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Handwerk und Naturschönheiten aus

Silvesterspaziergang am Stechlinsee zieht mehr als 100 Gäste an Handwerk und Naturschönheiten aus

Alle Jahre wieder: Der Silvesterspaziergang am Stechlinsee ist längst zu einem Selbstläufer geworden. Für viele Menschen aus der Region ist die Teilnahme zu einem Muss geworden. Das hat sich am Donnerstag wieder eindrucksvoll gezeigt.

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Renate und Klaus Fechner erzählen vorm Glasmuseum von der örtlichen Geschichte.

Quelle: FOTOS: UWE HALLING

Neuglobsow. „Wir haben die ’100’ wieder geknackt!“ Der Stechliner Bürgermeister Wolfgang Kielblock war darauf besonders stolz. „Das ist auch ein Hinweis für die Presse.“ Soll heißen: Es kann jeder wissen, dass der Silvesterspaziergang am Stechlinsee eine gute Empfehlung ist. „Eine schöne Tradition. Niemand muss sich etwas anderes vornehmen und sollte den Vormittag einplanen.“ Das taten am Donnerstag mehr als 100 Damen, Herren und Kinder. Viele gelten als Wiederholungstäter. Einer von ihnen ist Carsten Dräger: „Ich finde es angenehm, dass viele Leute zusammenkommen, die man sonst lange nicht sieht, mit denen man ins Reden kommt. Diesmal waren viele Granseer hier.“

Genau das ist das eine Anliegen des vom Amt Gransee und Gemeinden veranstalteten Spaziergangs. Das andere: Den Gästen wird regionales Wissen vermittelt. Dafür prädestiniert sind Renate und Klaus Fechner, die die Spaziergänger seit Jahren mit ihrem Wissen füttern. Die Kultur- und Reiseführer lotsen die Gäste zu den Naturschönheiten rund um den Stechlinsee – und verknüpfen das mit literarischen Aspekten. Diesmal drehte sich alles um das Geschäft mit der Glashütte.

Theodor Fontane äußerte sich in einer seiner Aufzeichnungen so: „Am meisten beeindruckt hat mich auf meiner Reise der Besuch in der hiesigen Glashütte... ich habe die größte Hochachtung vor diesen  Leuten,  die einen so unentbehrlichen Stoff herstellen. Ich war immer schon  der  Ansicht, dass es Wichtigeres gibt als Gold. Glas zum Beispiel halte ich für nützlicher.“ In Neuglobsow kam das Glas aus der „grünen Hütte“, was auf die Farbe der von den Glasbläsern produzierten Ware schließen lässt. „Der Sand war nicht ganz rein, deshalb wurde hier  wohl  das  grüne Glas produziert“, sagte Klaus Fechner.

Neuglobsow hatte nacheinander zwei Glashütten. Die erste entstand 1780 am Waldrand nahe des Dagowsees. Die zweite wenige Meter weiter südlich. Noch heute erinnern gläserne Fundstücke, alte Glasmacherhäuser, historische Grabanlagen und der ehemalige Hüttenkrug, die heutige Fontanegaststätte, an die Glaszeit des Ortes. Aber auch ein Denkmal an der Fontanestraße zeugt von der handwerklich besonderen Zunft. Der Künstler Andreas Uckert hat es einst gefertigt, der Glasmacher ähnelt sehr Theodor Fontane. Im Glasmacherhaus (Stechlinseestraße) wird der Tradition im Ort gedacht.

„Ich finde die Tradition mit dem Silvesterspaziergang sehr schön. Man sieht nette Leute wieder und kann angenehme Gespräche führen“, sagt Amtsausschussvorsitzende Christin Zehmke. Sie lobte die Arbeit der Feuerwehrleute, „die die Veranstaltung liebevoll vorbereitet haben, danke dafür.“

Amtsdirektor Frank Stege nutzte die Gelegenheit, um den Ehrenamtlichen Dank zu sagen, die 2015 maßgeblich dazu beigetragen hätten, um Veranstaltungen auf die Beine zu stellen – sehr oft flankiert von Wolfgang Schwericke, dem stellvertretenden Amtsdirektor. Stege informierte in gebotener Kürze über die schwierige finanzielle Lage, da es einen Einbruch bei den Gewerbesteuern gegeben habe. „Und trotzdem werden wird im Jahr 2016 etwa fünf Millionen Euro investieren“, kündigte er an. Zum Abschluss gebracht werden soll unter anderem der Radweg von Menz nach Neuglobsow. „Wenn der eingeweiht wird, wollen wir mit Hilfe von Rolf Töpfer versuchen, die Radsportlegende Täve Schur zu und zu holen.“

Von Stefan Blumberg

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