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Oranienburg Gerrit Große wirbt für Gemeinschaftsschulen
Lokales Oberhavel Oranienburg Gerrit Große wirbt für Gemeinschaftsschulen
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09:10 02.06.2016
Clermont-Schulleiter Olaf Wildgrube führte Gerrit Große (Mitte) und ihr politisches Team durch „seine“ Schule. Quelle: Marco Winkler
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Sachsenhausen

Gemeinschaftschule. Gemeint ist die Zusammenführung von Grundschulen und Oberschulen mit gymnasialer Oberstufe an einem Ort. Kinder sollen von der ersten bis zur 10. Klasse „länger gemeinsam lernen“. Gerrit Große von der Linken machte am Mittwoch Werbung für das Konzept, das die Fraktionen der Linken und der SPD vorantreiben wollen. Die Landtagsabgeordnete besuchte unter anderem die Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen.

„Ich kann mir Synergien mit einer Grundschule gut vorstellen“, sagte Schulleiter Olaf Wildgrube. „Das kann eine gelebte Gemeinschaft sein.“ Allerdings sieht er das Konzept der Schulzentren kritisch. Zumal die Schule schon viele Kriterien erfüllt – und Vorteile rar gesät sind. „Was hier geleistet wird, kann man nicht hoch genug anrechnen“, sagte Gerrit Große. „Mein Herz brennt für solche Schulen.“

Gerrit Große auf Info-Tour. Quelle: Winkler

Richtige Begeisterung flammte bei Olaf Wildgrube und Claudia Garbsch, Vorsitzende des Lehrerrats, aber nicht auf. „Für viele Schüler ist es nach der Grundschule gut, wenn sie das Umfeld komplett wechseln“, so Garbsch. Wenn sie schlechte Erfahrungen machen sei so ein Bruch für die Entwicklung des Schülers eine erstrebenswerte Sache. Bei Gemeinschaftschulen wäre der Übergang fließend, das Umfeld bliebe gleich. „Das pädagogische Ziel ist es, den Druck eines Schulwechsels nach der 6. Klasse etwas einzudämpfen“, erklärte Große. Für Claudia Garbsch würde das aber einen folgenreichen Nachteil mit sich ziehen: „Opferschüler, die Mobbing erfahren haben, würden Opfer bleiben.“

Große entkräftet die Befürchtung: „Wer nicht auf der Schule bleiben möchte, muss das nicht. Wir setzen die anderen Schulen nicht außer Kraft.“ Das Konzept der Gemeinschaftsschule beruhe auf Freiwilligkeit. Es könne zudem als Kooperation der Schulen starten, ohne gleich eine „Verschmelzung“ nach sich zu ziehen. Ihr geht es um die Stärkung der Schulen, gerade in strukturschwachen Regionen. Ein Schülerproblem hat die Jean-Clermont-Schule nicht. Aber viele andere.

Viele Probleme abseits einer neuen Schulstruktur

Es gibt 107 Erstanmeldungen für 69 Plätze. Zu Hochzeiten müssen sich 100 Schüler im offenen Essenraum 70 Stühle teilen. Das Wohnortprinzip sei eine zusätzliche Last, so Wildgrube. So haben Malzer Schüler keine Chance, die Sachsenhausener Schule zu besuchen, weil sie zu weit weg wohnen. Es fehlt die fachliche Begleitung für Quereinsteiger. „Eine Bio- und Chemielehrerin hat deshalb nach einem Jahr geschmissen“, so der Schulleiter. Verträge werden nicht entfristet. Schüler mit Förderbedarf werden nicht ausreichend unterstützt. Konkrete Erschwernisse im Schulalltag abseits einer weiteren Schulstruktur. „Auch diese Probleme haben wir parallel immer auf dem Schirm“, sagte Gerrit Große.

Nach ihrer Info-Tour wird die Fraktion das Konzept der Gemeinschaftschule „schärfen“, Gespräche mit dem Finanzminister Christian Görke (Linke) führen. Im Herbst wird der Landtag das Konzept beschließen. Es gibt dazu, so Große, auch ein kommunales Investitionsprogramm, dass die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen in Brandenburg mit 25 Millionen Euro unterstützt.

Von Marco Winkler

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