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Kirchenmitglieder putzen den Wald

In Neuendorf wird geknüppelt Kirchenmitglieder putzen den Wald

Der Wald gehört der Kirche – also machen sich Mitglieder der Kirchengemeinde selbstlos ans Werk und schlagen die trockenen Äste von den Kiefern. 30 Jahre stehen die Bäume schon, bis zu 120 Jahre können es werden. Die Aktion hilft unter anderem dem „makellosen“ Wachstum.

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Die trockenen Äste werden abgeschlagen und bleiben auf dem Boden liegen. Dort verrotten sie.


Quelle: ROBERT ROESKE

Neuendorf. „Auf die Bäume, ihr Affen, der Wald wird gefegt ...“ Ganz zutreffend ist diese Aussage nicht, aber wenn Mitglieder der Teschendorfer Kirchengemeinde in den Wald gehen, hat das schon mit einer gewissen Säuberungsaktion zu tun. „Knüppeln nennen wir das“, sagt Frank-Michael Hintze, Leiter der Oberförsterein Neuendorf, die für den Landkreis Oberhavel zuständig ist.

Er war am Sonnabend dabei, als zwölf Freiwillige in Neuendorf am Kleinen Plötzsee zur Tat schritten, in den Wald der Kirchengemeinde gingen und sich an den Kiefern zu schaffen machten. Eben knüppeln. „Es geht darum, von den Kiefern tote und trockene Äste mit Knüppeln abzuschlagen“, sagt der Oberförster. Diese Äste wachsen in das Holz. Das bedeutet einen Qualitätsverlust, wenn das Holz zu Brettern verarbeitet wird. Mit diesen Aktionen soll dem vorgebeugt  werden,  um astfreies Holz für die Weiterverarbeitung anbieten zu können.

Es gibt noch einen zweiten Aspekt, weshalb das Knüppeln praktiziert wird. Die trockene Äste, die teilweise bis auf den Boden herunterhängen, würden im Falle eines Waldbrandes eine erstklassige Brücke darstellen. Damit würde das Feuer bequem von der Erde über das Geäst bis in die Baumkronen klettern. Auch dieser Tatsache wollen die Kirchgänger einen Riegel vorschieben. Und zu guter Letzt kommt das Knüppeln den Forstleuten zugute. Der Revierförster müsste sich sonst beschwerlich durch den Wald drängeln, um die Bäume, die aus Platzgründen weggenommen werden müssen, zu markieren. Im Normalfall übernehmen solche Arbeiten die Erntemaschinen.

„Heute gibt es das Knüppeln fast nicht mehr“, so Frank-Michael Hintze. Solche Arbeiten würden weitestgehend Maschinen übernehmen, Erntemaschinen. Aber wenn die Bereitschaft von Leuten wie in Teschendorf/Neuendorf besteht, selbst Hand anzulegen, wird sich niemand dagegen wehren.

Die Waldfläche, in der sich die Freiwilligen am Sonnabend zu schaffen machten, ist etwa drei Hektar groß. „Wir sind zufrieden mit dem, was wir geschafft haben“, sagt Neuendorfs Ortsvorsteher Werner Schulz. „Aber am 16. April werden wir einen zweiten Einsatz starten.“

Von Stefan Blumberg

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