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Hennigsdorf: Linken ist Gala zu teuer

Ärger um Neujahrsempfang Hennigsdorf: Linken ist Gala zu teuer

Der Stadtverband der Hennigsdorfer Linken hat den Neujahrsempfang im Stadtklubhaus kritisiert. Angesichts von Steuer- und Abgabenerhöhungen wirke es zynisch, wenn sich die selbst ernannte Stadt-Elite auf Kosten des Steuerzahlers abfeiere, heißt es in einer Erklärung des Stadtverbandes auf Facebook. Rund 15 000 Euro kostet die Veranstaltung.

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Ein reichhaltiges Buffet gibt es jedes Jahr beim Hennigsdorfer Neujahrsempfang. Die Linke kritisiert das nun.

Quelle: Foto: Bergt/Archiv

Hennigsdorf. Die Hennigsdorfer Linke hat den alljährlichen Neujahrsempfang, der morgen wieder im Stadtklubhaus stattfindet, kritisiert. Angesichts des vergangenen Jahres mit Steuer- und Abgabenerhöhungen wirke es zynisch, wenn sich die selbst ernannte Stadt-Elite auf Kosten des Steuerzahlers abfeiere, heißt es in einer Erklärung des Stadtverbandes auf Facebook. „Wir fordern den Bürgermeister auf, sein Konzept eines elitären Neujahrsempfangs zu überdenken und stattdessen ein echtes Dankeschön für alle Bürger ins Auge zu fassen“, heißt es weiter. Andernfalls könne man das Geld auch im Sinne der Haushaltskonsolidierung ganz einsparen.

Beim Neujahrsempfang sind in diesem Jahr rund 450 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Einwohnern geladen. Dazu gibt es ein reichhaltiges Buffet und Live-Musik. Rund 15 000 Euro sind in diesem Jahr für die Veranstaltung im Haushalt eingeplant.

Bei der Hennigsdorfer Stadtverwaltung wehrt man die Kritik der Linken-Fraktion ab. „Für uns ist der Neujahrsempfang eine bewährte und allseits geschätzte Gelegenheit, den Einrichtungen, Unternehmen, Verbänden, Vereinen und ehrenamtlich tätigen Bürgern für ihre engagierte Arbeit in den verschiedensten Bereichen des Gemeinwesens Dank zu sagen und den Austausch miteinander zu pflegen“, erklärte Stadtsprecherin Ilona Möser auf MAZ-Anfrage.

Tatsächlich sieht die Haushaltslage aber alles andere als rosig aus, wie die Linken anmahnen. Vor allem wegen der eingebrochenen Gewerbesteuer muss die Stadt sparen, etwa eine Million Euro wurden bereits 2015 zusammengestrichen. Weitere Maßnahmen sollen folgen: Im Februar etwa sollen die Stadtverordneten darüber entscheiden, ob die Friedhofsgebühren durch eine neue Satzung angehoben werden. Zudem werden die Fraktionen diskutieren, ob die Trägerschaft der beiden Oberschulen in Hennigsdorf wieder in die Hände des Landkreises gegeben werden soll. Auch Freiwillige Leistungen sollen auf den Prüfstand kommen.

Bei der SPD-Fraktion will man sich aber zum Thema Stadtempfang nicht äußern. „Das finde ich zu kindisch“, erklärte Udo Buchholz (SPD). Horst Brandenburg (Bürgerbündnis) kann die Kritik der Linken dagegen nachvollziehen. Man könne sich als Stadt nicht als besonders wohlhabend darstellen, wenn es nicht so sei. „Wir können angesichts der Haushaltslage nicht mehr aus dem Vollen schöpfen.“ Brandenburg könne sich aber vorstellen, die Veranstaltung abzuspecken, etwa beim reichhaltigen Buffet. „Wir kommen da ja nicht hin, um uns alle satt zu essen.“ Horst Brandenburg plädiert aber dafür, den Neujahrsempfang auch in den kommenden Jahren durchzuführen. Die Veranstaltung sei ein wichtiger Termin, an dem auch Wirtschaftsvertreter eingeladen seien. „Das ist ja eine Veranstaltung, die als Werbung für den Standort Hennigsdorf wahrgenommen wird“, sagt Brandenburg mit Blick auf potenzielle Firmenansiedlungen.

Von Marco Paetzel

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