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Oranienburg Holocaust-Überlebende erinnert sich
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11:40 22.09.2016
Halina Birenbaum. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Sie erinnert sich. Immer wieder. Ständig durchlebt die Holocaust-Überlebende Halina Birenbaum die Schrecken ihres Lebens. „Ich muss es immer wieder erzählen“, sagte sie am Mittwoch vor der Jahrgangsstufe 10 des Louise-Henriette Gymnasiums. Die Erinnerungen kamen assoziativ. „Es ist alles nicht chronologisch, mir kommen immer wieder Bilder in den Kopf“, sagte die 87-Jährige.

Geboren wurde sie am 15. September 1929 in Warschau. Kurz vor ihrem zehnten Geburtstag „begann eine neue Ära für Polen“, wie sie sagt. Der Krieg kam ins Land. Hitlers Soldaten. Der Tod. Halina Birenbaum klammerte sich an ihre Familie. Sie gaben ihr Halt. Mutter, Vater, zwei ältere Brüder. „Meine Mutter gab uns Ruhe.“ Sie war pragmatisch, ließ keine Angst zu, verteilte Hoffnungsschimmer wie Bonbons. „Mein Vater war sensibler, hat mehr gebetet.“ Dann kam der Hunger, der unstillbar war. Nur Brot war noch da – unter das Mehl mischten die Bäcker viele andere Zutaten, um es strecken. „Gegen den Hunger habe ich oft geträumt, dass ich esse.“

Doch der Schrecken des Warschauer Ghettos war erst der Anfang. Halina Birenbaum kam als Kind in die Konzentrationslager Majdanek, Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück. Was sie sah, kann sie kaum in Worte fassen. „Es sind die schrecklichsten Geschichten.“ Geschichten von Leichenbergen, qualvollen Vergasungen, Kindergräbern, verbranntem Fleisch, der Haut lebender Frauen, aus denen Lampenschirme geschneidert wurden. „Aber wir wollten leben, einfach nur leben.“

Das Schlimmste beherbergte aber auch das Beste: Familienliebe. Selbst die wurde ihr genommen. Ihre Mutter wurde in Majdanek ermordet, ihr Vater im Vernichtungslager Treblinka. Doch sie überlebte, trotz aller Widerstände. Über all das hat sie ein Buch geschrieben: Die Hoffnung stirbt zuletzt. In Neustadt-Glewe, einem Außenlager Ravenbrücks, wurde Halina Birenbaum 1945 befreit, danach emigrierte sie nach Isreal.

In Oranienburg erzählte sie, veranstaltet vom Institut Neue Impulse aus Berlin, ihre Geschichte. Schulleiterin Gabriele Schiele war ergriffen über die Ausführungen. Es sei eine Sache, Zahlen und Fakten über Auschwitz zu lehren und zu lernen, „aber das hier ist ein Menschenleben“, sagte sie.

Von Marco Winkler

Das Handwerk hat es nicht leicht. Fachkräfte gehen in den Ruhestand, Lücken können kaum gefüllt werden. „Es ist wichtig, Schülern Alternativen zum Abitur zu zeigen“, sagte Dirk Hagemann, Geschäftsführer des Lehrbauhofs Oranienburg. Dort startete am Mittwoch die Berufsorientierungstournee (BOT).

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