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Oranienburg Jacky Valentine: Erst Arzthelferin, jetzt Camgirl
Lokales Oberhavel Oranienburg Jacky Valentine: Erst Arzthelferin, jetzt Camgirl
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17:19 06.12.2016
Jacky Valentine begeistert mit ihren Kurven im Internet als sogenanntes Camgirl. Quelle: Julian Stähle
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Oranienburg

Es wäre einfach, über Jacky Valentine Witze zu machen. Blond gefärbte Haare, Extensions, Lippenstift und Nägel in Pink, künstliche Wimpern, operierte Brüste, solariumgebräunt. Ein wahrgewordenes Barbie-Klischee. Die 23-jährige Oranienburgerin sagt selbst, sie sei schon immer ein Püppchen gewesen. Ihren richtigen Namen möchte sie für sich behalten. Alles andere zeigt sie – vor der Kamera. Jacky Valentine ist ein so genanntes Camgirl. Heißt: Sie zieht sich im Internet vor Fremden aus.

Privat: Jacky Valentine mit Hündchen Honey: Beide fühlen sich hier wohl in der Kreisstadt. Quelle: Julian Stähle

Jacky steht in ihrer weißen Küche und backt Käsekuchen. Eine flache Variante, leicht warm serviert. „Es ist der einzige Kuchen, den ich kann“, gibt sie zu. Dafür könne sie gut kochen, ist gerne Hausfrau. Seit sie selbstständig ist, hat sie mehr Muße dafür - und einen Hund: Honey. „Als Arzthelferin hatte ich einfach keine Zeit für ein Haustier.“

„Ich bin offiziell Single“

Die gebürtige Berlinerin hat Arzthelferin in der Hauptstadt gelernt. In Hohen Neuendorf arbeitete sie in der Orthopädie. Vor drei Jahren ist sie wegen ihres damaligen Freundes nach Oranienburg gezogen. „Ich bin offiziell Single“, sagt sie ohne Bedauern. Oranienburg blieb ihr treu. „Es gefällt mir, gerade der Schlosspark.“ Die Arbeit als Arzthelferin war weniger ihrs. „Viel Stress, wenig Geld“, sagt sie. Jeder Cent wurde umgedreht. „Man kann sich kaum eine richtige Wohnung leisten von dem Gehalt.“

Beruflich: Jacky bei den Vorbereitungen zu einer neuen Sendung mit Kollegin RoxxyX. Quelle: Julian Stähle

Das ist nun anders. Seit April sendet sie im Internet. Dafür hat sie ihren Job gekündigt. „Angst vor finanziellen Einbußen hatte ich schon“, sagt sie. Unberechtigterweise. Sie verdient mit ihren Auftritten fünfmal so viel als in ihrem alten Job, kann sich eine Wohnung mit drei Zimmern leisten. Eines ist ihr Arbeitszimmer. Großer Fernseher, leistungsstarker Rechner für die Internetverbindung und eine gemütliche Couch.

Quelle: Julian Stähle

Wie Facebook, nur mit mehr Action und Vibratoren

Hier zieht sie sich in einem Live-Chat aus. „Es ist wie Facebook, nur mit mehr Action.“ In den Abendstunden läuft das Geschäft am besten, am Wochenende zwischen 22 und zwei Uhr nachts. Etwa 80 Menschen beobachten sie täglich. Jacky erfüllt Wünsche. Verkleidet sich als Krankenschwester, Stewardess, Schulmädchen. Süß und sexy. Das ist ihr Spielfeld. Meist schauen ältere Männer zu, aber auch Frauen.

Beim Ausziehen bleibt es nicht. Jacky legt auch selbst Hand an, hat Vibratoren und Dildos im Repertoire. „Ich bin offener in meiner Sexualität geworden“, sagt sie. Aber wie bringt man so einen Job seinen Eltern bei? „Mit meiner Mutti kann ich alles besprechen. Wäre sie dagegen gewesen, hätte ich nicht damit angefangen.“

Bei ihrem Opa war es schon schwieriger. „Es war wie eine Beichte, er redet auch nie darüber, muss er auch nicht.“ Auch ihr Vater sprach nach der Erklärung eine Weile nicht mit seiner Tochter. „Das hat sich aber gelegt.“ Freunde stehen zum Glück voll und ganz hinter ihr. Abweisung gab es kaum. Jackys Motto: „Es ist mein Leben und es gehört mir.“

Von Marco Winkler

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