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Oranienburg Kastration bei Katzen: Uneins über Pflicht
Lokales Oberhavel Oranienburg Kastration bei Katzen: Uneins über Pflicht
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18:01 28.11.2018
Die freilaufenden Katzen/Kater sind derzeit Thema in der Stadt Oranienburg und den umliegenden Orten. Quelle: FOTO: Dpa
Oranienburg

Bürgermeister Alexander Laesicke brachte es dieser Tage auf den Punkt: „Das Thema Kastrationspflicht für freilaufende Kater wurde in den Ortsbeiräten ambivalent diskutiert.“

In der Tat, die acht Ortsbeiräte der acht Orte, die zu Oranienburg gehören, haben durchaus unterschiedliche Auffassungen zu dem von der SPD eingebrachten Antrag (siehe untenstehende Auflistung), der auch nicht nur die Kater, sondern auch die Sterilisation von Katzen einbezieht. Fünf Ortsbeiräte sind für die Kastrationspflicht, drei dagegen. „Wir sind dafür, um eine mögliche ungehinderte Population zu verhindern“, sagte der Wensickendorfer Ortsvorsteher Heinz Ließke. Die Tierheime seien voll. „Wer soll die Kastration bezahlen?“ Beim Ortsnachbar Zehlendorf entschied man sich dafür, dem Antrag nicht zu folgen. „Bei uns tritt das Problem nicht auf. Und dann stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis“, so Ortsvorsteher Holger Mücke (SPD). In Malz folgten die Ortsbeiratsmitglieder auch dem Antrag, der darauf abzielt, die Oranienburger Tierfreunde beziehungsweise die Wildtierrettung in Wensickendorf zu entlasten. Oft würden sie gerufen, weil unkastrierte Streunerkatzen und zurückgelassene Katzen sich unkontrolliert vermehren und stören würden. Die Oranienburger Tierfreunde allein würden jährlich etwa 40 bis 60 Kater im Jahr kastrieren. „Die Kosten dafür übernimmt der Verein“, sagt der einstige Vereinsvorsitzende und jetzige Stellvertreter der Oranienburger Tierfreunde, Dirk Blettermann (SPD). Das seien im Jahr etwa 10 000 Euro.

Olaf Bendin, Ortsvorsteher von Germendorf, meint, „dass sich Katzen nicht sinnlos vermehren sollen, besonders in der Kernstadt sei das ein Problem, auch auf stillgelegten Gewerbeflächen. Der Antrag war schon mal auf dem Tisch, damals dachte ich, das sei Quatsch, aber jetzt denke ich, es macht Sinn.“

Die Stadt habe, so Stefanie Rode von der Stadtverwaltung, im Jahr 2017 14 Katzen/Kater ins Tierheim gebracht, in diesem Jahr 15. Sie wolle aufgrund der niedrigen Zahlen lieber mit den Eigentümern reden. Ralph Bujok (Linke) und Heiner Klemp (B 90/Grüne) sehen kein Katzenproblem. Der Hauptausschuss der Stadt lehnte die Vorlage mit acht Nein- und einer Ja-Stimme sowie zwei Enthaltungen ab. Die Stadtverordnetenversammlung soll am 10. Dezember entscheiden.

Von Stefan Blumberg

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