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Oranienburg Harte Hunde packen in Wensickendorf an
Lokales Oberhavel Oranienburg Harte Hunde packen in Wensickendorf an
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00:23 20.01.2019
Ralf Seeger (l.), seine Harten Hunde und die Helfer vom Verein während der Dreharbeiten. Quelle: Privat
Wensickendorf

“Eigentlich hatten wir mit dem Einsatz gar nicht mehr gerechnet“, verrät Steven Giese. Vor fünf Jahren war er mit seiner Frau nach Wensickendorf gezogen, gibt seitdem dort als Pflegestelle für den Verein „Gnadenhof Wildtierrettung Notkleintierealten und kranken Tieren ein Zuhause, päppelt Wildtiere in Not wieder auf.

Entrümpelung des Geländes war Mammutaufgabe

„Als wir das Gelände damals übernahmen, mussten wir alles entrümpeln“, erinnert sich der 39-Jährige. Eine Mammutaufgabe, für die sich Steven Giese und seine Mitstreiter Unterstützung von TV-Star Ralf Seeger erhofften. Per Brief wandten sie sich an den einstigen Profikampfsportler, der heute als überzeugter Tierschützer im Fernsehen für Aufsehen sorgt. Der 57-Jährige ist eine stattliche Erscheinung, muskelbepackt und ganzkörpertätowiert greift er bei seiner Arbeit auch zu unorthodoxen Mitteln. Immer inklusive: seine direkte Schnauze. Immer dabei: TV-Kameras und Fernsehzuschauer der Sendung „Harte Hunde – Ralf Seeger greift ein“. Als „härtester Tierschützer Deutschlands“, so der TV-Sender Vox, „ist er dabei im Einsatz um notleidenden Tieren zu helfen“. Seit Jahresbeginn läuft die fünfte Staffel der Doku-Serie, immer sonnabends um 19.10 Uhr.

2018 plötzlich Nachricht von der TV-Produktionsfirma

2014 wurde aus der Zusammenarbeit zwischen Ralf Seeger und den Wildtierrettern aus Oberhavel nichts. Mitte 2018 meldete sich die TV-Produktionsfirma jedoch plötzlich beim Verein, fragte nach, ob ein Projekt mit den „Harten Hunden“ noch vorstellbar wäre. „Per E-Mail, kurz und knackig“, erinnert sich Steven Giese. „Wir haben uns zusammengesetzt und beraten. Die Produktionsfirma hat nach Vorschlägen gefragt, wo der dringendste Handlungsbedarf ist.“

Diese Scheune wuppten Ralf Seeger, die Harten Hunde und die Vereinsmitglieder gemeinsam. Quelle: Enrico Kugler

Riesenprojekt: Die alte, morsche Scheune

Schnell war klar: die alte, morsche Scheune ist genau das richtige Projekt für das Team um Ralf Seeger. „Für uns eine Riesenbaustelle“, sagt Steven Giese. Für den 57-Jährigen Seeger war es die erste Zusammenarbeit mit einer Wildtierrettung. Und zugleich eines der größten Bauprojekte, welches er bislang umgesetzt hat. Vereinsmitglied Ruth Schnitzler erinnert sich lebhaft an die Dreharbeiten im September 2018: „Von der Dreh-Bestätigung bis zu den ersten Aufnahmen hatten wir nur zwei Wochen Zeit. Es gab unendlich viel zu organisieren, vorzubereiten und zu koordinieren.“ Möglich machte das gesamte Projekt erst die Unterstützung der „Siggi & Sissy-Loch-Stiftung Mensch und Tier“ aus Berlin. „Sanierung und Reparatur der Scheune sprengten das Budget der Sendung. Wir haben einen Eigenanteil beigesteuert, den die Stiftung zur Verfügung stellte, damit das Ganze überhaupt stattfinden kann.“

Sven Giese von den Wildtierrettern ist glücklich mit dem Ergebnis der Arbeit, wenngleich die Zeit während der Dreharbeiten „wirklich hart war“. Quelle: Enrico Kugler

Drehtage schweißen den Verein zusammen

Während der Dreharbeiten war neben den Harten Hunden auch ein Großteil der Vereinsmitglieder täglich auf dem Gelände, half beim Sägen und Malern, aber auch Kochen. „Es war eine harte Zeit, die unser Team noch mehr zusammengeschweißt hat“, blickt Ruth Schnitzler zurück. „Wir alle haben aus dieser Zeit etwas für’s Leben mitgenommen und gelernt.“ Sie selbst habe zudem während dieser Tage „Schimpfwörter gehört, die ich in meinem ganzen Leben noch nie vernommen habe“, verrät sie lachend. Das Endergebnis der Dreharbeiten schauen sich die Vereinsmitglieder am Sonnabend gemeinsam vor dem Fernseher an. „Wir sind alle sehr gespannt. Zwar waren wir bei den TV-Aufnahmen dabei, aber das dann im Fernsehen zu sehen, ist doch noch mal etwas ganz anderes“, sagt Steven Giese. Mit dem Ergebnis des Arbeitseinsatzes „sind wir super zufrieden. Allein hätten wir das niemals geschafft“.

Ralf Seeger freundete sich mit Wildschwein „Pommes“ an, das auf dem Gelände lebt. Quelle: Privat

1,45 Millionen Zuschauer verfolgten TV-Sendung über Tierheim Tornow

Insgesamt 1,45 Millionen Zuschauer verfolgten vergangenen Sonnabend auf Vox, wie Ralf Seeger das Tierheim des Tierschutzvereins Oberhavel in Tornow mit einem neuen Zuhause für Streunerkatzen ausstattete. Auf gute Einschaltquoten hoffen auch die Wildtierretter. Rund 2000 tierische Notfälle versorgen sie jedes Jahr. Ehrenamtlich, ohne einen Cent Entlohnung. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden, jeder Euro fließt in die Versorgung und Verpflegung der Tiere, in Arbeitsmaterial und Ausstattung.

Info: „Harte Hunde – Ralf Seeger greift ein“ bei den Wildtierrettern in Wensickendorf wird am Sonnabend, 19. Januar 2019, von 19.10 bis 20.15 Uhr auf Vox ausgestrahlt.

Von Nadine Bieneck

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