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Oranienburg Mit Jette gesund und umweltschonend unterwegs
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit Jette gesund und umweltschonend unterwegs
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00:28 26.11.2018
Der Naturkostladen „Oranjeboom“, vor dem das Lastenrad Jette zukünftig steht, ist in der Lehnitzstraße 21 in Oranienburg. Quelle: Ulrike Gawande
Oranienburg

Oranienburg hat eine neue Postkutsche namens Jette – zwar hat sie nur zwei Räder und muss statt mit Pferdestärken mit Muskelkraft angetrieben werden, aber der orange Drahtesel kann eine Menge transportieren.

Jette war Sieger im Namenfindungswettbewerb

Freitagmorgen fand vor dem Naturkostladen Oranjeboom die offizielle Namensgebung für Oranienburgs erstes, kostenlos mietbares Lastenfahrrad statt. Jette heißt es. Der Name, der an die legendäre Postkutscherin erinnern soll, setzte sich bei einem Namensfindungswettbewerb durch. Pfarrer Friedemann Humburg, der die feierliche Namensgebung vornahm, hatte drei Wünsche für Jette. Erstens, dass es immer eine handbreit Luft unter der Felge habe. Zweitens, dass die Wartelisten stets lang seien, weil es von vielen Leuten ausgeliehen wird. Und drittens, dass es kein Einzelkind bleiben, sondern weitere Lastenräder die Stadt erobern mögen. „Die Luft in Oranienburg wird immer dicker, dem kann man so etwas entgegensetzen“, so Humburg. Es sei ein kleiner Schritt, wenn man zukünftig statt mit dem Auto mit dem Rad zum Brötchenholen fahre. „Das ist gut für Umwelt und Gesundheit.“

Idee aus Wien mitgebracht

Die Idee des Lastenrades hat der Oranienburger Pädagogikprofessor Henning Schluß aus Wien mitgebracht. Dort stehen den Bürgern seitens der Stadt 30 Räder in fast jedem Stadtteil zur Verfügung. Als er in Wien einmal eine Lampe transportieren wollte, habe er sich gedacht so ein Lastenrad könne auch Oranienburg gebrauchen. Neu kosten die Räder, die meist aus den Niederlanden stammen, rund 2000 Euro. Da entdeckte er bei Ebay ein gebrauchtes Rad bei einem niederländischen Händler in Berlin. In orange. „Das war wie für uns gemacht.“ Er kaufte es und suchte dann für seine Idee Mitstreiter. „Ich stieß auf große Bereitschaft von Menschen, die mitmachen wollten“, so Schluß. Die Kirchengemeinde beteiligte sich ebenso wie der ADFC, die Lebenshilfe, die Grünen, die Musikschule Klangfarbe Orange und private Unterstützer wie Heiko Semper, Jörg Roitsch oder Thomas Hebestreit als Fahrradpate. Bei Grit Golwacki vom „Oranjeboom“ fand sich ein idealer Stellplatz für das Rad, wo es an sechs Tagen in der Woche ausgeliehen werden kann. „Das ist eine tolle Sache.“

Breite Unterstützung für die Initiative in der Stadt

Dank für die Initiative kam auch im Namen der Stadt von Sven Dehler vom Stadtplanungsamt, der einen Sattelschoner und Warnwesten zur Namensgebung mitbrachte. Der Ausleihstandort an der Hauptachse, die vom Bahnhof über das Landratsamt, die Kirche bis nach Eden reicht und in den letzten Jahre für Radler und Fußgänger ausgebaut wurde, sei ideal gewählt. Auch Adelheid Martin (ADFC) freute sich riesig über das Engagement von Schluß. Sie sei stolz, mit der Initiative in Oranienburg Vorreiter zu sein.

Ladekapazität von 80 Kilogramm

Jette ist ein Rad der Marke Bakfiets und kann vorne mit 80 und hinten mit 50 Kilogramm beladen werden. Alternativ kann der Ladekorb auch als Sitz für zwei Kinder genutzt werden. Entsprechende Gurte sind angebracht und eine Regenplane ist vorhanden. Ausgeliehen wird Jette unkompliziert über die Internetseite der Initiative „fLotte“, der freie Lastenräder für Berlin und Brandenburg. Nach einer Registrierung öffnet sich ein Kalender, bei man seinen Wunschtermin – das Rad kann zwischen einem und drei Tagen entliehen werden – auswählt. Völlig kostenfrei. Doch über eine Spende zur Finanzierung von möglichen Reparaturen und der Versicherung freuen sich die Anbieter.

Ausleihe unter: www. flotte-berlin.de/cb-items/jette/

Von Ulrike Gawande

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