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Oranienburg Lehnitzer Flüchtlinge wollen danke sagen
Lokales Oberhavel Oranienburg Lehnitzer Flüchtlinge wollen danke sagen
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07:15 08.04.2016
Ahmad und Hani bei Bürgermeister Laesicke. Sie übergaben mit der Flüchtlingskoordinatorin Elena Wiezorrek die Einladung fürs „Danke-Fest“. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Es war ihnen ein Anliegen, die Einladung persönlich vorbeizubringen. Ahmad Alhaji Alhamdan und Hani Ghathith leben in der Lehnitzer Notunterkunft. Sonnabend richten sie mit weiteren Syrern eine Dankveranstaltung aus – dazu luden sie auch Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke ein. „Das Schlimmste wäre, wenn sie unter sich blieben“, sagte dieser , „und den Weg in die deutsche Gesellschaft nicht finden würden.“ Der Integrationsgedanke würde fehlschlagen, wenn Geflüchtete den Schritt nach draußen nicht mehr wagten.

„Als wir in Deutschland ankamen hatten wir etwas Angst vor Nazis“, so der 36-Jährige Hani Ghathith. „Umso überraschter waren wir, dass die Deutschen wohl Angst vor Moslems und Arabern haben.“ Vor fünf Monaten kam er nach Deutschland, über die Türkei und Griechenland. Für Frau und Kinder habe er schon einen Antrag auf Familienzusammenführung gestellt, so der studierte IT-Ingenieur. Hier musste er lernen, dass Integration nicht einfach ist. Am Wochenende wurde er mit einem Freund in einer Oranienburg Disko abgewiesen. Begründung: Einlass nur für Deutsche. Den Vorfall habe er verkraftet. So wie es nicht nut gute Syrer gebe, sind auch nicht alle Deutschen offen. Das bekräftigt Laesicke: „Nicht alle sind freundlich, einige reagieren ablehnend.“

„Geflüchtete sollen nicht Fremde in der Fremde bleiben“

Dennoch gehören die Flüchtlinge zum Stadtbild. „Es muss Normalität werden. Geflüchtete sollen nicht Fremde in der Fremde bleiben.“ Er erinnert sich noch an die Angst einiger Oranienburger, als es hieß, erste Flüchtlinge träfen bald ein. „Aber das Leben läuft weiter, es läuft halt nur anders weiter.“ Er ist überzeugt, dass solche Aktionen wie die Dankveranstaltung helfen, um zu sehen, dass keine „bedrohlichen Massen“ die Stadt überfluten, sondern Menschen kommen „wie du und ich.“ Gegenseitiger Kontakt sei wichtig. Genau den wünscht sich Ahmad Alhaji Alhamdan. „Viele Deutsche haben ihre Vorstellungen von Arabern aus dem Fernsehen“, sagt der 35-Jährige. Ängste, Misstrauen, Ablehnung folgen. Genau das will er abbauen. Als Geschäftsmann hat der Syrer in den Arabischen Emiraten gearbeitet. Jetzt will er hier vermitteln – zwischen den Kulturen. Wie Hani Ghathith wurde sein Antrag auf Anerkennung als Asylberechtigterer genehmigt. Drei Jahre darf er hier bleiben; er will sich etwas aufbauen, ein neues Leben – ohne Krieg, Verfolgung, Tod.

Mit weiteren Syrern will er am Sonnabend, 9. April, ab 15 Uhr im Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Straße 17, kulturelle Brücken bauen – mit syrischen Spezialitäten, Musik und Tanz – aus Dankbarkeit fürs neue Zuhause.

Von Marco Winkler

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