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Oranienburg Ekelhafter Gestank in Germendorf
Lokales Oberhavel Oranienburg Ekelhafter Gestank in Germendorf
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01:15 01.03.2019
Der unverpackte Verpackungsmüll (kl. Foto rechts) stinkt Karsten Kalcklösch aus Germendorf gewaltig. Quelle: privat
Germendorf

Karsten Kalcklösch aus Germendorf geht gern mit seinem Hund spazieren. Da der 46-Jährige am Rande des Ortes wohnt, zieht es ihn mit seinem Vierbeiner und auch mal nur so zum Walken, in den nahe gelegenen Wald entlang des alten Bahndammes.

Extremer Gestank

Doch in den letzten Tagen entwickelte sich der Spaziergang durch die Natur statt zu einer Erholung zu einer Qual. „Es war unerträglich. Am Donnerstag und Freitag war es besonders extrem. Man hatte geradezu das Gefühl, den Müll im Mund zu haben“, erklärt Karsten Kalcklösch, der seit 2001 in dem Oranienburger Ortsteil lebt. Es stinke vergammelt und verwest.

Als Ursache hat Kalcklösch gepressten, jedoch nicht in Folie eingeschweißten Verpackungsmüll ausgemacht, der auf dem Gelände der Deponie Germendorf gelagert wird. „Seit einigen Tagen haben die auf der Deponie gelagerten Müllballen – so nenne ich sie einmal – erheblich zugenommen. Dazu kommt auch eine riesige Menge an gepresstem, aber nicht in Folie verpackten Müll.“

Müll in Germendorf Quelle: privat

Doch nicht nur über die Geruchsbelästigung, die bei entsprechender Windrichtung bis in den Ort hinein ziehe, sondern auch über eine mögliche Bodenverunreinigung durch den unverpackten Müll, der nur auf einer riesigen, weißen Folie gelagert werde, macht sich Kalcklösch Gedanken. „Ich mache mir Sorgen, dass bei Regen der Dreck in den Boden gespült wird.“

Reaktion des Landkreises

Überrascht reagierte sowohl der Landkreis, als auch Manfred Speder, Geschäftsführer der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH (AWU), welche die Deponie mit Kleinanlieferbereich im Auftrag des Landkreises betreibt, auf die Sorgen des Germendorfers.

Bisher sei von einer Geruchsbelästigung nichts bei ihm angekommen, teilte Speder auf MAZ-Nachfrage über Landkreissprecherin Constanze Gatzke mit. Speder fragte daraufhin bei seinen Mitarbeitern nach, die ihm bestätigten, dass (selten) bei ungünstigen Winden Gerüche von der Deponie bis nach Germendorf ziehen.

Karsten Kalcklösch aus Germendorf Quelle: Ulrike Gawande

Verwundert war man jedoch, dass die Beeinträchtigungen schon jetzt bei den kühlen Temperaturen aufgetreten seien, so Gatzke. Doch anders als vermutet, handele es sich bei dem offen gelagerten Verpackungsmüll nicht um den Inhalt aus den sogenannten Gelben Säcken, sondern es sei gewerblicher Folienmüll, der in Germendorf zwischengelagert werde.

Eine entsprechende Genehmigung sei beim Umweltamt beantragt und auch erteilt worden, so die Kreissprecherin. Dabei richte sich die Menge der Folienballen nach der Nachfrage der Firmen. Der Verpackungsmüll aus den Gelben Säcken und sogenannte PET-Flaschen jedoch werden in einem völlig anderen Verfahren in einer Presse bei der AWU in Velten verarbeitet.

Germendorf Muell Quelle: privat

Doch nach der Anfrage der MAZ ließ Manfred Speder den Sachverhalt prüfen und sagte zu, sofort weitere Folie zu bestellen, um umgehend auch den nicht verpackten Müll zu folieren. Eine Zusage, die Karsten Kalcklösch und andere Germendorfer freuen wird. „Ich war mir bewusst, dass ich in die Nähe einer Deponie ziehe“, so der 46-Jährige, doch damals sei von dort keine Geruchsbelästigung ausgegangen.

Von Ulrike Gawande

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