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Oranienburg Kein Tag ohne Nadelgeklapper
Lokales Oberhavel Oranienburg Kein Tag ohne Nadelgeklapper
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00:23 01.11.2018
Marga Schlag (l.) und Kerstin Kind suchen dringend neue Mit-Strickerinnen. Quelle: Heike Bergt
Malz

„Manchmal erkenne ich die Sachen auf der Straße wieder. Die zwei Mützen in besonderen Farben zum Beispiel, die ich mal gemacht habe“, erinnert sich Marga Schlag. „Es wärmt, die Leute haben es an, da muss man nicht viel reden. Die Sachen sind angekommen.“ Nicht nur im Oranienburger Obdachlosenhaus, das die Strickfrauen regelmäßig beliefern, sondern auch in der „Kältehilfe“ der Berliner Stadtmission Lehrter Straße, bei der sie gerade wieder vier große Kisten abgegeben haben: voller Mützen, Socken, Schals und Tücher. Auch fürs Malzer Kinderhaus haben sie schon die Nadeln klappern lassen. Oder das Stricken Flüchtlingsfrauen in Lehnitz beigebracht. Hinschauen, wo andere wegsehen, das ist ihnen wichtig.

2012 hatten sich die Malzer Strickfrauenrunde gegründet. Wohin mit den Wollebergen? fragte sich damals Marga Schlag. Seitdem vergeht für sie, Kerstin Kind und Ingrid Weber aus Hennigsdorf kein Tag ohne Nadelgeklapper. Man traf sich reihum, im Moment strickt jeder zu Hause, was das Zeug hält, füllt Kisten und spendet es dann gemeinsam. Ingrid Weber schafft pro Tag ein Paar Socken, staunt selbst Kerstin Kind. Für sie selbst beginnt jetzt wieder die Stricksaison, wenn die Tage kürzer werden und der Garten nicht mehr so arbeitsintensiv ist. Zudem pflegt sie noch ihre Nachbarin Lotti Winkler, die auch lange der Maschen-Leidenschaft für den guten Zweck gefrönt hat.

Gesucht ist vor allem Verstärkung durch neue Strickerinnen. Bei der Wolle fehlt es vor allem an Sockenwolle, die zu 75 Prozent aus Schurwolle und 25 Prozent aus Polyamid besteht.

Marga Schlag, die sich auch als Seniorenbeiratsvorsitzende engagiert und bei den Oranienburger Sozialdemokraten mit der Stimme nicht hinterm Berg hält, ist ein Hans Dampf in allen Gassen, ein Powerfrau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. „Uns geht es hierzulande doch gut, wir sollten den Blick auf die Schwächeren nicht verlieren, Verantwortung zeigen, das ist ganz wichtig.“ Deshalb will sie auch so lange weiterstricken und helfen, so lange „ich meine Hände bewegen kann“, sagt sie mit einem Lachen. Ihre „Fachliteratur“ hat sie dabei auf der Küchenbank. „Auch Bedürftige freue sich über ein besonderes Stück.“

Wie viele Stücke sie schon gestrickt haben, keiner hat es gezählt, aber sie tun es mit Herzblut. „100 Mützen im Jahr, schaffe ich schon, eine am Tag.“ Irgendwann ist die Kiste in der Veranda mal wieder voll, dann geht sie auf die Reise. Und irgendwann will sie die Strickgruppe in jünger Hände geben, so die 60-Jährige. Wer Lust hat und Freude daran, Schals, Mützen und mehr am laufenden Band für den guten Zweck zu stricken: Marga Schlag ist zu erreichen unter 03301/80 82 68 oder 0173/8 83 93 89.

Von Heike Bergt

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