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Oranienburg Kita Butzelhausen „butzelt“ sich bei Eltern ganz nach oben
Lokales Oberhavel Oranienburg Kita Butzelhausen „butzelt“ sich bei Eltern ganz nach oben
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17:07 07.09.2018
Einen großen Blumenstrauß und ein dickes Dankeschön gab es für Kita-Leiterin Ines Klemz. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann und in der Kita Butzelhausen war den kleinen Butzelmännern jetzt nicht nur zum Tanzen, Toben und Torte-Essen zumute. Denn es gab mächtig was zu Feiern – die Kita wurde fünf Jahre alt. Und was klein, still und leise begonnen hat, ist inzwischen ein echter Geheimtipp bei Eltern. Hätte man vor fünf Jahren Kita-Leiterin Ines Klemz (50) den Senkrecht-Start vorausgesagt, hätte sie es fast nicht für möglich gehalten. Angefangen hat bei der gelernten Erzieherin alles mit einer individuellen Tages-Betreuung von fünf Kindern. Auf ihrem Grundstück bietet sie eine private Tagespflege an. Die liebevolle Betreuung der Steppkes spricht sich rum. Auch andere Eltern wollen ihr Kind dort unterbringen. Doch der Platz ist begrenzt. „Die Eltern haben mich auf die Idee gebracht, eine Kindertagesstätte zu eröffnen“, sagt Klemz, die als zweifache Mutter schon vor Kita-Gründung in dem Verein Butzelhausen tätig ist. Vereinsmitglieder sind Eltern, aber auch zwei Kinderärzte, eine Heilpädagogin und Ergotherapeutin, die sich alle in der Jugendhilfe engagieren und die jungen Leute in Bildung und Erziehung fördern wollen.

Feierlaune in der Kita Butzelhausen Quelle: Enrico Kugler

Gemeinsam setzen sich alle an einen Tisch und erarbeiten ein Konzept. „Der Grundgedanke war, eine Kita zu eröffnen, in der jedes Kind die Möglichkeit hat, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, aufgenommen zu werden“, sagt Ines Klemz. Auch der Inklusionsgedanke spielt damals wie heute eine wichtige Rolle. „Kinder mit Handicap sind immer willkommen“, sagt Ines Klemz.

Auch Kinder mit Handicap sind herzlich willkommen

Der Verein sollte der Träger der Kita werden. Jetzt mussten nur noch die Stadtverordneten überzeugt werden, dass die Kita in den Bedarfsplan der Stadt aufgenommen wird – Volltreffer. Am 1. August 2013 wird die Kita Butzelhausen eröffnet. Die Räume in der Innsbrucker Straße 19 hat die Stadt zur Verfügung gestellt. Auch der Grundgedanke wird umgesetzt. Aufgrund der Unterstützung von Stadt und Kreis liegt der Mindestbeitrag laut Kita-Satzung damals wie heute ab 15 Euro pro Monat und Kind. 41 Steppkes im Alter von zwei bis zur Einschulung toben heute, aufgeteilt in drei Gruppen durch die vier Räume und den großen Garten mit Wippe, Rutsche, Schaukel und Co. Und der Garten wurde Donnerstag zur Riesen-Party-Meile – fünf Jahre Kita Butzelhausen war nachträglich zu feiern. „Die Muttis haben Kuchen gebacken, ein DJ hat aufgelegt und der Rewe-Markt hat die Grillwürste gestiftet“, sagt Ines Klemz. Und obwohl die Party erst ab 15.30 Uhr steigen sollte, waren schon um 15 Uhr die ersten Eltern da, um zu helfen. Auch zwei Bufdis, die in Butzelhausen ihren Bundesfreiwilligendienst verrichtet hatten, kamen, um mit anzupacken.

Eltern und Kinder müssen ein gutes Gefühl bei der Kita-Wahl haben

Und während die Erwachsenen am Ackern waren, war bei den Steppkes Übermut pur angesagt. Logisch, wer kann schon zweimal im Jahr Geburtstag feiern – den eigenen und den der Kita, in die man gerne geht. Und dass sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern in Butzenhausen wohl fühlen, dafür tut das inzwischen Achtköpfige-Kita-Team viel. „Den Kindern geht es gut, wenn die Eltern das Gefühl vermitteln, dass die Kinder bei uns gut aufgehoben sind“, sagt Ines Klemz, die auch mächtig stolz auf ihr Team ist. Um die vier Wochen müssen Eltern für die Eingewöhnungszeit ihrer Steppkes manchmal schon einplanen.

Die Eingewöhnungszeit kann um die vier Wochen dauern

„Am ersten Tag bleiben die Kinder nur eine Stunde und auch die Muttis sind immer mit im Raum“, sagt Ines Klemz. Auch an den nächsten Tagen sollte immer ein Elternteil dabei sein. „Erst, wenn alles entspannt scheint, kann die Mutti und der Vati auch mal für wenige Minuten den Raum verlassen“, rät die Expertin. „Dann können wir einschätzen, wie die Kinder mit dem Verlust klar kommen. Einige machen sich keine Sorgen, andere wiederum brechen in Tränen aus“, sagt Klemz, die inzwischen auch zweifache, stolze Oma ist. Doch in jedem Fall gibt es für die kleinen Neulinge immer eine Extra-Drücke, wie Klemz sagt. „Es wirkt Wunder, wenn man ein trauriges Kind auf den Schoß nimmt und es tröstet.“

Eine Riesen-Fünf zum 5. Geburtstag. Quelle: Enrico Kugler

Auch der größte Kummer lässt sich da mit Ablenkung vertreiben. Da hat Ines Klemz und ihr Team tolle Tricks auf Lager. Entweder werden aus Eimern Trommeln gebaut, um damit ein ohrenbetäubendes Konzert zu geben oder Knete mit Mehl, Salz, Bindemittel und Wasser selbst hergestellt. Auch aus einem dicken Strohhalm und Glitzerpulver lässt sich toll ein Zauberstab basteln. Man kann sich aber auch als Bürgermeister, Polizist, Pfarrer oder eine Lehrerin verkleiden – so wie gestern, als die Steppkes als Geburtstagsständchen den Gästen das Lied von Rolf Zuckowski „Im Kindergarten“ vorgesungen und später dann noch bunte Luftballons in den Himmel fliegen ließen.

Von Jeannette Hix

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