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Kritik an der Schlossparknacht

Oranienburg Kritik an der Schlossparknacht

Mit 9500 Gästen hat sich die Schlossparknacht am Sonnabend selbst übertroffen – zumindest was die Besucherzahlen angeht. Doch nicht alle haben freudestrahlend nach dem Feuerwerk den Heimweg angetreten. Es gab auch Kritik.

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Entspannen ließ es sich am Sonnabend während der Schlossparknacht. Das Bett wurde nachts noch bunt illuminiert.

Quelle: Andreas Herz

Oranienburg. Mit 9500 Gästen hat sich die Oranienburger Schlossparknacht am Sonnabend einmal mehr selbst übertroffen. Die Besucherzahlen sind verglichen mit dem Vorjahr um ganze 1000 Menschen gestiegen. Für viele Oranienburger der Höhepunkt des Jahres.


Jürgen Höhn , Geschäftsführer der veranstaltenden Tourismus und Kultur Oranienburg (TKO) war überrascht und begeistert über den Besucheransturm. Doch hält der Schlosspark so viele Menschen aus? „Die Besucherzahl zum Beispiel auf 10 000 zu begrenzen – darüber müssen wir nun natürlich dennoch nachdenken“, so Höhn.

Doch nicht alle Gäste waren nach dem mitternächtlichen Feuerwerk samt Lasershow zufrieden mit der Veranstaltung. Es gab durchaus auch kritische Stimmen, die einiges zu bemängeln haben an der Organisation des Festes.

Den Nerv des Publikums treffen

So war Patrick Neumann aus Oranienburg zwar begeistert vom Feuerwerk, aber enttäuscht vom Bühnenprogramm. „Nächstes Jahr wäre es super, wenn wieder Bands auf den Bühnen stehen und nicht nur Artisten.“ Das sieht auch MAZ-Leserin Julia Walter so. Ihr und ihrer Familie habe die Musik gefehlt. „Das Programm auf der kleinen Bühne war schön, aber nichts für meine Familie.“ Die Artisten auf der großen Bühne waren ihr zu einseitig als Programmpunkt. „Das war sehr schade.“

Über Musik und Bühnenprogramm äußert sich Kathrin Günther-Kalsow , Leiterin des Veranstaltungsmanagements der TKO. Jeden Besucher zufrieden zu stellen, das sei nicht einfach, sagt sie. „Wir bemühen uns immer, verschiedene Geschmäcker und Altersgruppen anzusprechen. Manchmal kommt dabei eben der Rockmusikfan mehr auf seine Kosten, während es den Älteren wieder zu laut ist oder zu modern, ein anderes Mal dann Schlagerfreunde.“

Die Schlossparknacht versteht sich auch als Familienfest

Die Schlossparknacht versteht sich auch als Familienfest.

Quelle: Roeske

Für Patrick Neumann (ein anderer als der zuvor zitierte) ging das Bühnenprogramm „echt nicht.“ „Die Akustik war auch verbesserungswürdig. So gut wie jeder, mit dem man dort Kontakt hatte, ist nur nicht abgehauen, weil man ja jetzt schon so viel Eintritt bezahlt hat und wenigstens das Feuerwerk mit nehmen wollte.“ Er werde kein „Wiederholungstäter, wenn das Programm so bleibt.“

„Wir könnten natürlich auch einfach nur DJs engagieren, die jedermanns Wunschmusik spielen“, so Kathrin Günther-Kalsow. Das sei aber nicht der Anspruch der Schlossparknacht.

Bine Kleeßen schreibt auf unserer Facebook-Seite, ihr fehle eine umfassendere Beleuchtung, „denn in den Gärten und Richtung Orangeire war es zeitweise stockdunkel.“

Problem: Einige Besucher klauen Stühle und Solar-Lichter

Das hat mitunter damit zu tun, erklärt die TKO, dass einige Illuminationselemente zwischenzeitlich ausfielen, beispielsweise am Hochgraben, wo viele Besucher Richtung Ausgang gingen. Zudem hätten Besucher immer wieder Kabel aus Steckdosen gezogen. In der Spiellandschaft hätten so einige ihre Handys aufgeladen. „So etwas ist einfach nur schade und ärgerlich für alle anderen Besucher“, sagt Kathrin Günther-Kalsow.

Weitere ärgerliche Vorkommnisse sind Diebstähle. „Beliebte“ Objekte: Liegestühle, Windlichter, Fackeln, Schwimmblumen, Solar-Lichter. „Manches können wir aber schlicht nicht jedes Mal wieder ersetzen, weil das viel zu teuer ist“, so Günther-Kalsow.

Eintrittspreise zu hoch?

Ebenfalls in der Kritik steht der Eintrittspreis der Veranstaltung. Zwölf Euro pro Person, zehn im Vorverkauf. Für einige Oranienburg viel Geld, zu viel für so einen Abend. Ist die Kalkulation übertrieben? An der Preisschraube wird die TKO aber nicht drehen. Für eine sechsstündige Veranstaltung mit 50 Livekünstlern, Feuerwerk und Illumination seien die Eintrittspreise „absolut gerechtfertigt.“ Selbst Konzerte oder ein Kinobesuch würden mehr kosten. Die TKO betont dabei, dass sie mit der Schlossparknacht keinen „dicken Gewinn“ macht. „2015 musste die TKO am Ende gar zuschießen.“

Die Organisation sei aufwendig. Monatelang wird geplant, vorbereitet, Künstler müssen bezahlt werden. Zudem waren über 80 Einsatzkräfte vor Ort, darunter TKO-Mitarbeiter an den Kassen und am Einlass, Security, Bühnen-Techniker, Personal zur Reinigung des Geländes und der Sanitäranlagen.

Romantische Stimmung

Romantische Stimmung.

Quelle: Winkler

Nur wenige Besucher hatten etwas an der Schlossparknacht auszusetzen. So resümiert Melanie Graf äußerst positiv: „Eine sehr schöne Veranstaltung, für jeden war etwas dabei. Wundervolle Beleuchtung, schönes Programm und ein tolles Feuerwerk mit Lasershow.“ Es hätte nichts auszusetzen gegeben. „Vielen Dank an die Menschen, die solch einen tollen Abend möglich machen.“

Dazu gehörten erstmals in diesem Jahr Einlasskontrollen. Die hätten sich laut Jürgen Höhn definitiv bezahlt gemacht. „Es gab kaum Besucher, die nicht bereitwillig ihre Taschen zur Kontrolle geöffnet hätten – fast jeder hatte vollstes Verständnis.“ Die Kontrolleure wurden auch fündig: Ein Schlagring und zwei Messer wurden bei Besuchern entdeckt.

Von Marco Winkler

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