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Gegen Abfalldeponien im Wald

Lehnitz Gegen Abfalldeponien im Wald

Sie sind nicht nur kein schöner Anblick, sondern sie schaden auch dem Wald: die wilden Deponien aus Gartenabfällen, die mancher meint, im Wald anlegen zu müssen. Die Forst kämpft dagegen. Mit ersten Erfolgen.

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Ist Revierleiter in Oranienburg: Förster Martin Krummel

Quelle: Heike Bergt

Lehnitz. Wer hat das nicht schon mal beobachtet: Der Rasen im Garten scheint mit der Nagelschere geschnitten, aber die Gartenabfälle einfach vorm Zaun in den Wald entsorgt. Dort ziehen sich ganze Deponien aus Blättern, Baum- und Rasenschnitt durchs Unterholz. „Ist doch auch Natur“, so die häufige Ansicht, die auch dem Oranienburger Revierförster Martin Krummel immer wieder begegnet.

Ist es aber nicht. Gründe gibt es viele, dass das Abladen von Gartenabfällen im Wald verboten es: Es führt zum Absterben der Organismen, befördert Pilzkrankheiten, der Wald wird verschandelt und es machen sich vor allem eingeschleppte nicht einheimische Arten breit wie Goldrute, Riesen-Bärenklau, indisches Springkraut, japanischer Staudenknöterich. „Und vor allem auch Schneebeersträucher, wie an den wilden Deponien in der Lehnitzer Falkenbergstraße und in der Gebrüder-Grütter-Straße.“ Er könnte viele Beispiele überall in den Oranienburger Ortsteilen nennen, dort, wo Wohnbebauung direkt an den Wald angrenzt.

Weitere Schwerpunkte für den Frevel sind Waldzufahrten und Waldparkplätze wie in Briese, wo so mancher meint, unbeobachtet Grünabfälle oder gar Müll aus dem Auto werfen zu können.

Vor zwei Jahren startete die Landesforstverwaltung deshalb eine Aktion, um gegenzusteuern. Schilder wurden aufgestellt, auf denen es etwas provokant heißt: „An dieser Stelle dürfen Sie über das Abladen von Gartenabfällen und Müll noch nicht einmal nachdenken!“ Denn das ist verboten und kann mit Strafen bis 20 000 Euro geahndet werden. Sie stehen dort, wo Wohnareale an den Forst angrenzen, an Trampelpfaden in den Wald oder Waldzufahrten.

Zudem hat Förster Krummel wie viele seiner Kollgen im Land seitdem Handzettel in Briefkästen gesteckt. Einerseits, um für Verständnis zu werben, Grünabfälle doch zu kompostieren oder auf eine Deponie zu bringen oder andererseits, um die Anwohner ultimativ aufzufordern, ihre „Deponie“ im Wald zu beräumen. Und er hat damit Erfolg. Etliche sind verschwunden.

Es gebe ja drei Gruppen von Menschen, weiß Krummel: Die einen tun es sowieso nicht, die zweiten mit Vorsatz, da können 30 Verbotsschilder stehen, „aber die dritte Gruppe, die es mit schlechtem Gewissen tut, bei denen haben wir ein Umdenken bewirkt.“ Gerade die genannten Lehnitzer wilden Deponien scheinen stillgelegt. „Das freut mich. Es liegt nichts Frisches mehr.“ Auch rufen Krummel inzwischen Anwohner an mit der Bitte: Können Sie nicht bei mir auch so ein Schild aufstellen? Manchmal sei das auch ein Wink mit dem Zaunspfahl für den Nachbarn.

„Letztlich ist es ja unser aller Wald, der gepflegt und gesund bleiben soll. Die Problem sei nicht verschwunden, aber es gebe eine positive Entwicklung.

Seit Jahresbeginn konnten aber auch fünf Müllsünder ausgemacht werden. Drei von ihnen bekamen eine Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Abladens von Gartenabfällen im Wald, zwei, weil sie Müll abgekippt hatten.

Von Heike Bergt

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