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Oranienburg „Heldkannjeder“
Lokales Oberhavel Oranienburg „Heldkannjeder“
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19:00 20.12.2018
Die Studenten Robert Gintrowicz, Konrad Bohm und Philipp Humbsch mit Landrat Ludger Weskamp (v. l.) vor dem großen Plakat. Quelle: ENRICO KUGLER
Oranienburg

Stabile Seitenlage sollte drin sein. Verband anlegen auch. Herzdruckmassage? Nicht ganz so einfach, lässt sich aber üben. „Erste Hilfe kann so einfach sein“, sagt Robert Gintrowicz vom Verein Pépinière. Aber jeder zweite zuckt zusammen, wenn ein anderer Hilfe braucht – gestürzt ist, das Bewusstsein verlor oder Opfer eines Unfalls ist. Der Verein geht dagegen an, will dazu beitragen, lebensrettende Erste-Hilfe-Kenntnisse zu verbreiten, mehr Aufmerksamkeit für ein sozialeres, gemeinschaftlicheres Miteinander zu generieren. Dafür rühren die Vereinsmitglieder – Gründungsmitglieder waren Medizin- und Pharmaziestudenten, Rettungsdienstmitarbeiter sowie Erzieher oder Elektriker – kräftig die Werbetrommel für die Erste-Hilfe-Leistung im Alltag.

Am Donnerstag stellte der Verein, der in Brandenburg und Berlin aktiv ist, sein Vorhaben „Heldkannjeder“ vor. Inhalt ist, Informationsplakate zum Thema „Erste Hilfe“ im öffentlichen Nahverkehr für die Verbreitung lebenswichtigen Wissens einzusetzen. „Außerdem werben wir damit für das Ehrenamt: mehr Menschen sollen auf gemeinnützige Arbeit aufmerksam gemacht werden“, sagt Philipp Humbsch, der gemeinsam mit Konrad Bohm die Gründung des Vereins initiiert hatte. Mit im Boot sitzt die Oberhavel-Verkehrsgesellschaft. „In 80 Bussen werden die Plakate hängen“, sagt Betriebsleiter Heiko Moormann. Nicht nur die OVG wurde für die Aktion gewonnen, es gibt auch einen ganz prominenten Schirmherren: Innenminister Karl-Heinz Schröter war gestern beim Startschuss dabei. Er sagte: „Die Hürde, die die Menschen bei der Erste-Hilfe-Leistung nehmen müssen, ist relativ hoch. Der Verein will mit seiner Arbeit Ängste abbauen. Es ist ein ganz tolles Projekt, zumal damit auch ehrenamtliche Helfer gewonnen werden sollen. Im Alltag sind insbesondere die Vertreter des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr oder andere Hilfsorganisationen mit dem Thema konfrontiert. Es ist aber jedem möglich, zu helfen.“

Auch Landrat Ludger Weskamp erklärte, „dass wir schon eine ganze Menge machen, um Unfälle zu verhindern, aber sie passieren trotzdem. Deshalb braucht man Ersthelfer. Das kann jeder.“

Die Zielgruppe des Vereins sind vornehmlich Kinder. In den zwei Jahren haben die Studenten etwa 5000 Mädchen und Jungen mit ihrem Drei-Tageskurs-geschult. „Brandenburg ist da Vorreiter“, sagt Philipp Humbsch. „Es ist wichtig, dass man die Erste Hilfe sehr früh lernt, um einzugreifen, wenn jemand Hilfe braucht.“ Humbsch freut sich, dass mit der Unterstützung der OVG vermutlich 500 000 Fahrgäste täglich das Plakat vor Augen haben. „Auch wenn nicht alle sofort Ersthelfer werden, aber die Wichtigkeit prägt sich ein, wenn man das Plakat ständig sieht“, so der Pépinierè-Mann.

Das Angebot des Vereins für die Schüler ist kostenlos, das gebrauchte Material wird durch finanzielle Unterstützung von Innenministerium und verschiedenen Geldgebern finanziert. Die Ausbildung machen die Vereinsmitglieder insbesondere mit Sechs- bis Zwölfjährige, aber auch in weiterführenden Schulen und auch für Erzieher hat der Verein die dreitägige Ausbildung im Angebot . Die sieht so aus: An den ersten beiden Tagen wird ausgebildet: stabile Seitenlage, Verbände, Eigenschutz, Herzdruckmassage – all das wird praktisch geübt. Der dritte Tag ist der Prüfungstag. Philipp Humbsch: „Die Kinder bekommen das sehr gut hin.“ Robert Gintrowicz drückt es nur anders aus: „Jeder kann ein Held sein.“

Von Stefan Blumberg

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