dieser in Auftrag gegeben. Und das zu einer eigentlich ungünstigen Zeit: Die Finanzen waren knapp. Spenden ermöglichten den Stein jedoch.

Mit dem Gedenkstein wird an über 700 Priester aus acht Nationen erinnert, die seit 1936 in Sachenhausen inhaftiert waren. 97 von ihnen starben dort, weitere 241 nach ihrer Deportation im einstigen KZ Dachau und anderen KZ.

Größte Gruppe: polnische Priester, 492 Diözesanpriester und 137 Ordensmänner. „Himmler wollte alle Geistlichen in Dachau konzentrieren“, so Ursula Pruß. Die Transportliste aus Sachsenhausen gab so Aufschluss über die Zahl.

Menschen ihre Namen zurückgeben

Bei dem Gedenken gehe es aber nicht nur um Ziffern, so Ursula Pruß. „Mit dem Gedenkstein wollten wir Menschen, die zu einer Nummer degradiert wurden, wieder ihre Namen zurückgeben.“

Aus dem Granitstein ist das Kreuz „rausgefallen“, wirkt wie freigeschnitten, liegt schattenrissgleich flach auf der Erde – mit vielen Namen verziert, als einziges „Schmuckwerk“.

Weitere Namen sind in einer Metallkapsel ins Fundament eingelassen worden. „Die Geistlichen haben hier gelitten, gehungert, mussten sadistische Folger ertragen, Krankheiten, Verzweiflung und Todesangst“, so Erzbischof Koch.

Stiftungsdirektor Günter Morsch sieht in dem aufgebrochenen Stein eine Möglichkeit, die „Erinnerung an die vielen Opfer, die wegen ihres Glaubens ermordet wurden, zu erhalten und zu bestärken.“ Er sei ein Ort der Trauer und Kontemplation.

Von Marco Winkler

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