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Legehennen-Investoren reagieren auf Kritik

Oranienburg Legehennen-Investoren reagieren auf Kritik

Lange haben sie geschwiegen: Die Investoren Hendrik Roest und Josef Vortallen luden jetzt zu einem „runden Tisch“. Sie bestätigten die geplanten Legehennen-Anlangen in Zehlendorf und Wensickendorf mit jeweils 42 000 Tieren. Kritik seitens der BI bezeichnete Roest als „rufschädigend“, er wolle die Landwirtschaft voranbringen.

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Zehlendorf: Am Rande des Ortes und in Wensickendorf sollen die Anlagen entstehen.

Quelle: Enrico Kugler

Zehlendorf. Seit Wochen gibt es in den Ortsteilen Schmachtenhagen, Zehlendorf und Wensickendorf nur ein Thema: Legehennen-Anlagen. Eine Bürgerinitiative gründete sich, Zehlendorfs Ortsvorsteher Holger Mücke erklärte sich für befangen, die zwei Investoren schwiegen – bis jetzt. Montag haben sie zum „runden Tisch“ geladen. Ihr Ziel war ein Geraderücken dessen, was ihrer Meinung nach bisher falsch dargestellt wurde. Fazit des zweistündigen Gesprächs: Hendrik Roest und Josef Vortallen fühlen sich missverstanden, bestätigten aber die bisherigen Berichte.

Vor 1,5 Jahren hätte Josef Vortallen Land in Zehlendorf gekauft und das Konzept, zwei Legehennen-Anlagen à 21 000 Tiere zu errichten, vorgelegt. „Ich will der Landwirtschaft Impulse geben“, sagt er. „Es ist keine grausame Massentierhaltung geplant, keine sogenannte Eierfabrik.“ Auf das Tierwohl werde bei den geplanten Bio-Anlagen viel Wert gelegt, unter anderem mit einem Wintergarten für die Hennen, „Beschäftigungsangeboten mit Maisfütterung“ und einem Schauraum für Schulklassen. „Wir machen Landwirtschaft der Zukunft“, sagt er.

Mitten im Naturschutzgebiet

Sämtliche Information hätte er mit den Anwohnern schon durchgesprochen. Er sei offen und transparent gewesen, sagt der Investor. „Ich muss mir nicht vorwerfen lassen, mit etwas hinterm Berg gehalten zu haben.“

Laut Christiane Zimmermann vom Ingenieurbüro Eco-Cert, das auf Genehmigungsverfahren im Umwelt- und Immissionsschutz spezialisiert ist, lägen dem Landesamt für Umwelt Anträge auf eine Voruntersuchung der Umweltverträglichkeitsprüfung zweier Bio-Freilandanlagen vor. Mehr nicht. Da das Gebiet um Zehlendorf Teil eines Naturschutzgebiets ist, hat das Umweltamt Nachforderungen gestellt ( Kartierung der dort lebenden Reptilien und Brutvögel). „Vor den Ergebnissen wird kein Genehmigungsantrag eingereicht“, sagt sie. Also nicht vor September.

„Mir wurden schon Pachtverträge gekündigt“

Ob es zu einer Bürgerbeteiligung kommt, wird sich erst im Anschluss zeigen. Der zweite Standort in Wensickendorf sei noch gar nicht spruchreif, so Hendrik Roest, Geschäftsführer des Bauernmarktes Schmachtenhagen. „Wir müssen erst Vorprüfungen durchführen.“ Geplant seien aber wie im 1500 Meter entfernten Zehldendorf zwei Anlagen mit je 21 000 Tieren. Die Bio-Eier könnte Roest auf dem Bauernmarkt anbieten. Die massive Kritik der Bürgerinitiative „Conta Eierfabrik“ bezeichnet er als rufschädigend. „Mir wurden schon Pachtverträge gekündigt“, beklagt er. „Ich bin Landwirt, kein Umweltzerstörer.“ Die Landwirtschaft müsse sich neu aufstellen, gerade wenn die Milchtierhaltung nicht mehr gut laufe. Zudem wehrt er sich gegen den Begriff der „Massentierhaltung.“

Heidemarie Scholze, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Oberhavel/Barnim, dazu: „Der Begriff ist nicht definiert.“ Bio-Anlagen kämen ihr gelegen. Brandenburg hätte wenig Vieh, etwa 0,4 GV (Großvieheinheit) pro Hektar. Das entspricht etwa einer halben Milchkuh oder 500 Hennen pro Hektar. „Wünschenswert wäre, dass Brandenburg auf zwei GV kommt“, so Scholze.

Land nur für Fremde?

Heinz Ließke , Wensickendorfs Ortsvorsteher, beklagte am „runden Tisch“, dass es Investoren überhaupt möglich sei, Land zu kaufen. „Einheimische bekommen es bisher nicht genehmigt“, sagte er.

Gestank vom Kot der Tiere soll mittels Kotbandlüftung reduziert werden. Das führe zu einer Reduzierung des Ammoniakgeruchs. Der Bio-Dünger soll an Abnehmer verkauft werden. Der Markt sei riesig, so die Investoren.

Die BI „Contra Eierfabrik“ war zum „runden Tisch“ nicht geladen. Die Investoren behaupteten das jedoch. „Das ist eine Lüge“, so BI-Sprecherin Heike Bartel. Im E-Mail-Verteiler der Einladung tauchte kein Mitglied der BI auf.

Von Marco Winkler

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