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Oranienburg Gefährlicher Kreisel: Sachsenhausener Straße in Oranienburg
Lokales Oberhavel Oranienburg Gefährlicher Kreisel: Sachsenhausener Straße in Oranienburg
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00:40 20.04.2018
Ein schönes Beispiel, wie es nicht sein soll. Denn der Zebrastreifen ist für Fußgänger gedacht. Radfahrer müssten schieben oder im Kreisverkehr fahren. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Eigentlich hatten sich die Stadtplaner mit dem modernen Kreisverkehr in der Sachsenhausener Straße versprochen, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Aber die Rechnung geht wohl nicht so richtig auf. Als die MAZ ihre Leser aufrief, gefährliche Stellen in der Stadt zu benennen, wurde als ein Schwerpunkt der Kreisel genannt. Dabei hatte die Stadt damals extra einen Flyer drucken lassen, wie man sich an dem Kreisel verhalten muss. Gelesen haben ihn offenbar nicht alle.

Schülerin beim Überqueren des Kreisels verletzt

Das jüngste, traurige Beispiel ist ein Unfall mit einer elfjährigen Radfahrerin. Am 19. März, morgens um 7.30 Uhr, wurde das Mädchen von einem Auto verletzt, als es den Kreisel überquerte. Die 41-jährige Nissan-Fahrerin hatte beim Abbiegen das Mädchen offenbar nicht gesehen. Die Schülerin musste nach der Kollision zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden (MAZ berichtete).

Auf der Facebook-Seite der MAZ wurde das Thema heiß diskutiert. „Die Kleine hat nichts falsch gemacht“, schrieb Yasmin Helberg. Sie selbst hätte letztens fast einen Fahrradfahrer auf der Motorhaube gehabt. „Der ist einfach in den Kreisverkehr rein geschossen“, schildert Yasmin Helberg.

Jeden Tag Angst

„Ich muss täglich da lang fahren und habe jeden Tag Angst, dass ich den nächsten nicht mehr erlebe“, schreibt eine Oranienburgerin, die auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem Fahrrad durch den Kreisverkehr muss. Neulich hätten sie gleich zwei Autos umnieten wollen, obwohl sie abgestiegen war und ihr Rad über den Zebrastreifen schieben wollte. Ein Mann sei einfach drüber gefahren und hätte ihr auch noch einen Vogel gezeigt. „Echt unglaublich“, meint die Oranienburgerin. „Ich habe noch extra auf den Zebrastreifen hingewiesen, dann kam noch ein Kopfschütteln.“ Erst letzte Woche sei ihr so was ähnliches mehrfach wieder passiert.

Neueröffnung im Oktober 2015

Im Oktober 2015 war der neue Kreisel eröffnet worden. Eigentlich sollte doch jeder Verkehrsteilnehmer und jeder Ortskundige wissen, wie die Regeln dort sind. Doch verfolgt man die Diskussionen in den sozialen Netzwerken oder spricht mit Bekannten, stellt sich die Sache anders dar. Die verschiedensten Varianten sind dann zu hören.

Novum – Zebrastreifen an allen vier Zufahrtsstraßen

Das Neue an dem Kreisel in der Sachsenhausener Straße sind die Zebrastreifen, die an jeder der vier Zufahrtsstraßen markiert sind. Und das bedeutet, Autofahrer und Radfahrer müssen den Fußgängern beim Ein- und beim Ausfahren die Vorfahrt gewähren, denn die Fußgänger befinden sich auf einem Überweg, der allen bekannt sein sollte. Auch für die Radfahrer gibt es eindeutige Regelungen, an die sich aber nur wenige halten, wenn man das Geschehen am Kreisel längere Zeit beobachtet. Einige Meter vor dem Kreisverkehr werden die Radler vom Radweg auf die Straße geleitet und sollen auf der Kreiselfahrbahn genau wie die Autos weiterfahren. Die Planer hatten sich was dabei gedacht und wollten damit bezwecken, dass Radfahrer ebenfalls zügig durch den Kreisel kommen. Und sie sollten, während sie auf der Fahrbahn unterwegs sind, von den Kraftfahrern besser wahrgenommen werden. Außerdem kommen sich auf diese Weise Fußgänger und Radfahrer nicht mehr ins Gehege, war das Ansinnen. Weniger Konfliktpotenzial zwischen allen Verkehrsteilnehmern war das Ziel. Die Planer erhofften sich außerdem, dass mit dieser Lösung weniger Radfahrer in entgegengesetzter Richtung fahren, wie es in Oranienburg gang und gäbe ist.

Was sich aber täglich am Kreisel abspielt, sieht anders aus. Viele Radfahrer fahren einfach über die Zebrastreifen, die ausschließlich Fußgängern vorbehalten sind. Es sei denn, sie schieben ihr Rad darüber. Die Autofahrer hingegen ignorieren oft die Zebrastreifen oder nehmen sie wirklich nicht wahr.

Nachgefragt: Das sagt der Fahrschullehrer

„Beim Verlassen des Kreisverkehrs sind Radfahrer und Fußgänger vorzulassen. In der Sachsenhausener Straße ist die Situation insofern heikel, dass dort an einigen Ausfahrten Verkehrsschilder angebracht sind, die Radfahrer auffordern, Kraftfahrzeugen Vorfahrt zu gewähren. Im Zweifelsfall sollten Kraftfahrer lieber anhalten und auch dem Radfahrer Vorfahrt einräumen.“ Thomas Schade, Fahrschullehrer aus Oranienburg

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Von Andrea Kathert

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