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Oranienburg „Herr Assadi steckt im Detail“
Lokales Oberhavel Oranienburg „Herr Assadi steckt im Detail“
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22:18 06.11.2018
Alireza Assadi stellt sich den Abgeordneten am Montagabend vor, obwohl er den meisten bestens bekannt ist. Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg

Montagabend, 19.12 Uhr: Alireza Assadi bekommt den ersten Glückwunsch. Anschließend gratulieren ihm viele Stadtverordnete zu seinem Aufstieg zum Geschäftsführer der Oranienburg Holding GmbH, die am 1. Januar 2019 die Arbeit aufnehmen soll. Alireza Assadi gewinnt das Auswahlverfahren im „Finale“ gegen Markus Lamb (MAZ berichtete in der Dienstagausgabe). Er freut sich über diese Entscheidung. „Jetzt können wir endlich loslegen. Es gibt viel zu tun!“ Die vier städtischen Unternehmen Stadtwerke, Woba, Stadtservice sowie Tourismus/Kultur sollen zusammengeführt werden.

Der unterlegene Markus Lamb. Quelle: Stefan Blumberg

Tätig in international agierenden Firmen

Alireza Assadi und Markus Lamb wurden zum Tag der Entscheidung eingeladen. Beide hatten die Chance – unabhängig von ihrer Bewerbung – sich ein letztes Mal vor den Stadtverordneten zu präsentieren. Auf der einen Seite Alireza Assadi: „Ich bin 46 Jahre alt, verheiratet und habe eine Tochter“, sagte er. Und: „Ich bin Perser und in Deutschland aufgewachsen.“ Mit 13 Jahren kam er nach Deutschland. Beruflich habe er sich „von der Aushilfe bis zum Finanzdirektor“ hochgearbeitet. Er schwenkte nach seinem Abi vom ursprünglichen anvisierten Arztstudium auf Betriebswirtschaft um, arbeitete in international agierenden Unternehmen, war einige Jahre selbstständig und heuerte 2012 als Geschäftsführer der Stadtwerke Oranienburg an. „Ich wollte das Unternehmen zu einem modernen Dienstleister machen. Wir stehen auf sehr gesunden Füßen und haben jetzt mehr Mitarbeiter als bei meinem Antritt.“ In den vergangenen zwei Jahren trieb er als Projektleiter die Bildung der Oranienburg Holding wesentlich voran. „Das Konzept liegt auf dem Tisch, es wartet darauf, umgesetzt zu werden“, so Assadi, der seinen Hauptwohnsitz in Frankfurt/Main und seinen Nebenwohnsitz in Oranienburg hat. „Das funktioniert“, sagte er. In der Regel ist er vier Tage in der Woche in Oranienburg. „Es kommt nicht auf die Präsenz an, sondern auf das, was man leistet“, sagte er.

Die Abstimmung: 21:9 ging sie aus. Quelle: Stefan Blumberg

Lamb stammt aus einer Unternehmerfamilie

Und dann stellte sich Markus Lamb vor. Der Saarländer habe sich beruflich und privat „bereits viermal für Oranienburg entschieden“, die Stelle des Geschäftsführers der Oranienburg Holding sollte das fünfte Mal sein, „um die städtischen Unternehmen zusammenzuführen und den Stadthaushalt zu entlasten“. Er stamme aus einer Unternehmerfamilie (Hotel/Restaurant), habe selbst viel probiert (Betriebslehre, Informatik, Außenhandel), spreche polnisch (seine Frau ist eine gebürtige Polin), französisch, englisch. Er arbeitete für Mercedes Benz und seit 2001 für Michelin. Über diese Firma kam er 2005 nach Oranienburg, wurde 2011 Geschäftsführer von Pneu Laurent. Er ist mit seiner Familie – dazu gehört ein Sohn (11) – in Oranienburg-Süd sesshaft geworden. Derzeit ist der 44-Jährige weltweit als Geschäftsführer des Gummiherstellers Cobra (USA, China, Polen, Frankreich) unterwegs. In diesem Jahr hob er allein mit Lufthansa-Maschinen 120-mal ab.

„Nicht im stillen Kämmerlein“

Bürgermeister Alexander Laesicke betonte vor der Abstimmung, „dass wir das Verfahren überhaupt nicht im stillen Kämmerlein vollzogen haben“. Er reagierte damit auf Äußerungen aus der Stadtverordnetenversammlung und Kritik von außen. Die kam übrigens auch nach der Entscheidung in den sozialen Netzwerken auf („Ja, irgendwie war das klar!“ – „Alles ein abgemachtes Ding und so schieben wir die Posten weiter!!!“). Laesicke erklärte, „dass wir viele, viele Leute mit einbezogen haben. Und ich weiß heute nicht, wie es hätte besser laufen können“. Es habe 20 Bewerbungen gegeben. Alle Abgeordneten hätten Einsicht gehabt. Sechs der Bewerber seien zu Gesprächen eingeladen worden. Alle Fraktionsvorsitzenden und die Verwaltungsspitze hätten die Gespräche geführt. Und alle hätten sich darauf verständigt, zwei Kandidaten zum Tag der Entscheidung einzuladen.

„Assadi war der Maßstab, aber nicht gesetzt“

Alexander Laesicke nahm am Montag – nach der Präsentation der Kandidaten und der intensiven Fragerunde – sein Vorschlagsrecht wahr. „Beiden meine Anerkennung. Herr Assadi ist dem Haus bestens bekannt, er bringt Ergebnisse, hat die Gründung der Holding vorangebracht, er steckt im Detail. Er war der Maßstab, aber nicht gesetzt.“

Die Linken-Fraktion beriet sich kurz vor der Abstimmung. Quelle: Stefan Blumberg

Die nächsten Schritte

Alireza Assadi habe die erste Nacht nach der Entscheidung gut geschlafen. „Natürlich rattert einem die Terminkette durch den Kopf, die jetzt folgt“, sagte er am Dienstag. Mehrere Dinge sind in den nächsten Wochen – möglichst bis zum Jahresende – auf den Weg zu bringen. Dazu gehört der Akt der Gründung der GmbH. Dann müssten die Mitarbeiter aus den städtischen Unternehmen in die Holding überführt werden, arbeitsrechtliche Dinge sind da unter anderem zu klären, Mitarbeitergespräche zu führen. Steuerliche Besonderheiten müssten organisiert, die gesamte IT-Infrastruktur (Hard- und Software) neu aufgebaut werden. Logos und Website würden genauso benötigt wie die Kommunikationskanäle (Aufsichtsrat, Betriebsrat, Mitarbeiter). „Die Holding muss funktionstüchtig werden“, so Alireza Assadi.

Von Stefan Blumberg

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