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Oranienburg Warum Hanna keinen Kita-Platz bekommt
Lokales Oberhavel Oranienburg Warum Hanna keinen Kita-Platz bekommt
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01:16 03.06.2018
Sandra Rückert aus Oranienburg würde gern ab September wieder arbeiten gehen. Dann wird Töchterchen Hanna ein Jahr alt. Quelle: Bert Wittke
Oranienburg

Sandra Rückert hat ihre Tochter auf den Arm genommen und lächelt glücklich. Hanna wurde vergangenes Jahr geboren. Wenn sie im September ersten Geburtstag feiert, will die Mama wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die 36-Jährige ist diplomierte Sportwissenschaftlerin, selbstständig und leitet in Oranienburg eine Praxis für Sporttherapie sowie ein Präventionszentrum der AOK. Keine Frage, das kleine Kollegenteam sehnt die Rückkehr der Chefin herbei, denn in der Praxis gibt es jede Menge Arbeit. Der Ansturm von Patienten ist unvermindert groß und nimmt von Monat zu Monat eher noch zu.

Auf der Warte-Liste für die Park-Kita

Gern würde Sandra Rückert ihren Mitstreiterinnen nach einem Jahr Elternzeit ab September wieder zur Seite stehen. Wenn sie denn wüsste, wo sie Hanna während ihrer Arbeitszeit unterbringen kann. Für die Kleine, so die Auskunft der Stadtverwaltung, gibt es zurzeit in ganz Oranienburg keinen Kitaplatz. Das einzige, was man ihr habe anbieten können, sei der Platz auf der Warteliste der Park-Kita. Bekanntlich wird das Gebäude der ehemaligen Comeniusschule im Schlosspark momentan zu einer Kita umgebaut, in der zwischen 250 und 300 Kinder Platz finden sollen. Dort, so hieß es, könne Hanna voraussichtlich ab Dezember betreut werden. Nach dem gegenwärtigen Stand wird die Park-Kita im Oktober den Betrieb aufnehmen.

Großer Andrang auch bei Tagesmüttern

Sandra Rückert hat versucht, für die Zeit, bis Hanna einen Kita-Betreuungsplatz erhält, mit einer Tagesmutti zu überbrücken. Doch alles Klinkenputzen ist bisher leider ergebnislos geblieben. Auch bei den Tagesmüttern, so sagt sie, gebe es inzwischen teilweise beträchtliche Wartezeiten.

Dem Problem die nötige Öffentlichkeit verschaffen

Verzweifelt ist Sandra Rückert nicht. Dafür ist sie nicht der Typ. Und die 36-Jährige ist, wie sie sagt, auch keine Meckertante, die über den fehlenden Kitaplatz für ihre Tochter schimpft. Sie gibt sich eher kämpferisch und visionär. „Ich stehe stellvertretend für alle Familien, die ebenfalls noch keinen Kitaplatz bekommen haben“, sagt sie. Und dabei ist der Sporttherapeutin wohl bewusst, dass sich viele andere Kommunen mit ähnlichen Schwierigkeiten herumplagen. Das Problem fehlender Kita-Plätze müsse immer wieder angesprochen werden, damit die Öffentlichkeit dafür sensibilisiert werde und sich die verantwortlichen Politiker bewusst werden, dass dringend etwas zur Verbesserung der Betreuungssituation der Kinder getan werden muss.

Oranienburg wächst überdurchschnittlich

Seit 2014 ist Oranienburg um mindestens 4000 Einwohner gewachsen. Das sei überdurchschnittlich viel und so von niemandem erwartet oder prognostiziert worden, sagt Anke Michelczak. „Arbeit“, so Oranienburgs Sozialamtsleiterin, „ist ein ganz wichtiges Thema.“ Deshalb bemühe sich die Verwaltung immer, zusammen mit den betroffenen Eltern Lösungen zu finden.

Gesprächsangebot der Sozialamtsleiterin

Sie biete Sandra Rückert gern ein Gespräch an, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, Hanna schon früher als Dezember in einer Kita betreuen zu können, sagt Anke Michelczak. In Oranienburg wisse man um die Notwendigkeit, zusätzliche Betreuungsplätze in Kitas schaffen zu müssen. Anke Michelczak nennt in diesem Zusammenhang zum Beispiel den Neubau von Kitas in Oranienburg (Speyerer Straße) und Schmachtenhagen oder die Kita „Pusteblume“ in Germendorf, die ein privater Betreiber alsbald an den Start bringen wird.

Das gibt Hoffnung, dass sich für Hanna und andere Altersgefährten doch noch rechtzeitig Betreuungsplätze finden lassen.

Von Bert Wittke

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