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Im Notfall mit Deo und Ellenbogen wehren

Selbstverteidigung Im Notfall mit Deo und Ellenbogen wehren

Alles für die Sicherheit: In Kremmen (Oberhavel) haben Frauen gelernt, wie sie sich am besten selbst verteidigen. Klar ist: Es gibt einige Geheimnisse der geschickten Abwehr für den Ernstfall. Zum Beispiel muss es gar nicht immer Pfefferspray sein. Einige Tipps haben wir Ihnen mitgebracht.

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Julia Schröter aus Schönermark lässt sich schulen.

Quelle: FRITZ HERMANN KÖSER

Kremmen. Drei Dinge braucht die Frau: Deospray, Taschenlampe, Schirm. Passt alles wunderbar in eine Handtasche und kann zur Not als Waffe zweckentfremdet werden. Das Deo als Pfeffersprayersatz, der Rest als Schlagwaffe. Das sagt Francesca Venzke. Die Karate-Expertin von „Ki Dojo“ aus Potsdam bot vergangenen Sonnabend mit drei Vereinskollegen in der Kremmener Stadtparkhalle einen Selbstverteidigungskurs für Frauen und Mädchen an. Organisiert hatte ihn Heidi Sommer, Vorsitzende vom Kremmener Sportverein (KSV). Sieben Damen waren gekommen, aber keine Geflüchteten. An die hatte sich der Kurs auch gerichtet.

Und wenn man mal besagte Utensilien nicht dabei hat? Kein Problem, da kann schon der bloße Ellenbogen ausreichen. Francesca Venzke holt aus, und haut ihn mit voller Wucht gegen die Brust des Partners. Ein Schwung aus den Hüften verstärkt den Schlag. „Die Dinger tun richtig weh“, versichert sie. Zum Glück schützt sich ihr Gegenüber mit einem harten Kissen, einem sogenannten Pad. Julia Schröter aus Schönermark kann gar nicht genug bekommen. Immer wieder donnert ihr Ellenbogen gegen den gegnerischen Pad. Bis er schmerzt.

Trainer mit schwarzen Gürteln

Francesca Venzke, die wie ihre Kollegen den schwarzen Gürtel hat, zeigt weitere Methoden gegen körperliche Angriffe. Wird man etwa an den Händen festgehalten, kann man sich befreien, indem man sie ruckartig nach oben zieht. Und so die Schwäche des gegnerischen Daumens ausnutzt. Ein Schlag mit der flachen Hand gegen beide Ohren rundet die Verteidigungsmaßnahme ab.

All das funktioniere nur bei unbewaffneten Angreifern, betont Francesca Venzke. Wenn etwa jemand ein Messer zückt, helfe nur noch die Flucht. Setzt doch die Abwehr Bewaffneter mit bloßen Händen jahrelanges Training voraus.

„Ich habe laut geschrien“

Doch bevor es überhaupt zum Schlimmsten kommt, ging es darum, mögliche gefährliche Situationen zu vermeiden oder zu entschärfen.  Vor  der Halle spielen die Teilnehmer verschiedene Szenarien durch. Manches hat Francesca Venzke selbst erlebt. Etwa in der S-Bahn von Potsdam nach Berlin. Da hatte ein Drogenabhängiger einen Mitfahrer niedergeschlagen, als der den Platz wechseln wollte und dabei versehentlich gegen dessen Bein stieß. „Ich habe laut geschrien“, sagt sie. Mit Erfolg, zum Glück waren genug Leute in dem Wagen, es war noch früher Abend.

Heidi Sommer ist mit dem Kurs mehr als zufrieden. „Hier wurde jede Menge geboten“, sagt sie. Nur die geringe Teilnehmerzahl hat sie etwas enttäuscht. Dabei habe die Bevölkerung doch solche Angebote so sehr gewünscht. Vielleicht habe der Preis in Höhe von 40 Euro so manchen abgeschreckt. Für die Anwesenden hat es sich umso mehr gelohnt, so die KSV-Vorsitzende: „Die erhielten nahezu Einzelunterricht“.

Von Fritz Hermann Köser

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