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Hausmannskost für Oranienburgs Kinder?

Oranienburg Hausmannskost für Oranienburgs Kinder?

Die Stadtverordneten hatten es 2014 gefordert, jetzt liegt es vor: Das Konzept, in dem die Verwaltung unter anderem prüfen sollte, ob die Kinder der städtischen Kitas, der Grundschulen und Horte wieder über eine zentrale Küche „bekocht“. Fazit: Die Ex-Kasernenküche in Lehnitz ist geeignet. Der finanzielle Aufwand wäre aber enorm.

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Könnte es bei den Jüngsten immer geben: Nudeln mit Tomatensoße.

Quelle: dpa

Oranienburg. Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Für Kinder sollte vor allem viel Obst und Gemüse auf den Teller kommen. Ausgewogen sollte das Angebot sein zwischen Fisch, Fleisch und geliebten Nudeln und vor allem eines sollte das Essen sein: lecker. Beliefert werden die städtischen Kitas und Grundschulen aktuell vom Groß-Caterer Sodexo. Schuleigene Küchen gehören der Vergangenheit an. Kosten und Aufwand waren zu hoch. Doch könnte man für die Jüngsten nicht doch wieder selbst kochen? Eine zentrale Küche einrichten und damit mehr Einfluss nehmen auf das, was täglich aufgetischt wird? Vor zweieinhalb Jahren hatten Oranienburgs Stadtverordnete die Verwaltung beauftragt, diese Fragen zu prüfen. Hintergrund war der Skandal um die „Gammelerdbeeren“. Zu prüfen sei auch, ob die stillgelegt Küche in der ehemaligen Lehnitzer Kaserne dafür wieder „hochzurüsten“ ist. Was das kostet und wie sich die Investitionen auf den Preis pro Essen auswirken. Das Konzept liegt nun vor. In der „AG Essen“ der Stadt ist es bereits vorgestellt worden, nun auch im Bauausschuss am 6. September.

Mit dem Bau- und Faktencheck war ein externer Fachmann beauftragt worden, so Baustadtrat Frank Oltersdorf. Fazit: Die stillgelegte Küche in Lehnitz sei durchaus geeignet, um sie zu reaktivieren. Hier könnten anfangs 3000 Essenportionen täglich gekocht werden, später auch auf 10 000 aufgestockt werden. Investiert werden müssten rund 100 000 Euro, unter anderem für die Instandsetzung der Kühlhäuser, die Spülen und Lastenaufzüge, in Malerarbeiten und Spülmaschinen. Zudem in fünf Transportfahrzeuge, 150 Thermoboxen die gesamte Küchenausstattung. Noch einmal Kosten in Höhe von geschätzt 385 000 Euro.

Für die Betreibung wird eine städtische Gesellschaft im Zusammenwirken mit einem privaten Dienstleister empfohlen. Zudem müsste die Liegenschaft und das Gebäude gekauft werden, hinzu kommen Personalkosten. Summasummarum wird von einer Erstinvestition von 1,1 Millionen Euro ausgetragen, um das Projekt auf den Weg zu bringen.

Im Konzept wird davon ausgegangen, dass die Kosten pro Essen um 1,16 Euro steigen. Da der Anteil der Eltern an den Kosten bei 1,50 Euro in der Krippe, 1,74 Euro in der Kita und 1,96 für ein Schulessen „gedeckelt“ ist, steigen die Zuschüsse aus dem städtischen Etat. Jährlich um zirka 696 000 Euro.

Die Diskussion ist angestoßen. Druck für eine schnelle Entscheidung gibt es nicht. Denn schon im Herbst 2016 muss die Stadt die Essenversorgung nach Ablauf von vier Jahren zum 31. Juli 2017 neu ausschreiben. Und das europaweit.

„Der Ausbau einer Küche ist möglich, aber der Aufwand ist enorm. Und er bringt zusätzliche Belastungen für den Haushalt. Anderes muss dann zurückstehen“, so Frank Oltersdorf.

Ob die Stadt ab 2021 wieder in „Hausmannskost“ für die Jüngsten investiert, bleibt in der Entscheidung der Stadtverordneten.

Von Heike Bergt

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