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Kerzen für Oranienburger Holocaustopfer

Gedenktag jüdischer Gemeinde Kerzen für Oranienburger Holocaustopfer

54 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens lebten einst in Oranienburg. Nur zwei überlebten den Holocaust. Die jüdische Gemeinde erinnerte am Mittwoch der Opfer. Bundestagsabgeordneter Harald Petzold (Linke) sagte: “Ich empfinde eine tiefe Scham, dass es in meinem Land wieder Ansätze für Antisemitismus gibt.“

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Gedenken: Mosaik-Schüler zündeten Kerzen an.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Die jüdische Gemeinde „Wiedergeburt“ lud Mittwoch zur Gedenkveranstaltung in den Meistersaal der „Alten Fleischerei“. Anlass war der „Tag des Gedenkens an Shoa und Heldentum“, in Isreal ein Nationalfeiertag. Gleichzeitig wurde eine kleine Dauerausstellung eröffnet, die das Schicksal der Oranienburger Familie Bach ergründet. Vor der Eröffnung wurde jedoch der Oranienburger Opfer des Holocaust gedacht.

„Die jüdische Geschichte in Oranienbug wurde in den 1930er Jahren durch ein schwarzes Kapitel unterbrochen“, so Elena Miropolskaja, Vorsitzende der Gemeinde. 54 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens hätten in der Stadt gelebt. „Nur zwei von ihnen überlebten den Holocaust.“ Danach: Totenstille. In der ehemaligen DDR hätte es keine jüdische Gemeinde gegeben. „Erst im Mai 2000 begann sehr zaghaft ein neues jüdisches Leben in Oranienburg.“

„Wiedergeburt“ mit 100 Mitgliedern

Dort gründeten 28 jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion die Gemeinde, die heute rund 100 Mitglieder zählt. „Wiedergeburt“ wirbt für mehr Verständnis und spricht sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit aus. „Der Tag des Gedenkens ist so unglaublich wichtig“, so der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold (Linke) in seiner Rede, „zumal die Zeitzeugen immer weniger werden.“ Er empfinde eine „tiefe Scham, dass es in meinem Land wieder Ansätze für Antisemitismus“ gebe. Schüler des Mosaik-Gymnasiums zündeten am Mittwoch Kerzen für die Opfer an. Dazu lasen sie Namen ermordeter Juden vor. Ein bewegender Moment.

Im Anschluss wurde die kleine Ausstellung über Familie Bach eröffnet. 1926 gründeten die Fleischermeister Eduard und Georg Bach eine Fleischwarenfabrik in der Rungestraße. Eduard starb 1929. Frau Emma und Sohn Martin führten den Betrieb weiter. Als zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen wurde, blieben die Kunden aus. „Oranienburg ist willens judenfrei zu werden und zu bleiben“, so der damalige Bürgermeister Oskar Fuchs. Die Bachs emigrierten nach Madeira; keiner kehrte zurück.

Entzündeten Kerzen in Gedenken an die Opfer

Entzündeten Kerzen in Gedenken an die Opfer.

Quelle: Marco Winkler


Von Marco Winkler

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